Luniz – I Got 5 On It

"Was?! Du kennst das nicht? Sekun­de, ich such' dir das mal raus." Und schon öff­net sich die Plat­ten­kis­te. Wer kennt die­sen Moment nicht? Man redet über Musik und auf ein­mal fällt ein Name – egal ob von einem Song, einem:einer Künstler:in oder einem Album – mit dem man nicht so recht etwas anzu­fan­gen weiß. Und plötz­lich hagelt es Lob­prei­sun­gen, Hass­ti­ra­den oder Anek­do­ten. Gera­de dann, wenn der:die Gesprächspartner:in ins Schwär­men ver­fällt und offen zeigt, dass ihm:ihr das The­ma wich­tig ist, bit­tet man nicht all­zu sel­ten um eine Kost­pro­be. Die Musik setzt ein und es beginnt, was der Per­son so sehr am Her­zen zu lie­gen scheint. In die­sem Fall – was uns so sehr am Her­zen liegt: Ein Aus­zug aus der Musik, mit der wir etwas ver­bin­den, die wir fei­ern, die uns berührt. Ein Griff in unse­re Plat­ten­kis­te eben.

 

Sicher kennt jede:r irgend­ei­nen Song, dem man in irgend­ei­ner Form immer wie­der begeg­net. Und bei jeder Begeg­nung löst er etwas in einem aus. So begeis­tern man­che die­ser Art von Tracks auch noch Jah­re nach ihrer Ver­öf­fent­li­chung die Mas­sen – wie Luniz mit "I Got 5 On It".

Schon als Kind habe ich den Titel auf­grund des ver­trau­ten Fee­lings, wel­ches er mir von Beginn an gege­ben hat, schon abso­lut geliebt habe. Und das hat sich bis heu­te nicht geän­dert. Das liegt nicht etwa an dem nost­al­gi­schen Charme des Songs, son­dern schlicht dar­an, dass "I Got 5 On It" ein­fach gut geal­tert und immer noch geni­al ist. Das ist unter ande­rem dem bei­na­he magi­schen Instru­men­tal zuzu­schrei­ben. Mit tie­fem Bass, der sich kom­plett durch den Song zieht und gemein­sam mit einem Glo­cken­spiel die grund­le­gen­de Melo­die bil­det, schafft der Beat so eine ein­zig­ar­ti­ge Atmo­sphä­re. Die­ser wird durch die bei­den Rap­per dann mit Flow und Stim­me per­fekt abge­run­det. Luniz erzäh­len nicht etwa von abge­ho­be­nen Träu­me­rei­en wie Autos oder dem gro­ßen Geld. Im Gegen­teil: Es geht um die fünf Dol­lar, die man noch hat, um sie in Gras zu inves­tie­ren. Genau das besingt Micha­el Mar­shall dann in einer legen­dä­ren Hook­li­ne, die nahe­zu jedem Head ein Begriff ist. Wer die­sen Ohr­wurm ein­mal gehört hat, ver­gisst ihn ein­fach nicht mehr.

Luniz haben eine Hym­ne gezau­bert, die berech­tig­ter­wei­se auch heu­te noch immer wie­der gehört und von ver­schie­de­nen Artists, wie zum Bei­spiel Mar­si­mo­to, ges­am­plet wird. "I Got 5 On It" ist defi­ni­tiv ein Meis­ter­werk, das sicher nie­mals in Ver­ges­sen­heit gera­ten wird.

(Dzer­ma­na Schönhaber)