Adventskalender: Türchen #14 Puffy Punchlines & Philipp Gladsome

Und wie­der neigt sich ein prall gefüll­tes HipHop-​Jahr dem Ende zu. Um es gebüh­rend abzu­schlie­ßen, stell­ten wir rele­van­ten Per­sön­lich­kei­ten der deut­schen HipHop-​Szene vier Fra­gen zu den ver­gan­ge­nen Mona­ten. Egal, ob Jour­na­list, Rap­per, Pro­du­zent oder ande­re, dem Hip­Hop nahe­ste­hen­de Künst­ler – sie alle ver­ra­ten uns ihre per­sön­li­chen High­lights aus 2019. Zudem beant­wor­te­ten sie uns eine wei­te­re Fra­ge, um auch das ver­gan­ge­ne Jahr­zehnt noch ein­mal Revue pas­sie­ren zu las­sen. Somit las­sen wir nicht nur ein ein­zel­nes Jahr, son­dern gleich eine gan­ze Deka­de fei­er­lich aus­klin­gen. Wir wün­schen unse­ren Lesern sowie allen Lieb­ha­bern und Prot­ago­nis­ten der Kul­tur eine besinn­li­che Weih­nachts­zeit.

 

Puffy Punch­li­nes

MZEE​.com: Wel­ches Album aus die­sem Jahr war dein abso­lu­ter Favo­rit?

Puffy Punch­li­nes: Das ist zwar schon Ende letz­ten Jah­res raus­ge­kom­men, aber lief bei mir in 2019 ein­fach hoch und run­ter: "Skalp" von OG Kee­mo. Und wenn das nicht zäh­len soll­te, weil es 2018 erschie­nen ist, dann OG Kee­mos "Geist".

MZEE​.com: Und wer ist dei­ne Per­sön­lich­keit des Jah­res der deut­schen Rap­sze­ne?

Puffy Punch­li­nes: Da wür­de ich spon­tan Retro­gott sagen. Weil man von dem ein­fach kei­ne unnö­ti­ge Schei­ße hört.

MZEE​.com: Von wel­chem New­co­mer 2019 wird man in den nächs­ten Jah­ren noch viel hören?

Puffy Punch­li­nes: "Ich war nicht weg, ich war nur mal kurz under­co­ver. Ist auch wurst. Kids hal­ten mich für 'nen uralten Kna­cker. Wäh­rend Rap­me­di­en mich wie­der zum New­co­mer machen. Ist auch cool, kön­nen sie machen. Ich bin cool mit der Sache." – von Mäd­ness auf "Mag­go". Sor­ry, ob alt ob neu: Hab' da kei­ne wirk­li­che Mei­nung zu.

MZEE​.com: Wel­che Emp­feh­lung aus dem Jahr 2019 kannst du unse­ren Lesern vor Ende des Jah­res noch geben?

Puffy Punch­li­nes: Da ich mich nicht so mit dem Gesche­hen beschäf­ti­ge, weil ich ein­fach nur auf die Musik an sich ste­he, kann ich da nicht viel bei­tra­gen. Was ich aber unbe­dingt los­wer­den muss: Ich bin so ange­fixt von den Lite­ral Vide­os von Luksan Wun­der. Alter! Immer bes­ser als das Ori­gi­nal. Ich will da ein Album.

MZEE​.com: Mit 2019 endet auch gleich­zei­tig eine Deka­de. Was waren dei­ne liebs­ten drei Alben aus den 2010er Jah­ren?

Puffy Punch­li­nes: Wenn ich mich ent­schei­den müss­te, dann wären das – ohne US-​Alben: BBou mit "Volks­mu­sik 2.0". Fet­te Ärsche und Dub­step mixed mit baye­ri­scher Volks­mu­sik! "Urlaub fürs Gehirn" von K.I.Z … K.I.Z halt. Und noch Die Orsons mit der "Jetzt EP". Schon allei­ne wegen fol­gen­der Zei­le: "Alter, dei­ne Freun­din sieht so aus, als wäre sie 'ne glat­te Zehn … -stu­fi­ge Trep­pe her­un­ter­ge­stol­pert, direkt in ein Meer Kak­te­en."

 

Phil­ipp Glad­so­me

MZEE​.com: Wel­ches Album aus die­sem Jahr war dein abso­lu­ter Favo­rit?

Phil­ipp Glad­so­me: Ganz klar "KIOX" von KUMMER. Und das nicht nur aus per­sön­li­chen Sym­pa­thi­en gegen­über Felix, son­dern weil ich ein wei­te­res Mal davon begeis­tert bin, wie gut er es schafft, mit weni­gen Wor­ten vie­len Men­schen aus der See­le zu spre­chen. Und die Wahl der groß­ar­ti­gen Pro­du­zen­ten BLVTH, Drun­ken Mas­ters und Zor­ro zählt natür­lich auch mit in die Wer­tung.

MZEE​.com: Und wer ist dei­ne Per­sön­lich­keit des Jah­res der deut­schen Rap­sze­ne?

Phil­ipp Glad­so­me: Chapo 102. Er zeigt, wie man es schafft, real und sweet zugleich zu sein. Das trifft aber auch auf den Rest der 102 Boyz zu.

MZEE​.com: Von wel­chem New­co­mer 2019 wird man in den nächs­ten Jah­ren noch viel hören?

Phil­ipp Glad­so­me: Bei dem Hype um deut­schen Rap ist ein New­co­mer ja gefühlt nach einem hal­ben Jahr schon kein New­co­mer mehr, son­dern ein Deutschrap­star. Aber spon­tan fällt mir da Apa­che 207 ein, von dem ich das ers­te Mal Anfang des Jah­res gehört habe und hof­fent­lich noch viel hören wer­de.

MZEE​.com: Wel­che Emp­feh­lung aus dem Jahr 2019 kannst du unse­ren Lesern vor Ende des Jah­res noch geben?

Phil­ipp Glad­so­me: Was man gele­sen haben soll­te: Jeder, der sich für Deutschrap inter­es­siert, soll­te sich "Könnt ihr uns hören" von Jan Wehn und Davi­de Bor­tot zule­gen und durch die Geschich­te deut­schen Raps blät­tern. Unbe­dingt!

MZEE​.com: Mit 2019 endet auch gleich­zei­tig eine Deka­de. Was waren dei­ne liebs­ten drei Alben aus den 2010er Jah­ren?

Phil­ipp Glad­so­me: Die­se Fra­ge ist der Grund, war­um ich erst so spät ant­wor­ten konn­te. Denn lei­der kam "Asi­me­trie" von Fer­ris MC 1999 raus und mir feh­len immer noch drei. "Aggro Ansa­ge Nr. 3" erschien halt auch 2003. Kom­plett umge­hau­en hat mich seit­dem Trett­manns "#DIY". Ansons­ten gab's da noch Ufos "Ich bin ein Ber­li­ner" und K.I.Z mit "Ganz oben". Lei­der kam "Hah­nen­kampf" auch schon 2007 raus. Ich set­ze ein­fach mei­nen Ruck­sack auf und den­ke wei­ter zurück an deut­schen Rap vor 2010 …

(Kris­ti­na Scheu­ner)
(Fotos von Jac­co Kliesch (Puffy Punch­li­nes) & Simon Graupner (Phil­ipp Glad­so­me))
(Gra­fik von Dani­el Fersch)