CLEP & CONTRABEATZ – Spiegelreflex EP

Alles eins zu eins das Glei­che.
Ich bin unent­schie­den, weiß­te?

RBA, VBT, DLTLLY, JBB, TTT, City­Batt­les­Cup – die Lis­te der Battle-​Formate, die CLEP unter dem Namen Clep­to­ma­tic bestrit­ten hat, ist lang. Nicht nur das, sie geht auch bis ins Jahr 2008 zurück. Unter dem Gesichts­punkt, dass er Jahr­gang 1993 ist, durch­aus eine beacht­li­che Leis­tung. Und nach all dem Batt­lerap ver­sucht sich der Leip­zi­ger nun gemein­sam mit dem Pro­du­zen­ten CONTRABEATZ an sei­ner ers­ten Plat­te, der "Spie­gel­re­flex EP".

CLEPs ers­tes Release umfasst gera­de mal sechs Tracks, aber die­se haben es durch­aus in sich: Bereits "Wie lang war ich weg" war­tet mit Sto­ry­tel­ling auf, das dem Hörer das Gefühl gibt, er wäre dabei gewe­sen – dabei, als das lyri­sche Ich Par­ty fei­ert, geschla­gen wird und aus einem lan­gen Koma wie­der auf­wacht. Bei mehr­ma­li­gem Hören wird zudem klar, dass über die gesam­te Spiel­dau­er des Tracks eine ein­zi­ge Reim­ket­te durch­ge­zo­gen wird, die auf dem Titel des­sel­bi­gen auf­baut. Star­ker Ein­stieg in die knapp 20 Minu­ten, in denen es nicht nur ein­mal um Schmerz, Dro­gen­miss­brauch und die Flucht vor dem Leid des Prot­ago­nis­ten geht. Der Leip­zi­ger nimmt den Hörer mit auf eine Rei­se in sei­ne Ver­gan­gen­heit, die meist alles ande­re als ange­nehm war. Nichts­des­to­trotz ist CLEP stolz auf sei­ne Her­kunft. Das macht er auf dem ein­zi­gen Aus­rei­ßer "Rich­tung Osten" klar. Der unge­wohnt fröh­lich unter­leg­te Track zeigt auf, dass sei­ne Hei­mat zwar nicht die bes­te ist, er aber trotz­dem immer wie­der dort­hin zurück­kehrt, egal wie oft es ihn etwa nach Ber­lin zieht. Dabei zeigt sich auch das Talent sei­nes Pro­du­zen­ten CONTRABEATZ: Düs­te­re, orga­ni­sche Beats geben der ohne­hin schon melan­cho­li­schen Stim­mung den letz­ten Schliff, doch "Rich­tung Osten" geht nach vor­ne und bricht pro­blem­los aus dem vori­gen Sche­ma aus.

Man kommt nicht umhin, CLEP & CONTRABEATZ für ihre ers­te Zusam­men­ar­beit auf die Schul­ter zu klop­fen. Zwar passt besag­ter Aus­rei­ßer sound­tech­nisch nicht so wirk­lich in das Gesamt­bild der Plat­te, aber inhalt­lich fügt der Track sich per­fekt ein. Bleibt nur zu hof­fen, dass das Duo dran­bleibt und nach solch einem Debüt direkt nach­legt.

(Lukas Päck­ert)