Als WärS Das Album

Maeckes & Plan B – Als Wär's Das Album

"Was?! Du kennst das nicht? Sekun­de, ich such' dir das mal raus." Und schon öff­net sich die Plat­ten­kis­te. Wer kennt die­sen Moment nicht? Man redet über Musik und auf ein­mal fällt ein Name – egal ob von einem Song, einem Künst­ler oder einem Album – mit dem man nicht so recht etwas anzu­fan­gen weiß. Und plötz­lich hagelt es Lob­prei­sun­gen, Hass­ti­ra­den oder Anek­do­ten. Gera­de dann, wenn der Gesprächs­part­ner ins Schwär­men ver­fällt und offen zeigt, dass ihm das The­ma wich­tig ist, bit­tet man nicht all­zu sel­ten um eine Kost­pro­be. Die Musik setzt ein und es beginnt, was der Per­son so sehr am Her­zen zu lie­gen scheint. In die­sem Fall – was uns so sehr am Her­zen liegt: Ein Aus­zug aus der Musik, mit der wir etwas ver­bin­den, die wir fei­ern, die uns berührt. Ein Griff in unse­re Plat­ten­kis­te eben.

 

Auf Maeckes & Plan B wur­de ich auf­merk­sam, als ich eines Abends mal wie­der jeden neu­en Rap-​Künstler im Inter­net such­te­te, den ich so fin­den konn­te. Schon beim ers­ten Hören von "Als Wär's Das Album", dem damals aktu­el­len Release, wur­de ich zum Fan. Kein Wun­der also, dass ich hier den Sound­track für die kom­men­den Mona­te in den Hän­den hielt.

Die­ses Mix­tape sorgt bei mir ein­fach für gute Lau­ne wie kaum ein ande­res. Das fängt schon mit dem "Intro" an, in dem die bei­den ver­schie­de­ne Sze­nen aus Gangster-​Klassikern wie "Scar­face" und "Good Fel­las" anspie­len und Chips essend nach dem Skit suchen, das am här­tes­ten klingt. Es bleibt nicht der letz­te wit­zig ver­pack­te Sei­ten­hieb gegen die Sze­ne und einen Rap­per, "der sich auf Sna­re reimt". Im All­ge­mei­nen strotzt das Gesamt­werk nur so von Wort­witz und Iro­nie. Was nicht heißt, dass es dabei bleibt: Ver­schach­tel­te Reim­ket­ten und sozi­al­kri­ti­sche Tex­te las­sen sich eben­so fin­den. Ihre Beschrei­bung der wah­ren "Säu­len der Gesell­schaft" ist hier­für ein Para­de­bei­spiel und stellt bis heu­te einen mei­ner liebs­ten Deutschrap-​Tracks dar. Er zau­bert mir ein Lächeln ins Gesicht, regt zum Nach­den­ken an und der Kopf nickt auto­ma­tisch mit bei dem fet­ten Beat sowie den varia­blen Flows. Eine unschlag­ba­re Mischung, die sich wie ein roter Faden durch das gesam­te Mix­tape zieht. Und als Kir­sche auf der Sah­ne­tor­te gibt es noch einen his­to­ri­schen Moment: "Orsons klei­ne Farm" mit Tua und Kaas ist näm­lich der ers­te Auf­tritt der For­ma­ti­on. Der hart gespit­te­te und wirr gereim­te Track stellt ein abso­lu­tes High­light dar. Damals wünsch­te ich mir mehr davon – zum Glück ging die­ser Wunsch ziem­lich schnell in Erfül­lung.

Ich kann "Als Wär's Das Album" in jeder Stim­mungs­la­ge hören. Ob als Auf­mun­te­rung oder zur Unter­ma­lung der bereits vor­han­de­nen Hoch­stim­mung. Mei­ner Mei­nung nach haben Maeckes & Plan B hier etwas geschaf­fen, das nicht vie­le Wer­ke kön­nen: Sie bie­ten die per­fek­te Mischung aus neben­bei hör­ba­rer Gute-​Laune-​Musik und elo­quen­ter Sozi­al­kri­tik – auf dem­sel­ben Mix­tape, aber teil­wei­se auch auf dem­sel­ben Song. Und das fin­de ich sehr beein­dru­ckend.

(Blan P)