FALK

Kaum eine Sze­ne hier­zu­lande scheint so fa­cet­ten­reich zu sein wie die Deutschrap­sze­ne. Wäh­rend es be­reits jetzt schon fast un­mög­lich er­scheint, je­den ein­zel­nen, eta­blier­ten Ver­tre­ter zu ken­nen, steigt die Zahl neu­er, noch un­be­kann­ter Künst­ler ex­po­nen­ti­ell wei­ter an. Den Über­blick zu be­hal­ten, gleicht ei­ner Her­ku­les­auf­ga­be: Hat man sich ein Gesicht der HipHop-​​Hydra ge­merkt, tau­chen schon wie­der min­des­tens zwei neue auf. Gleich­zei­tig ist es für un­be­kannte, jun­ge Talen­te über­aus schwer, aus der über­wäl­ti­gen­den Mas­se an Musi­kern her­aus­zu­tre­ten und sich ei­nen Namen zu ma­chen.

Bei­den Sei­ten soll un­ser Mic Check eine Hil­fe­stel­lung bie­ten. Rap­pern, die bis­her noch in den Tie­fen des Unter­grunds un­ter­ge­gan­gen sind, eine Platt­form ge­ben, auf der sie sich kurz, aber prä­gnant prä­sen­tie­ren kön­nen. Und Hörern und Fans er­mög­li­chen, sich ei­nen schnel­len Über­blick über nen­nens­werte Künst­ler zu ver­schaf­fen, die sie bis­her viel­leicht noch gar nicht auf dem Schirm hat­ten.

 

MZEE​.com: Du hast dir sowohl in diver­sen VBTs einen Namen gemacht als auch Writ­ten Batt­les im Team mit Kha­co­by bestrit­ten. Was fin­dest du bes­ser und war­um?

FALK: Ich fin­de die Writ­ten Batt­les auf­re­gen­der, weil es kom­plett unge­fil­tert und direkt ist. Wenn eine Line gut ankommt, spürst du halt unmit­tel­bar die ech­te Reak­ti­on – aber eben auch, wenn etwas gera­de nicht so gut ankommt. Man muss sich des­we­gen der eige­nen Wir­kung und wie die Leu­te einen eigent­lich wahr­neh­men, viel bewuss­ter sein, weil dich die kleins­te Fehl­ein­schät­zung in so einem Moment mies ficken kann.

MZEE​.com: Wenn man dei­ne aktu­el­le "Im Affekt"-EP etwa mit der "Sprech­ge­sang und Schabernack"-EP von 2014 ver­gleicht, haben sich dein Style, dei­ne Tech­nik aber auch dei­ne Inhal­te ein Stück geän­dert. Wie ist denn da gene­rell inzwi­schen dei­ne Her­an­ge­hens­wei­se, wenn du einen Track machst? Und ist sie im Gegen­satz zu frü­her anders?

FALK: Die Her­an­ge­hens­wei­se ist eigent­lich ganz ähn­lich geblie­ben: Ich höre einen Beat und lass' den erst mal auf mich wir­ken. So ein Beat erzeugt ja eigent­lich immer eine bestimm­te Stim­mung oder ein Gefühl, das sich dann in einem losen Gedan­ken äußert, der dann wie­der­um das The­ma vor­gibt. Dann ver­such' ich ein­fach, drauf­los­zu­schrei­ben. Das ein­zi­ge, was sich geän­dert hat, ist eigent­lich, dass ich mitt­ler­wei­le recht genau weiß, was ich mir musi­ka­lisch vor­stel­le und was unge­fähr mei­ne The­men sind – also was mich bewegt und was ich eigent­lich erzäh­len möch­te. Ich suche eher schon nach Beats, die dem ent­spre­chen und schaue dann, wel­ches der The­men der Beat mir am Ende genau vor­gibt. Des­we­gen bleibt ein Text mitt­ler­wei­le aber auch mal etwas län­ger lie­gen, bis ich mir sicher bin, dass ich dem, was ich mir vor­stel­le, gerecht wer­den kann.

MZEE​.com: War für dich bis­her nur Rap­pen ein The­ma oder hast du dich zum Bei­spiel auch mal am Break­dan­cen oder Sprü­hen ver­sucht?

FALK: Ich bleib' beim Rap­pen. (lacht)

MZEE​.com: Um unse­ren Lesern noch einen bes­se­ren Ein­druck von dei­ner Musik zu geben, wür­de uns inter­es­sie­ren: Wenn du dei­ne Musik auf eine Grund­aus­sa­ge her­un­ter­bre­chen müss­test – was willst du mit dei­ner Musik ver­mit­teln?

FALK: Hört!

MZEE​.com: Neben dei­nem eige­nen musi­ka­li­schen Wer­de­gang hast du mit Team Rei­ben inzwi­schen auch eine eige­ne Crew auf­ge­baut, mit Merch und allem, was dazu gehört. Wo soll es mit der Musik für dich noch hin­ge­hen, sowohl solo als auch zusam­men mit dei­nen Crew­kol­le­gen?

FALK: Ich wür­de ger­ne lügen und sagen, ich nehm' mit, was kommt. Und dass man ja rea­lis­tisch blei­ben muss, weil ledig­lich ein Bruch­teil der Künst­ler wirk­lich sowas wie einen Durch­bruch schafft, nur um ver­nünf­tig und boden­stän­dig zu wir­ken. Aber ich will mei­nen Lebens­un­ter­halt damit ver­die­nen und allen, die mit mir sind, irgend­wann ermög­li­chen kön­nen, an einem reich gedeck­ten Tisch zu sit­zen, damit jeder sein Stück vom Kuchen bekommt. Dafür gebe ich jeden Tag alles und das ist auch die ein­zi­ge Ein­stel­lung, mit der das auf irgend­ei­ne Wei­se Rea­li­tät wer­den kann.

 

Ein Exclu­sive von FALK könnt Ihr Euch ab so­fort auf dem YouTube-​​​Channel von MZEE​.com an­se­hen:

FALK – Sweet16 (MZEE​.com Exclu­si­ve Video)

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(Dani­el Fersch & Lukas Päck­ert)
(Gra­fi­ken von Puffy Punch­li­nes, Logo von KL52)

 

Du bist der Mei­nung, Du oder jemand, den Du kennst, soll­te sich unse­rem Mic Check unter­zie­hen? Wir freu­en uns über Bewer­bun­gen oder Emp­feh­lun­gen mit dem Betreff "Mic Check – *Künst­ler­na­me*" an daniel@mzee.com.