Tom Thaler & Basil – Malu

Es ist okay, da ist immer jemand coo­ler als ich.
Doch für mich ist alles gut, wie es ist.

Tom Tha­ler & Basil wer­keln schon seit eini­gen Jah­ren stets an neu­er Musik, flie­gen mit ihrem ganz eige­nen Stil aller­dings unter dem Radar der meis­ten Rap-​affinen Men­schen. Dabei konn­te das MC-​Produzenten-​Duo bereits mit sei­nen ers­ten EPs und dem Mix aus Techno- und HipHop-​Elementen durch­aus über­zeu­gen. Mit dem Debüt­al­bum "Malu" könn­te nun end­lich der Sprung aus dem eige­nen Mikro­kos­mos gelin­gen.

Denn bereits die ers­ten der ins­ge­samt zwölf Anspiel­sta­tio­nen zei­gen: Die bei­den in Ber­lin ansäs­si­gen Musi­ker haben ihren Sound stets wei­ter­ent­wi­ckelt und per­fek­tio­niert. So heißt es zum Bei­spiel: "Das hier ist ein Ort, an dem du frei sein kannst", was durch­aus auf das Album selbst zu bezie­hen ist. Hier kann man völ­lig frei den elek­tro­ni­schen Tönen lau­schen, sich von Tom Tha­lers sanf­ter Stim­me hyp­no­ti­sie­ren las­sen oder gespannt auf sei­ne Tex­te ach­ten. Denn so seicht er die Parts auch vor­trägt, weiß er durch­aus Geschich­ten zu erzäh­len. Vom Leben in einer Bezie­hung, obwohl er den gan­zen Pär­chen­kram anfangs am liebs­ten "skip­pen" woll­te. Von der Tat­sa­che, dass Tom für alles, was er tut, gefühlt "100 Jah­re" braucht. Oder auch von kri­ti­sche­ren The­men – etwa, dass du den Rat­schlä­gen, die dir "dei­ne Mama" gibt, nicht ewig blind gehor­chen soll­test. Getra­gen wer­den die­se Sto­ries von Basils Beats, die mit ihren House-​Anleihen und äußerst ent­spann­ten Klän­gen eine eben­so ange­neh­me Grund­stim­mung auf­bau­en. Ob er mit einer Tüte Kron­kor­ken oder mit Sam­ples aus Por­nos einen Beat baut: Am Ende nickt man auto­ma­tisch mit.

"Malu" bedeu­tet laut den bei­den Künst­lern so viel wie "Demut". Genau die­ses Gefühl ver­mit­telt auch ihr Debüt­al­bum – man fühlt sich etwas unbe­deu­tend, wenn man hört, was Tom Tha­ler & Basil für Musik erschaf­fen haben. Natür­lich wird man­chem Hörer die ein oder ande­re Hook etwas zu kit­schig anmu­ten. Und nicht jedem wird der sehr eige­ne Stil des Duos so gut gefal­len wie Rap, den man übli­cher­wei­se hört. Aber es lohnt sich defi­ni­tiv, den bei­den zumin­dest eine Chan­ce zu geben.

(Lukas Päck­ert)