Ufo361 - Ich bin 3 Berliner

Ufo361 – Ich bin 3 Berliner

Gestern nur Geld für ein' Whopper.
Heute bestell' ich mir Lobster.

2016 veröffentlichte Ufo361 die beiden Mixtapes "Ich bin ein Berliner" und "Ich bin 2 Berliner". Nun folgt ein Album, das – man kann es schon erahnen – den Namen "Ich bin 3 Berliner" trägt. Auch die jeweiligen Cover der drei Releases sind bis auf die Farbgebung und den Zahnschmuck nahezu identisch. Da drängt sich ein wenig die Frage auf, ob der Kreuzberger dem Hörer hier mehr bietet als einen bloßen Aufguss seines bisherigen Schaffens.

Die Grundformel der beiden Mixtapes hat sich auch auf Ufos neuem Werk nicht verändert. Nach wie vor funktioniert seine Musik hauptsächlich über Style anstatt über Inhalt oder Technik. Wer Tiefgang oder Silbenzählerei sucht, ist hier an der völlig falschen Adresse. Die Stärke des Mannes mit den Grillz liegt darin, ungefiltert und unverkopft Musik zu machen, die nicht mehr will als einen in ihren Bann zu ziehen. Man braucht den Lifestyle zwischen Straße, Luxus und Drogenkonsum nicht zu teilen, um sich von der Atmosphäre des Albums mitreißen zu lassen. Trotz der Konstanten in Ufos Schaffen gibt es auf "Ich bin 3 Berliner" einige neue Facetten. So hat er selbst an allen Ecken noch eine Schippe auf seinen ignoranten, rohen Style draufgelegt. Zudem ist es keine Selbstverständlichkeit, Künstler wie Xatar oder Gzuz auf Trapbeats zu packen. Besonders im Falle des Hamburgers funktioniert das hervorragend. So werden selbst die Adlibs seiner brachialen Gaststrophe auf "Für die Gang" zu grandiosen Highlights. Bei der Spieldauer von rund eineinhalb Stunden hätte man dennoch den ein oder anderen schwächeren Anspielpunkt streichen können. Dies ist bei den vielen starken Tracks, wie dem bereits erwähnten "Für die Gang", dem stoischen Banger "Mister T" oder "110" mit Sido, allerdings verkraftbar.

Auf stimmungsvollen Produktionen von Leuten wie Nisi On The Track oder den Broke Boys beweist Ufo361, dass er alles andere als eine Eintagsfliege ist, die auf den omnipräsenten Trap-Zug aufspringt. Da verzeiht man ihm auch die etwas unkreative Aufmachung und die leicht überladene Tracklist.

(Steffen Bauer)