MC Bomber – P-​Berg Battletape 4

Fragst nach Rap­per X, ich hab' die Songs nicht gehört.
Wer nicht MC B pumpt, hat den Gong nicht gehört.

"Der wüs­te Beschimp­fungs­rap" – so beschreibt MC Bom­ber den vier­ten Teil sei­ner "P-​Berg Battletape"-Reihe im dazu­ge­hö­ri­gen Intro. Der Künst­ler selbst ist zwar Teil des gro­ßen Deutschrap­kos­mos, er lässt sich dar­in aber irgend­wie doch nicht so wirk­lich ein­ord­nen. Genau­so ver­hält es sich auch mit dem "Batt­letape 4", wel­ches ganz klar ein Sequel ist, sich dann aber doch von den drei Vor­gän­gern unter­schei­det. Wor­in genau die­se Unter­schie­de bestehen und ob sie sich auf das Gesamt­werk aus­wir­ken, ergibt sich nach dem Hören.

Bom­ber selbst ist schon ein wan­deln­des Para­do­xon: Pro­to­typ des Unter­grund­rap­pers, mit dem Debüt-​Album auf Platz 7 der Charts. Sein Flow und Sound könn­ten kaum old­schoo­li­ger sein, trotz­dem sind die ers­ten musi­ka­li­schen Lebens­zei­chen gera­de mal drei Jah­re alt. Ähn­li­ches trifft auf das jüngs­te Release zu. Einer­seits ist es zwar Fort­set­zung der Rei­he, ande­rer­seits auch der ers­te Teil, der käuf­lich zu erwer­ben ist. Ein Vor­wurf ist das nicht, denn gera­de nach dem Schritt zum Berufs­mu­si­ker ist ein Werk so ganz für umme kaum noch mach­bar – und durch Strea­ming­diens­te ja den­noch rela­tiv kos­ten­frei zu hören. Außer­dem bleibt sich Bom­ber treu, was den Rest angeht. Das "P-​Berg Batt­letape 4" bie­tet ein wun­der­schön schreck­li­ches, pen-&-pixeliges Cover, bret­ter­har­ten Old­school­sound und Inhal­te zwi­schen "grenz­wer­tig" und "weit dar­über hin­aus". Ob er sich mit Rok­ko Wei­ßen­see durch den "Dreck" wühlt oder in der "Sau­na" urplötz­lich eine "Pren­zel­ber­ger Fick­pa­ra­de" statt­fin­det: Über knar­zen­de Bäs­se und das Vinyl­k­nis­tern von Pro­du­zen­ten wie Mec­sTre­em rappt Bom­ber wie eh und je von The­men hart an der Gren­ze des guten Geschmacks. Für die einen ist es genau das, was sei­ne Musik so ein­zig­ar­tig macht, für die ande­ren zeigt sich dar­in sei­ne frag­wür­di­ge Ein­tö­nig­keit. So ist der P-​Berger auch in Sachen Reso­nanz eben ein­fach nicht ein­zu­ord­nen.

Ob nun Free Down­load oder nicht, tut weder dem Künst­ler noch der Tape­rei­he wirk­lich Abbruch. MC Bom­ber bleibt sich eben­so treu wie das "P-​Berg Batt­letape 4" sei­nen Vor­gän­gern. Somit lie­fert der Ber­li­ner letzt­lich genau das, was Fans und Hörer erwar­ten: wüs­ten Beschimp­fungs­rap.

(Dani­el Fersch)

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(Ama­zon mp3)

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