Ferenc The Ji

Kaum eine Szene hier­zu­lande scheint so fa­cet­ten­reich zu sein wie die Deutschrapszene. Während es be­reits jetzt schon fast un­mög­lich er­scheint, je­den ein­zel­nen, eta­blier­ten Vertreter zu ken­nen, steigt die Zahl neuer, noch un­be­kann­ter Künstler ex­po­nen­ti­ell wei­ter an. Den Überblick zu be­hal­ten, gleicht ei­ner Herkulesaufgabe: Hat man sich ein Gesicht der HipHop-Hydra ge­merkt, tau­chen schon wie­der min­des­tens zwei neue auf. Gleichzeitig ist es für un­be­kannte, junge Talente über­aus schwer, aus der über­wäl­ti­gen­den Masse an Musikern her­aus­zu­tre­ten und sich ei­nen Namen zu ma­chen.

Beiden Seiten soll un­ser Mic Check eine Hilfestellung bie­ten. Rappern, die bis­her noch in den Tiefen des Untergrunds un­ter­ge­gan­gen sind, eine Plattform ge­ben, auf der sie sich kurz, aber prä­gnant prä­sen­tie­ren kön­nen. Und Hörern und Fans er­mög­li­chen, sich ei­nen schnel­len Überblick über nen­nens­werte Künstler zu ver­schaf­fen, die sie bis­her viel­leicht noch gar nicht auf dem Schirm hat­ten.

 

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MZEE.com: Über dein aktuelles Album "Dieser Ferenc Jetzt" sagst du, dass es von den Texten bis zu den Beats exakt so ist, wie du es haben wolltest. Wie wichtig ist dir dabei, dass die Leute den Inhalt deiner Texte auch tatsächlich so verstehen, wie du ihn meinst?

Ferenc The Ji: Jeder soll das Album interpretieren, wie er möchte. Die Leute, die es hören, werden die Schlüsse ziehen, welche sie ziehen müssen. Es wird für jeden etwas anderes sein. Das Album beschreibt die Gefühlswelt eines Menschen, mit dem sich nur wenige identifizieren können. Zu erwarten, dass jeder dieses Album versteht, ist wie zu erwarten, dass jeder einen Picasso oder dergleichen versteht.

MZEE.com: Vor Kurzem hast du in einem Interview erzählt, dass du konstant an deinen Tracks arbeitest. Wie sieht bei dir die Herangehensweise aus, wenn du einen Track recordest?

Ferenc The Ji: Musik spielt wirklich schon mein ganzes Leben lang eine große Rolle für mich. Ich spiele Gitarre und singe, seitdem ich sechs Jahre alt bin. Dazu habe ich irgendwann mal mit dem Produzieren und Rappen begonnen. Ich schreibe täglich Verses, auch wenn nicht alle ganz fertig werden. Je nach Track recorde ich entweder alleine zu Hause, weil da der Vibe einfach am besten ist, oder im Studio, wenn die Aufnahme etwas schöner werden soll.

MZEE.com: Das Cover deines Albums "Dieser Ferenc Jetzt" zeigt dich live auf der Bühne, wie du gerade mit der Glo Up Dinero Gang schon vielfach zu sehen warst. Gibt es da ein besonders einprägsames oder absurdes Erlebnis, dass du bei einem Konzert erlebt hast?

Ferenc The Ji: Es gibt tausend absurde Geschichten, for real. Die Touren mit Beezy und der GUDG waren wahrscheinlich die lustigsten Zeiten meines Lebens. Da war alles dabei, richtiger Rockstar-Shit. Von Hotel Suite auseinandernehmen bis hin zu Verhaftungen und Polizei-Einsätzen. Eine funny Story war auf jeden die, bei der ich mit Hustensaft Jüngling und Medi Manni vom Flughafen zu einer Show gefahren bin. Mitten auf der Straße halten wir an, weil ich etwas aus dem Kofferraum holen wollte. Also blieb unser Fahrer stehen und ich: hop out. Husten mit seiner Luftdruckpistole hinterher und wir faken so einen Überfall. Husten zieht mich mit Waffe am Kopf in den Wagen. Wenig später haben wir eine Anzeige bekommen und so weiter und so fort.

MZEE.com: Wegen deiner engen Verbindung zur GUDG wirst du meist direkt mit ihrer Musik in Verbindung gebracht. Wenn du selbst aber einen deiner Tracks wählen müsstest, um deine Musik zu präsentieren, welcher wäre das?

Ferenc The Ji: Ich finde, meine Musik spricht generell für sich. Vorzeigetracks wären zum Beispiel beide Teile von "Dieser Ferenc Jetzt" sowie die ganze "RESET"-EP. Das neue Album ist aber generell etwas ganz Neues und hat einen eigenen Sound.

MZEE.com: Welchen Track eines anderen Künstlers hättest du gern selbst gerappt?

Ferenc The Ji: Keinen.

 

Ein Exclu­sive von Ferenc The Ji könnt Ihr Euch ab so­fort auf dem YouTube-Channel von MZEE.com an­hören:

 

Ferenc The Ji auf Facebook

(Daniel Fersch & Lukas Päckert)
(Grafiken von Puffy Punchlines, Logo von KL52)

 

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