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Snew

Kaum eine Szene hier­zu­lande scheint so facet­ten­reich zu sein wie die Deutschrap­szene. Wäh­rend es be­reits jetzt schon fast unmög­lich er­scheint, je­den ein­zel­nen, eta­blier­ten Ver­tre­ter zu ken­nen, steigt die Zahl neuer, noch unbe­kann­ter Künst­ler expo­nen­ti­ell wei­ter an. Den Über­blick zu behal­ten, gleicht ei­ner Her­ku­les­auf­gabe: Hat man sich ein Gesicht der HipHop-​Hydra ge­merkt, tau­chen schon wie­der min­des­tens zwei neue auf. Gleich­zei­tig ist es für unbe­kannte, junge Talente über­aus schwer, aus der über­wäl­ti­gen­den Masse an Musi­kern her­aus­zu­tre­ten und sich ei­nen Namen zu ma­chen.

Bei­den Sei­ten soll un­ser Mic Check eine Hil­fe­stel­lung bie­ten. Rap­pern, die bis­her noch in den Tie­fen des Unter­grunds unter­ge­gan­gen sind, eine Platt­form ge­ben, auf der sie sich kurz, aber prä­gnant prä­sen­tie­ren kön­nen. Und Hörern und Fans ermög­li­chen, sich ei­nen schnel­len Über­blick über nen­nens­werte Künst­ler zu ver­schaf­fen, die sie bis­her viel­leicht noch gar nicht auf dem Schirm hat­ten.

 

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MZEE​.com: Wann und wie bist du HipHop zum ers­ten Mal be­geg­net?

Snew: Das war so um die Jahrtausendwende rum, als plötz­lich die Hälfte der Klasse we­gen "Bambule" und "Deluxe Soundsystem" an­ge­fan­gen hat, Rap zu hö­ren. Ich weiß noch, dass ich da vor al­lem von den Beats krass fas­zi­niert war. Ich wollte die Snares un­be­dingt ge­nauso cool hin­krie­gen wie in die­sem Spezializtz-​Song, der in ir­gend­ei­ner Werbung lief. Tatsächlich hat's aber meh­rere Monate ge­dau­ert, bis ich über­haupt ka­piert hab', dass die ei­gent­lich im­mer nur auf die Zwei und Vier kom­men soll­ten. Hab' dann im­mer flei­ßig vor der PlayStation ge­ses­sen und Beats ge­baut. Das Texteschreiben wie­derum ging erst so rich­tig los, als ich mit Crusoe zu­sam­men an­ge­fan­gen hab', Musik zu ma­chen.

MZEE​.com: Welche ist in dei­nen Augen die be­ste Line ei­nes an­de­ren Rappers, die je­mals ge­schrie­ben wurde?

Snew: Gibt ja zum Glück nicht so viele Lines. Meine Lieblingsstrophe ist auf je­den Fall von Savas aus "Gib auf". Die ist über­krass. Generell hat der ja 'ne Menge wit­zi­ger Lines ge­habt da­mals. So wie "Du denkst, du kannst mich zer­fi­cken, aber nicht", wor­aus dann ja auch ein eou-​Song ent­stan­den ist. Dass es ei­gent­lich heißt "Du denkst, du kannst mich zer­fi­cken, aber nix", macht's ei­gent­lich nur umso wit­zi­ger. Ach ja, und vom K.I.Z-Leak: "Sie nen­nen mich Dr. Drosselbart, mein Hypnoseblick macht die Fotze hart".

MZEE​.com: Welches ist dein per­sön­li­cher Lieblingstrack von dir selbst?

Snew: "Immer wei­ter". Der mag in man­chen Ohren viel­leicht sehr sim­pel klin­gen, aber ich finde es we­sent­lich schwie­ri­ger, mit we­ni­gen Worten et­was aus­zu­drü­cken, als wenn man da­für mit drei Sechzehnern quasi alle Zeit der Welt hat. Außerdem hört man so ober­fläch­lich, glaube ich, nicht raus, wie per­sön­lich der Track ei­gent­lich ist, es sei denn, man kennt das Gefühl, das ich da be­schreibe. Das ist cool, weil so be­müht "de­epe" und be­deu­tungs­schwan­gere Songs in al­ler Regel rich­tig furcht­bar sind.

MZEE​.com: Was sind deine Ziele mit der Musik?

Snew: Früher wollte ich, wie ver­mut­lich je­der, noch den gro­ßen Durchbruch schaf­fen und "im­mer­nochso" und "KID LIFE CRISIS" wa­ren ja de­fi­ni­tiv ein Schritt in die rich­tige Richtung. Ich hab' aber ge­merkt, dass ich Musik nicht Vollzeit ma­chen kann, ohne dass mir der Spaß an der Sache flö­ten geht. Das war dann schon ein biss­chen un­an­ge­nehm, da­her auch die zwei Jahre Pause, in de­nen bis auf eine Handvoll sehr mit­tel­mä­ßi­ger Beats auch nichts raus­ge­kom­men ist. Mit der "Frank Drebin"-EP kam der Spaß dann wie­der zu­rück und jetzt mach' ich ein­fach im­mer was, wenn ich Bock habe. Und wenn da­zwi­schen mal ein paar Monate lie­gen, ist das auch Latte. Ich bin wie ein sehr un­pro­duk­ti­ver freier Mitarbeiter, das ist 'n ziem­li­cher Luxus.

MZEE​.com: Was woll­test du als Kind mal wer­den?

Snew: Ich be­wun­dere so Leute, die seit ih­rer Kindheit wis­sen, was sie spä­ter mal wer­den wol­len und das dann so­gar noch wer­den. Ich ge­höre de­fi­ni­tiv nicht dazu. Aktuell ma­che ich 'ne Ausbildung zum Logopäden – als Kind wusste ich nicht mal, was das ist. Andererseits hätte ich auch nie ge­dacht, dass ich ir­gend­wann mal Geld ver­die­nen würde mit Musik. Es ist ver­rückt, wie sehr man als Erwachsener Dinge als nichts Besonderes und selbst­ver­ständ­lich an­sieht, von de­nen man als Kind to­tal ge­flasht ge­we­sen wäre. Aber ich komm' vom Thema ab … Als Kind wollte ich spä­ter auf je­den Fall was ohne Mathe ma­chen – und das hat ge­klappt!

 

Ein Exclu­sive von Snew könnt Ihr Euch ab so­fort auf dem MZEE.com-YouTube-Channel an­hören:

 

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(Florian Peking & Daniel Fersch)
(Grafiken von Daily Puffy Punchlines, Logo von KL52)