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Die Orsons – What's Goes?

Was ist denn mein Statement zu an­de­ren deut­schen Rappern?
Eure Beats ha­ben Bass, un­se­re Beats ha­ben bes­ser.

Wenn man den Orsons ei­ne Sache nicht vor­wer­fen kann, dann feh­len­der Ideenreichtum. Das weiß man spä­tes­tens, wenn ge­gen Ende ei­ner rund 75-​minütigen Irrfahrt auch no­ch ein Jumpstyle-​Track das Gesamtkonzept sprengt …

"Konzept" sei hier sehr be­wusst in Anführungszeichen ge­setzt, denn das ist das Einzige, was man von der schwä­bi­schen Rap-​Truppe wohl nicht er­war­ten kann. Lediglich Tuas mu­si­ka­li­sche Untermalung, die si­ch wie­der durch ih­re ein­ma­li­ge Leichtigkeit in der hie­si­gen Rap-​Szene aus­zeich­net, zieht ei­nen ro­ten Faden durch das Album. "What's Goes?" ist nicht nur ti­tel­ge­bend, son­dern auch die Frage, die man si­ch nach dem ers­ten Hördurchgang stel­len muss. Da folgt auf Tuas Solotrack "Seitdem", wo es "MDMA"-ähnlich um ei­ne ver­gan­ge­ne (Drogen-)Liebe geht, spon­tan ei­ne Hymne auf öf­fent­li­che Klos. So zu­sam­men­hang­los das klin­gen mag, so ner­vig ist es auch auf Dauer. Denn spä­tes­tens beim zwei­ten Hören be­merkt man Probleme, die ei­nem, der Überforderung beim ers­ten Mal ge­schul­det, nicht auf­ge­fal­len sind. Die Welten zum Beispiel, die rein rapt­ech­ni­sch be­trach­tet zwi­schen den ein­zel­nen Crew-​Mitgliedern lie­gen. Dass "What's Goes?" an ei­nem vor­bei­läuft, oh­ne auch nur ei­nen ein­zi­gen Moment lang wirk­li­ch zu fes­seln.

Schade ei­gent­li­ch, merkt man der liebevoll-​durchdachten Instrumentierung doch an, dass ei­ne Menge Arbeit drin­steckt. Viele Details wie die Stimme von Tuas Tochter auf "Ventilator", von Biene Willi auf "Papa Willi und der Zeitgeist" oder von Maxim auf "Lass uns chil­len" brin­gen ge­n­au den Effekt, auf den die Orsons wohl ab­ge­zielt ha­ben: Mit ei­nem Gute Laune-​Album ein Lächeln auf die Lippen zu zau­bern. Zumindest hin­ter die­ses Ziel kann man mit Fug und Recht ei­nen Haken set­zen.

(Sven Aumiller)

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