Adventskalender: Türchen #8 Maximilian Schneider-​Ludorff & Hanez341

Wie­der neigt sich ein lan­ges und ereig­nis­rei­ches Jahr – auch für deut­schen Rap – dem Ende ent­ge­gen. Um die­ses gebüh­rend abzu­schlie­ßen, prä­sen­tie­ren wir Euch unse­ren MZEE​.com Jah­res­rück­blick in Form eines Advents­ka­len­ders. Zwi­schen dem 1. Dezem­ber und Hei­lig­abend war­ten somit 24 Tür­chen auf Euch, hin­ter denen sich ins­ge­samt knapp 50 Inter­views ver­ste­cken: Neben Rap­pern und Pro­du­zen­ten las­sen auch Jour­na­lis­ten und Ver­an­stal­ter bei uns das ver­gan­ge­ne Jahr Revue pas­sie­ren, indem sie auf fünf Fra­gen zum Jah­res­en­de Rede und Ant­wort ste­hen. Dar­aus ergibt sich ein bun­tes Mosa­ik, das Euch die High­lights aus 2016 noch ein­mal aus unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven erle­ben lässt. Wir wün­schen Euch viel Spaß beim Lesen, eine schö­ne Weih­nachts­zeit und ein fro­hes Fest mit Euren Liebs­ten!

Eure MZEE​.com Redak­ti­on

 

max-tapefabrik_fotor

Maxi­mi­li­an Schneider-​Ludorff von der Tape­fa­brik

MZEE​.com: Ob alte Hasen oder New­co­mer: Was prägt ein Jahr mehr als neue Relea­ses? Des­halb wüss­ten wir zu Beginn ger­ne dei­ne per­sön­li­che Top 3 der 2016 erschie­ne­nen Deutschrap-​Platten.

Maxi­mi­li­an Schneider-​Ludorff: "Bis das Leben applau­diert" von Azu­demSK, "R.I.F.F.A." Von T9 und "Sta­te of Fla­vour 2" von Sen­de­mast.

MZEE​.com: Wer­den wir ein wenig klein­tei­li­ger, von Alben hin zu Tracks: Wer hat die­ses Jahr die bes­te Line in einem deut­schen Rap­song gebracht und wel­che war das?

Maxi­mi­li­an Schneider-​Ludorff: "Kein Flücht­ling kommt in mei­ne Stadt – ich fühl' mich end­lich wie­der sicher dank Fron­tex und Absz­trakkt", von Fato­ni aus dem "Making-​of" der Splash!-Mag Cypher.

MZEE​.com: Kom­men wir zu dem, was vor einem Jahr noch nicht abseh­bar war: Was hat dich in Bezug auf deut­schen Rap im ver­gan­ge­nen Jahr so rich­tig posi­tiv über­rascht?

Maxi­mi­li­an Schneider-​Ludorff: Das ist nicht direkt Rap-​bezogen, aber ich freue mich sehr dar­über, wie sich auch in die­sem Jahr die Beatmaker-​Szene ana­log zur Rapland­schaft wei­ter auf­baut. In jeder zwei­ten deut­schen Stadt gibt es schö­ne und lang­sam auch erfolg­rei­che Beat­ver­an­stal­tun­gen … und auch immer mehr wirk­lich gute Relea­ses in dem Bereich. Schön, dass auch die­ser Aspekt der Musik neben den Vocals wie­der im Fokus steht.

MZEE​.com: Und im Gegen­teil: Was war in die­sem Deutschrap-​Jahr so rich­tig unnö­tig? War­um?

Maxi­mi­li­an Schneider-​Ludorff: Das irgend­wer MaKss Dama­ge ernst­haft als Teil der deut­schen Rap­sze­ne sieht, er als sol­cher ein Inter­view hal­ten darf und wir dann inner­halb der Sze­ne auch noch so dar­über dis­ku­tie­ren, als könn­te es gar kein Pro­blem geben, weil das in der HipHop-​Szene ja per se schon nicht mög­lich sei. Im glei­chen Kon­text ist es schlecht, dass sich so weni­ge Künst­ler klar posi­tio­nie­ren.

MZEE​.com: Zu guter Letzt darfst du hier noch heim­lich, still und lei­se jeman­den aus­zeich­nen: Wel­che Per­sön­lich­keit der deut­schen Rap­sze­ne – ganz gleich, ob Rap­per, Pro­du­zent, Mana­ger oder Jour­na­list – hat in die­sem Jahr beson­ders durch eine Leis­tung geglänzt oder konn­te her­vor­ste­chen? Womit und war­um?

Maxi­mi­li­an Schneider-​Ludorff: Micha­el Münch, der als Regis­seur und Pro­du­zent mit "Wenn der Vor­hang fällt" einen der für mich per­sön­lich schöns­ten HipHop-​Filme aller Zei­ten gelie­fert hat. Sub­jek­tiv durch die Augen der alten Hel­den bekommt man einen neu­en Blick auf eine Geschich­te, deren Teil man war oder zu der man sich zumin­dest zuge­hö­rig fühlt. Groß­ar­ti­ges Werk, dass sicher­lich nie die all­ge­mei­ne Bedeu­tung fin­den wird, die es für vie­le Zuschau­er wohl hat­te.

 

hannes

Hanez341 von der Tape­fa­brik

MZEE​.com: Ob alte Hasen oder New­co­mer: Was prägt ein Jahr mehr als neue Relea­ses? Des­halb wüss­ten wir zu Beginn ger­ne dei­ne per­sön­li­che Top 3 der 2016 erschie­ne­nen Deutschrap-​Platten.

Hanez341: SSI­Os "0,9", Kara­te Andis "Tur­bo" und Omik K.s "Kar­ma".

MZEE​.com: Wer­den wir ein wenig klein­tei­li­ger, von Alben hin zu Tracks: Wer hat die­ses Jahr die bes­te Line in einem deut­schen Rap­song gebracht und wel­che war das?

Hanez341: "Wes­halb ich Men­schen nicht mag? Abge­pack­te Wurst, designt zur Welt­meis­ter­schaft", von Audio88.

MZEE​.com: Kom­men wir zu dem, was vor einem Jahr noch nicht abseh­bar war: Was hat dich in Bezug auf deut­schen Rap im ver­gan­ge­nen Jahr so rich­tig posi­tiv über­rascht?

Hanez341: MC Bogy bei TV Stras­sen­sound.

MZEE​.com: Und im Gegen­teil: Was war in die­sem Deutschrap-​Jahr so rich­tig unnö­tig? War­um?

Hanez341: Die­ser ehe­mals sta­li­nis­ti­sche, nun natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Sprech­sän­ger. Stich­wort "cul­tu­ral appro­pria­ti­on". Ist vor­her schon im Hard­core pas­siert und ist schwer los­zu­wer­den, wenn man nicht klar Posi­ti­on bezieht.

MZEE​.com: Zu guter Letzt darfst du hier noch heim­lich, still und lei­se jeman­den aus­zeich­nen: Wel­che Per­sön­lich­keit der deut­schen Rap­sze­ne – ganz gleich, ob Rap­per, Pro­du­zent, Mana­ger oder Jour­na­list – hat in die­sem Jahr beson­ders durch eine Leis­tung geglänzt oder konn­te her­vor­ste­chen? Womit und war­um?

Hanez341: Max und das Tapefabrik-​Team fürs Durch­hal­ten.

(Flo­rence Bader)
(Fotos von Tape­fa­brik (Maxi­mi­li­an Schneider-​Ludorff) und (Hanez341))
(Gra­fik von Dani­el Fersch)