Mister Mex – Original

Mister Mex – Original

Jung, reich, afro­deut­sch – wir dür­fen prol­len.

Die Jungs von IMMER.READY lie­fern nach wie vor Output am Fließband. Mit Mister Mex gibt nun ein wei­te­res Mitglied der Supergroup sein Debüt, um ei­nen Schritt aus dem Schatten von Marvin Game und Mauli zu ma­chen. Zu die­sem Zweck er­scheint die EP "Original" auch über Mex' ei­ge­nes Label Feinshmeckaz.

Der Titel des Werks ist in vie­ler­lei Hinsicht Programm. Denn wer das Schaffen der IMMER.READY-Crew ver­folgt, weiß so­wie­so be­reits, dass es den Mitgliedern an Originalität nicht fehlt und ih­re Musik si­ch deut­li­ch vom Rest ab­hebt. Außerdem ver­sucht si­ch Mister Mex selbst so zu zei­gen, wie er leibt und lebt. Das ge­lingt ihm er­staun­li­ch gut, denn auf herr­li­ch prol­li­ge Art und Weise er­klärt er dem Hörer, dass er ein ech­ter OG ist. Mit "Mama" hat si­ch dann al­ler­dings auch ein et­was de­epe­rer Song über die Vermittlung des ei­ge­nen Lebensstils an sei­ne Mutter ein­ge­schli­chen. Dadurch wird der po­si­ti­ve Gesamteindruck von "Original" aber kei­nes­falls ge­schmä­lert. Eher bie­tet der Track ei­ne will­kom­me­ne Abwechslung zwi­schen den gan­zen Ansagen und macht deut­li­ch, dass der Berliner ein "Satansbraten auf ewig" bleibt. Auch tech­ni­sch ge­se­hen hat Mister Mex ei­ni­ges auf dem Kasten. Er lie­fert tol­le Flowpassagen und sei­ne sehr tie­fe Stimme so­wie ein­zig­ar­ti­ge Betonung tra­gen eben­falls zum Hörgenuss bei. Außerdem setzt er sei­nen "Was los?!"-Ausruf so ge­schickt und häu­fig als Adlib ein, dass man ihn be­reits als Markenzeichen be­zeich­nen könn­te. Das ab­so­lu­te Sahnehäubchen der EP bleibt al­ler­dings die im Vorfeld ver­öf­fent­lich­te Single "Fette Ketten", mit der Mex zwei­fels­oh­ne ei­ne re­gel­rech­te Untergrundhymne samt Ohrwurm-​Hook ge­schaf­fen hat.

Auf "Original" be­kommt der Hörer 20 Minuten Material ge­lie­fert, das ein­fach Spaß macht. Ob die Aussagen von Mister Mex über sei­nen ex­zes­si­ven Lebensstil nun stim­men oder nicht, sei zu­nächst ein­mal da­hin­ge­stellt. Aber die Zeilen brin­gen ei­nen auf je­den Fall im­mer wie­der zum Schmunzeln. Das Konzept des Rappers ist klar zu er­ken­nen und geht voll auf. Alles in al­lem ei­ne ab­so­lut ge­lun­ge­ne EP, um si­ch da­mit ei­ner brei­te­ren Masse vor­zu­stel­len.

(Benjamin Borowitza)

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