PASports_ZurueckZumGlueck

PA Sports – Zurück zum Glück

Es gibt gu­te und schlech­te Menschen in je­der Form.
Ursprünglich war die Welt ein un­be­grenz­ter Lebensort.

Authentizität hin oder her, ei­ne ge­wis­se Trennung zwi­schen Kunstfigur und Privatperson fin­det stets statt. Manchmal be­steht die­se nur dar­in, dass man Tracks fei­ert, die Person da­hin­ter je­doch un­sym­pa­thi­sch fin­det. Andersherum kann man aber auch Statements ei­nes Rappers un­ter­stüt­zen, da­bei aber nichts von sei­ner Musik hal­ten. So müs­sen auch Leute, die mit PA Sports nichts an­zu­fan­gen wis­sen, zu­ge­ben, dass er in jüngs­ten Interviews ei­ni­ge sehr wich­ti­ge Aussagen traf. Ein gu­ter Zeitpunkt al­so, si­ch sei­nem neu­es­ten Werk zu wid­men, um zu se­hen, ob PAs Weg ihn nun tat­säch­li­ch "zu­rück zum Glück" führt.

Entsprechend ru­hig und me­lo­di­sch be­ginnt das neue Album des Esseners. Die Gesangshook von Einfach Sinan und ein sanf­ter Pianobeat er­ge­ben ei­nen emo­tio­na­len, selbst­re­flek­tier­ten Einstieg PA Sports'. Und auch vie­le Folgetitel schla­gen in ei­ne ähn­li­che Kerbe – ob nun ge­mein­sam mit KC Rebell über mo­ra­li­sche Implikationen phi­lo­so­phiert wird ("Puste aus") oder aber PAs "un­ge­bo­re­ner Sohn" ein Lied ge­wid­met be­kommt. Tatsächlich scheint der Rapper ei­nen Stil ge­fun­den zu ha­ben, der, wenn teil­wei­se auch et­was thea­tra­li­sch, zu ihm passt und ihm liegt. Ein Dankeschön an die ei­ge­ne Mutter ("Angst") und auch ein Storyteller über ei­nen Jugendlichen, der aus Wut und Verzweiflung Teil ei­ner ter­ro­ris­ti­schen Gruppe wird, über­zeu­gen in­halt­li­ch wie sound­tech­ni­sch. Im Vergleich da­zu wir­ken die Tracks fast stö­rend, in de­nen si­ch der Rapper im "Killer Mode" be­fin­det und frag­wür­di­ge Zeilen wie "Ihr wer­det al­le­samt ge­killt, wie ein Homo im Iran" vom Stapel lässt. So wird nicht nur der son­st sehr stim­mi­ge Fluss des Albums im­mer wie­der durch klei­ne­re Hürden ge­stoppt, son­dern letzt­li­ch auch der all­ge­mei­ne Hörgenuss.

Der Weg "zu­rück zum Glück" scheint no­ch et­was stei­nig, denn ge­ra­de die et­was zu har­ten, ag­gres­si­ven Schritte las­sen PA im­mer wie­der stol­pern. Dabei be­weist der Rapper je­doch auch, dass er durch­aus fä­hig ist, emo­tio­na­le wie durch­dach­te Thementracks zu schaf­fen. Mehr da­von und PA Sports könn­te die lo­bens­wer­ten Aussagen sei­ner pri­va­ten Person auch na­he­zu per­fekt durch sein Schaffen als Künstler re­prä­sen­tie­ren.

(Daniel Fersch)

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