Danju – Stoned ohne Grund

Und sagt irgend­wann mal echt eine 'Nee' …
Sag' ich: 'Baby, ich bin Cro', denn sie ver­wech­seln uns eh.

Spä­tes­tens seit der Hit-​Single "Mei­ne Gang" gemein­sam mit Cro soll­te Dan­ju – ehe­mals DaJuan – jedem in der HipHop-​Szene ein Begriff sein. Nun ver­öf­fent­licht das Chim­pe­ra­tor-Signing nach sei­nen Mix­tapes "Play" (2012) und "Cali" (2014) ein 16 Tracks star­kes Debüt­al­bum. Doch wie schlägt sich der Stutt­gar­ter in den Momen­ten, in denen nicht die Gang im Vor­der­grund steht?

Das Label Chim­pe­ra­tor steht für fri­schen Wind in der HipHop-​Szene und Musik, die den Zeit­geist trifft – auch "Stoned ohne Grund" schlägt in die­se Ker­be. Ein Album, das sich größ­ten­teils durch eine posi­ti­ve Stim­mung aus­zeich­net, die nur durch eini­ge per­sön­li­che und melan­cho­li­sche Tracks unter­bro­chen wird. Dan­ju hat durch sei­ne unver­wech­sel­ba­re Stim­me und lässig-​nuschelnde Aus­spra­che einen Wie­der­erken­nungs­wert, der an Künst­ler wie Future oder A$AP Rocky erin­nert. Vor allem der Ein­satz des Autotune-​Effekts oder die trap­pi­ge Beat­aus­wahl bei eini­gen Tracks unter­streicht den Ver­gleich mit den ame­ri­ka­ni­schen Rap­stars. Doch "Stoned ohne Grund" als rei­nes Trap-​Album abzu­stem­peln wäre zu forsch. Denn nicht nur die­ser Sound beein­flusst das Album, son­dern auch Westcoast-​HipHop und Pop. Sämt­li­che Pro­duk­tio­nen klin­gen abwechs­lungs­reich und modern, sodass kei­ne Lan­ge­wei­le auf­kommt. Dan­jus Igno­ranz zieht sich dabei wie ein roter Faden durch das Release, was er in sei­nem Wahn mit Zei­len wie "Fick die Uni, ich hab' Kilos in ei­nem Miet­fahr­zeug" unter­streicht. Ledig­lich die Raop-​artige Sin­gle "Für Mama" ist ein Dorn im Auge, da die­se aus dem Rah­men fällt und die sons­ti­ge Stim­mung des Albums trübt.

"Stoned ohne Grund" ist ein stel­len­wei­se expe­ri­men­tel­les Werk, wel­ches den Nerv der Zeit jedoch nahe­zu per­fekt trifft. Doch zwi­schen The­men, die sich um Weed und ver­lo­re­ne Lieb­schaf­ten dre­hen, bleibt wenig Platz, Dan­ju wirk­lich ken­nen­zu­ler­nen. Was hän­gen bleibt, ist die recht ober­fläch­li­che, aber wahn­wit­zi­ge Gedan­ken­welt eines Cha­rak­ters mit Braids und dem obli­ga­to­ri­schen Bucket Hat. Zwar ist die läs­si­ge Vor­trags­wei­se viel­leicht nichts für jeder­mann, jedoch bie­tet Dan­ju mit sei­nem musi­ka­li­schen Schaf­fen mehr als nur ein Pro­dukt für erwach­sen gewor­de­ne Cro-​Fans.

(von unse­rem frei­en Mit­ar­bei­ter Jus­tus Jonas)

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(Ama­zon mp3)

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