EstAalbumcover2016

EstA – BestA

Also mach Platz wie bei 'nem Martinshorn!

Drei Jahre sind ins Land ge­gan­gen, seit EstAs Debütalbum "EstAtainment" re­least wur­de – kur­ze Zeit nach sei­nem mitt­ler­wei­le schon wie­der ad ac­ta ge­leg­ten Signing bei der Halunkenbande. Ob es nun an dem da­mals für den Rapper völ­lig an­de­ren Stil oder ei­ner zu knap­pen Produktionszeit lag: Angenommen wur­de die Musik nur sehr durch­wach­sen. Mit dem Nachfolger "BestA", wel­cher über das neue Label Nur! Musik er­scheint, soll si­ch das nun än­dern.

Bei die­sen Anforderungen ist es eher un­güns­tig, wenn mir gleich zu Beginn ei­ni­ge plum­pe Wie-​Vergleiche übel auf­sto­ßen: "Du schreib­st ro­te Zahlen wie wenn Lehrer kor­ri­gie­ren" ("Hallo Fans (Intro)"). Doch es fällt auf, dass die Musik di­rekt pas­send zur Thematik ag­gres­siv ist. Überhaupt ist der Einsatz von li­ve ein­ge­spiel­ten, roughen Gitarren-​Riffs, schnel­len Drums und ab und an elek­tro­ni­schen, ag­gres­si­ven SiNCH–Beats per­fekt für den Stil des Saarbrückers – auch wenn es den Hörer selbst viel­leicht nicht un­be­dingt vom Hocker haut. Ab und an wirkt es ein we­nig zu Pop-​lastig, aber EstA singt schließ­li­ch auch in den meis­ten Hooks sei­ner Tracks. Das zeigt er nach dem et­was mä­ßi­gen Einstieg auch gleich auf "Sex mit der Ex": Nicht un­be­dingt das fes­selnds­te Thema, aber ein durch­dach­tes Konzept, was die­se Anspielstation zu ei­ner der bes­ten des Albums macht. Denn die Battletracks fal­len im­mer wie­der durch die be­reits er­wähn­ten Wie-​Vergleiche ne­ga­tiv auf, wäh­rend die rest­li­chen Titel oft nach Rechtfertigung für ver­gan­ge­ne Fehlentscheidungen klin­gen. Er er­zählt, was er für die Musik auf­ge­ge­ben hat, was er durch­ste­hen mus­s­te – das meis­te da­von geht mir als Hörer ein­fach zum ei­nen Ohr rein und zum an­de­ren wie­der raus. Interessante Ideen wie der Wunsch und die Vorteile, frei­wil­lig in den "Club 27" ein­zu­tre­ten, zün­den da mehr, sind aber eher die Ausnahme. Immerhin be­weist er ei­nen star­ken Stimmeinsatz und man nimmt ihm die Aggressivität oder auch den Frust in den je­wei­li­gen Tracks beim Rappen ab.

Am Ende bleibt so trotz­dem nicht viel hän­gen, im Gegenteil: Man ist ein we­nig ge­nervt von den Inhalten auf "BestA". Man möch­te nicht mehr hö­ren, wie EstA sei­ner gro­ßen Karriere ent­ge­gen­strebt und wor­an er bis­her ge­schei­tert ist. Geschweige denn die zahl­lo­sen Gesangseinlagen, die nur be­dingt zum Mitsingen ani­mie­ren. Natürlich, durch Einschübe von Gute-​Laune-​Hits wie dem Cro-​ähnlichen "Ich muss raus" und dem ei­nen oder an­de­ren Motivations-​Track wirkt das Album an si­ch um ei­ni­ges aus­ge­feil­ter und viel­fäl­ti­ger als sein Vorgänger, das kann man ihm nicht ab­spre­chen. Doch au­ßer sei­nen Fans wird auch das neue Release wohl nur we­ni­gen wei­te­ren Hörern zu­sa­gen.

(Lukas Päckert)

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