Wordsflysh_Provinzruepel

Wordsflysch – Provinzrüpel

Wir von Wordsflysch sind übels­te Provinzrüpel.
Immer auf der Suche nach Ärger, denn wir sind Stinkstiefel.

Man neh­me ei­ne Handvoll Rapper, ge­be ein we­nig Ironie und Sarkasmus hin­zu, mi­sche et­was Anti-​Alles-​Haltung und Drogenkonsum un­ter und schme­cke das Ganze mit ei­ner Messerspitze Ekel oder Wahnsinn ab. Wenngleich das Verhältnis der ein­zel­nen Zutaten stets recht ver­schie­den ist und si­ch die Gruppen da­durch un­ter­schei­den, so könn­te man doch ei­ne gan­ze Reihe von Rapcrews hier­zu­lan­de auf die­ses ein­fa­che Rezept her­un­ter­bre­chen. Doch be­vor der Konsument no­ch auf die Idee kom­men könn­te, dass ihm auch mit der nächs­ten Truppe nur der im­mer glei­che Einheitsbrei auf­ge­tischt wird, folgt nun die Hauptspeise un­ter den Rapcrews: Wordsflysch!

Provinzieller Redneck-​Flavour mit aso­zia­len Texten mag zwar nichts völ­lig Neues sein, def­tig ist der Sound von Mundraub, Zone, Dekzter Fro und Dissythekid aus Erfurt aber al­le­mal. Nicht zu­letzt die düs­te­ren Synthiesounds von Fynn sor­gen für das sat­te Klangbild, das die "Provinzrüpel"-EP aus­macht und si­ch mit fet­tem Bass tief in die Magengrube bohrt. Doch auch der Rap der vier Jungs "haut rein" und prä­sen­tiert si­ch der Szene mit bö­sem Witz und ag­gres­si­ven Battlelines von ei­ner be­son­ders ek­li­gen Seite, denn "Rap ist tot und ab­ge­hang' wie Dolly Busters Brustprothesen". Da be­darf es auch gar kei­ner Gastbeiträge – "der Mob ist da" und das reicht voll­kom­men für ei­ne EP, "wäh­rend Features Whackness nur künst­li­ch ver­län­gern wie Extensions". Und dann, nach knapp 20 Minuten, bleibt nur no­ch "ver­gam­mel­tes Fleisch": "Der Himmel weint, jetzt ist al­les vor­bei. Hart, aber scheiß' drauf – die Party war geil"!

Natürlich äh­neln si­ch deut­sche Rapcrews nicht so sehr, dass man sie al­le in den­sel­ben Topf schmei­ßen kann, den­no­ch ste­chen Wordsflysch mit ih­rer Mischung aus Wut, Würgereiz und Wurstwaren be­son­ders her­aus. Die Gefahr, dass das Image der Vier mit mehr Spielzeit schnell zu aus­ge­lutscht und der Witz zu durch­ge­kaut wir­ken könn­te, be­steht, doch die "Provinzrüpel"-EP löst die­ses Problem mit ih­rer an­ge­neh­men Kürze. Und in der liegt ja be­kannt­li­ch die Wordse.

(Daniel Fersch)