Pilz – Beef

Rap ist nichts für dich. Rap will, dass du stirbst.
Des­halb bin ich hier …

Dies sind die ers­ten Wor­te, die auf "Beef" ertö­nen. Ganz schön weit aus dem Fens­ter lehnt sich der "ein­zig ernst­zu­neh­men­de Female-​Rap-​Act" ("Mei­ne Fans") da direkt zu Anfang sei­nes Debüt­al­bums. Doch nicht mehr und nicht weni­ger will Pilz näm­lich: Jed­we­de Ent­wick­lung seit 2007 igno­rie­ren und da anfan­gen, wo Rap ihrer Mei­nung nach noch gut und nicht erwach­sen oder durch­dacht sein muss­te.

Und so ent­steht "Beef", eine rei­ne Battlerap-​Platte, die an eini­gen Stel­len noch mit The­men­tracks gespickt wur­de. Bei­spiels­wei­se "Bitchmo­ve", in dem sie sich lus­tig macht über die zicki­gen Ange­wohn­hei­ten ihrer Freun­din­nen. Ein etwas zu plum­pes Kon­zept, um wirk­lich auf­zu­ge­hen. Aber zurück zu dem, wofür Pilz eigent­lich da ist: Den Kon­tra­hen­ten mal zei­gen, wo der Ham­mer hängt! Rap­t­ech­nisch weiß die Lübe­cke­rin näm­lich durch­aus zu über­zeu­gen. Vor allem wenn es hek­ti­scher zur Sache geht, klingt das durch­aus soli­de. Nur ist da lei­der die trau­ri­ge Erkennt­nis, dass die rei­ne Stimm­far­be des Fema­le MCs auf Alb­um­län­ge wirk­lich zu nerv­tö­tend wirkt. Dabei wird sie nur von zwei ihrer Fea­ture­gäs­te über­trof­fen, da RepeatPro-​Starter Bee­schwer­den zusätz­lich zum Gequiet­sche nicht ein­mal rap­t­ech­nisch mit­hal­ten kön­nen.

Will man ein­mal von der inhalt­lich feh­len­den Tie­fe und dem aus­ge­lutsch­ten Aus­wei­den von etwai­gen Glücksspiel-, Ghetto- und Frau-​Mann-​Thematiken abse­hen, bekom­men Pilz-Fans durch­aus ein soli­des Battlerap-​Album gebo­ten. Alle ande­ren dürf­te der Klang ihrer Stim­me aber wei­ter­hin abschre­cken. Anhän­ger der Rap­pe­rin soll­ten aller­dings auch dar­auf gefasst sein, dass eini­ge Songs und Lines kom­plett von der "Mise­re EP" von 2013 über­nom­men wur­den. Somit bekommt man also nicht ganz 41 Minu­ten neu­en Sound.

(Sven Aumil­ler)

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(Ama­zon mp3)

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