Umse – Hawaiianischer Schnee

Ich hab' leichtes Spiel, allein der Beat ist schon ein Sommerhit.

Umse hat mal wieder ein Album gemacht. Und wieder hat es nur ein Jahr gedauert, denn es braucht nur vier Dinge für neuen Output: Umse, Deckah, Weed und einige Tage Urlaub. So kommen Fans auch 2015 wieder in den Genuss eines – wenn auch verspäteten – Sommer-Releases aus dem Ruhrpott. Bleibt nur die Frage: Tut diese inzwischen ziemlich kurz gehaltene Produktionszeit der Qualität der Platten gut?

Beattechnisch hat Deckah auf jeden Fall wieder ganze Arbeit geleistet, allein in dieser Hinsicht ist "Hawaiianischer Schnee" ein Hit. Jedes Instrumental glänzt durch seine Samples. Seien es die (meist weiblichen) Vocals, welche Deckah jedes Mal ausgräbt, oder Spuren von Klavieren und Blechblasinstrumenten, die jedem Track den nötigen Soul verleihen – ohne diesen einmaligen Sound kann man sich die Releases von Christoph Umbeck eigentlich gar nicht mehr vorstellen. Und auch er zeigt mal wieder, was er technisch alles drauf hat. "Leicht zu benennen durch den Style und den Slang", wie er selbst schon auf "Wer du bist" rappt. Es gibt also unter anderem wieder gewohnt lange Reimketten, für die der Hörer aber nach wie vor den ein oder anderen Zweckreim in Kauf nehmen muss. Glücklicherweise gibt es dafür inhaltlich wieder einige Perlen. So zum Beispiel "Menschen": Obwohl scheinbar jedes zweite Wort "Mensch" ist, beleuchtet der Track nicht nur, wer wir sind und was wir falsch machen, sondern auch, wie es besser ginge. Weitere tiefsinnige Tracks oder auch "Iller denn je" mit einem starken Part von Aphroe wissen ebenso zu überzeugen. Und wem das nicht gefällt, für den sind ja immer noch die klassischen Gute-Laune-Titel wie "Rush Hour" dabei.

Mit "Umse-Sound ist immer groß, doch die Release-Spanne klein" ("Rush Hour") könnte man also die anfangs gestellte Frage beantworten. Deckah und Umse bringen jedes Jahr Musik für den Sommer und leisten sich keine schlechten Tracks – trotz kurzer Zeitspanne zwischen den Alben. Das Problem des Rappers ist nur, dass sich dieser eben doch immer gleiche Sound und auch die unzähligen Rap-über-Rap-Tracks mit der Zeit abnutzen. Um Fans der ersten Stunde bei Laune zu halten, muss also langsam frischer Wind in die Platten des Ruhrpotters kommen. Für alle anderen bleibt "Hawaiianischer Schnee" aber definitiv ein Sommerhit.

(Lukas Päckert)

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