GoldRoger_Raeuberleiter

Gold Roger – Räuberleiter

Du fragst: 'Weißt du über­haupt, wer ich bin?'
Ich sage: 'Digga, weißt du doch selbst nicht!'

Jeder, der die Zeit mit­er­lebte, als RTL2 noch Animes zeigte, dürfte den Namen "Gold Roger" zu­erst mit dem eins­ti­gen Piratenkönig in Verbindung brin­gen. Allerdings gibt es seit ei­nem Jahr noch ei­nen wei­te­ren (MOT-)"König", der den glei­chen Namen trägt und nach der "Sperensken"-EP nun sein ers­tes gro­ßes Release her­aus­ge­bracht hat.

Doch Gold Rogers Musik hat nicht viel mit den span­nen­den Piratenabenteuern des Namensvetters ge­mein­sam. Im Gegenteil: "Räuberleiter" ist ent­spannte Musik für ei­nen war­men Sommerabend im Freien. Und der Inhalt – un­ter an­de­rem Sebastian Goldsteins Leben – ist auch bei Weitem nicht so aben­teu­er­lich. Trotzdem kann er auch mal raue Töne an­schla­gen, wenn es zum Beispiel um die "nei­di­schen Nazis" geht oder er dem Hörer seine ganz ei­gene Weltanschauung dar­legt. Dabei blei­ben die Beats aber meist ru­hig und Sebastians Unterton stets ein iro­ni­scher. Stilistisch pro­biert sich der Dortmunder auf sei­nem Mixtape in je­der Richtung aus: Von tief­grün­dig über au­to­bio­gra­fi­sch bis zum läs­si­gen Freestyle ist al­les da­bei. Und da­bei könnte man mei­nen, je­der Track er­zähle seine ei­gene kleine Geschichte, die mit wei­cher, sym­pa­thi­scher Stimme vor­ge­tra­gen wird. Gold Roger lässt sich in keine Schublade ste­cken, son­dern ist so viel­sei­tig wie die Beatproduzenten sei­nes Mixtapes. Aber die Vorwürfe, "Räuberleiter" wäre doch ei­gent­lich ein Album, sind trotz­dem ge­recht­fer­tigt. Obwohl die Produzenten von A wie Avantgarde bis S wie Suff Daddy ge­hen und der Sound nicht nur Pianoklänge, son­dern auch düs­tere Bass-​Lines be­inhal­tet, ist es am Ende ein Release wie aus ei­nem Guss.

So be­kom­men Fans end­lich das lang er­war­tete große Release, der Maßstab für Mixtapes wird um ei­ni­ges hö­her ge­legt und manch ei­ner wird sich fra­gen, wie Gold Roger da noch­mal eine Schippe drauf­le­gen will. Wenn sein Album er­scheint, wer­den wir ge­nau das hof­fent­lich er­fah­ren.

(Lukas Päckert)

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