Was fasziniert euch an Hip Hop?

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HobbyZicke

Frischling
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Naja, aber gerade dieses Amoralische -gute Reimtechnik, und ein wenig schwarzen Humor natürlich vorrausgesetzt -macht die Musik für mich reizend.
Sicherlich ist die Art von deutschen Rap nicht sehr förderlich für Heranwachsende, aber ich genieße die Musik trotzdem.
Wenn das Rumgeprolle zu flach wird, der Humor fehlt und der Rapper sich sprachlich nicht angemessen ausdrücken kann, dann höre ich ihn mir auch nicht an.
Aber wie gesagt, ich habe natürlich eine andere Auffassung als etwa ein alter HipHopHead der noch mit den 4 Elementen großgeworden ist, oder so ein Gangsterverschnitt mit penetranten Klingelton und Steinchen im Ohr. Soll heißen ich habe weder mit der klassischen Szene noch mit der zweiten Charge Gangsterraphörern viel gemeinsam. Ich würde mich, selbst wenn ich sehr viel deutschen Rap höre nicht als Hip-Hopper bezeichnen. Ich bin eher so der konservative Typ, höre auch andere Musik und lasse mich einfach nur faszinieren und unterhalten.
Ein Mafiafilm wie Scarface oder ein Thriller wie etwa American Psycho verherrlicht auch in gewisser Weise Gewalt, oder irgendwelche B-Movie-Splatter-Komödien und als Zuschauer entwickelt man wie ganz selbstverständlich gewisse Sympatien zu den "Bösewichten".
Problematisch wird es in der Tat dann, wenn Jugendliche die Musik wörtlich nehmen, und sich als Leitfaden für ein gutes Leben Vorbilder wie Bushido und Ko beiseitestellen. Das geht natürlich nach hinten los.
Wenn man das distanzierter betrachtet, dann entsteht ja auch kein negativer Einfluss für die Persönlichkeitsentwicklung.
Wenn einen im Film der Patrick Bateman zum Schmunzeln bringt mit seiner Schneidigkeit, dann zieht man ja auch nicht los und weidet die Damenwelt aus oder verkauft Koks weil Tony Montana so "cool" dargestellt wird.

wow...dazu kann ich nichts mehr beifügen
 

kamalot

Altgedient
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son paar typen in der rhyme-cypher bestimmt

kann aber auch son vorurteil sein. ich geh bei allen schlechten rappern davon aus, das die rumlaufen wie samy. bestätigt sich erstaunlich oft:thumbsup: (nein ich sag nich, dass samy n schlechter rapper is)

ich gammel auch in der RC rum und trage keine baggys :p

@puffbeleuchtung:
sehr guter beitrag... kann leider nich mehr bewerten.
 

Mighty Mahone

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Speziell an der Musik fasziniert mich, bzw. setzt sich für mich ab, dass der Rapper meist direkt von sich selber erzählt. Die moderne Popmusik besteht ja fast nur noch aus Ghostwritern und daraus wird nicht mal ein Hehl gemacht.

Jau, das ist für mich auch einer der wichtigsten Aspekte.
Ich schreib halt bisschen, mehr so für mich, aber schon auch mit dem Anspruch damit mal auf ne Bühne zu gehen, und es in die Menge zu brüllen.
Und das hat halt schon so ein therapierendes Moment, so:
"Okay ich bin vielleicht, ein abgewrackter Typ, und komm mit der absurden Welt um mich herum nicht ganz klar, aber das bin halt ich, und ihr könnt mich alle mal ihr Pisser."

Bin kein HipHop-Historiker aber ich glaube das ist so ein Ding was auch schon lange da mitschwingt,
in der Bronx war es halt vielleicht:
"Ich bin vielleicht ein armer toller Typ ohne Kohle ausm Ghetto, aber ich hab nen Riesenpenis, rock die Party und mach die Chicks klar"

Im Finale von dem 8 Mile Film kommt das ganz gut rüber.
http://www.vidoemo.com/yvideo.php?8-mile-final-battle=&i=UVN6QWIzcWuRpNFViLU0
Hätte fast geweint bei der Szene.:D

Das ganze wurde aber imho bisschen pervertiert dadurch dass man mit dem Scheiss halt (theoretisch) Geld verdienen kann,
so ala:
"Egal ob du ein armer Versager ohne jegliche Fähigkeiten bist,
als Gangsterrapper kannst du es trotzdem schaffen."
 

haschpapi

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also ich trag noch baggys. nich so die krass breiten teile wie vor paar jahren, eher so loose-fit mäig, aber das ist für mich das selbe...bin ich jetz ein schlechter mensch? aber es is mittlerweile so, dass ich mir in engen hosen total dämlich vorkomm, von daher KANN ich garnicht aufhören mit hiphop hören:D
 

sNyDaH

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also ich trag noch baggys. nich so die krass breiten teile wie vor paar jahren, eher so loose-fit mäig, aber das ist für mich das selbe...bin ich jetz ein schlechter mensch? aber es is mittlerweile so, dass ich mir in engen hosen total dämlich vorkomm, von daher KANN ich garnicht aufhören mit hiphop hören:D

nö, ein schlechter mensch bist du ja dadurch nicht, aber man wird ja dann schon oft in dieses typische klischee gedrängt. ^^
 

haschpapi

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nö, ein schlechter mensch bist du ja dadurch nicht, aber man wird ja dann schon oft in dieses typische klischee gedrängt. ^^

ja das ist dann aber nicht mein fehler.

was ist denn das typische klischee? das ich hauptschule bin und mich nicht artikulieren kann ohne mit den händen zu wedeln?
 

HobbyZicke

Frischling
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Das ganze wurde aber imho bisschen pervertiert dadurch dass man mit dem Scheiss halt (theoretisch) Geld verdienen kann,
so ala:
"Egal ob du ein armer Versager ohne jegliche Fähigkeiten bist,
als Gangsterrapper kannst du es trotzdem schaffen."


Ich glaube das ist ein ganz großer Punkt mit dem Profit. Das ist irgendwie wohl die Natur des Menschen, egal wo man Geld machen kann, es für sich zu nutzen und manchmal auch nicht auf Verluste zu achten
 

verbalskills

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Ich glaube das ist ein ganz großer Punkt mit dem Profit. Das ist irgendwie wohl die Natur des Menschen, egal wo man Geld machen kann, es für sich zu nutzen und manchmal auch nicht auf Verluste zu achten

mit natur hat das nichts zu tun. das ist das gesicht der heutigen gesellschaft. das wird anerzogen.
 

VorzeigeuserV

Platin Status
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meinst du das jetzt doppelt ironisch oder hast du nich mitgelesen? :D

hab nicht mitgelesen.

ich finde aber diese "wir-gegen-die-gesellschaft-einstellung" von leuten, die sich durch ihre kleidung einer gewissen subkultur zuordnen extrem lächerlich. so etwas ist vielleicht mit 14-17 okay und durchaus sinnvoll, aber mal ganz ehrlich: wenn ein 22jähriger vollzeit-hip-hopper in schlabberhosen und zu den schuhen farblich abgestimmtem cap keine arbeit kriegt oder für dumm gehalten wird, dann liegt es meistens daran, dass er sich einfach dumm gibt. mit der kleidungswahl hat es reichlich wenig zu tun.
 

FifthAce1

Babo
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zu meinen hörgewohnheiten: also ich hör mehr amizeugs als deutschen hiphop, wobei ich echt fast jede woche einer oder mehrere CDs kaufe. meistens isses hip hop, manchma was ganz anderes usw. jedenfalls hab ich mit der englischen sprache keine schwierigkeiten. ich höre aber sachen auf anderen sprachen. alles, was mich i-wie anspricht, is für mich i-wie relevant.
ich finde es generell gut, wenn in D auch mehr über deutschen rap gesprochen wird und er etwas öfter gehört wird als die amisachen. dass die deutsche szene sich mit sich selbst beschäftigt is sehr vorteilhaft. aber ich kanns echt nich verstehen, wenn man, sagen wir ma, locker zu mindestens 75-80 % deutsche sachen hört. manche gehen so weit und hören außerhalb von D nur die absolut bekanntesten wie eminem oder 50 cent, das finde ich schon arg merkwürdig.
ich hab mir englisch größtenteils selber beigebracht und bereu es nich. es lohnt sich auf jeden fall und wenn man was lernen will, dann tut man das auch.
an sich is mein geschmack im hip hop breit gefächert. ich hör so ziemlich was aus jeder richtung, die es da in der hip hop-musik gibt, manches mehr, manches weniger.

was die protzigen oder die gangsterrapper angeht, muss man vorsichtig sein. auf den zweiten blick steckt da oft mehr dahinter. bei gangsterrap darf man nich die politische sowie die gesellschaft repräsentierende ebene vergessen, die da immer drin steckt, egal, ob der gangsterrapper x das jetz eher absichtlich macht oder nicht. hip hop spiegelt die gesellschaft in vielerlei hinsicht wieder. zudem kam in den letzten jahren der faktor der unterhaltung hinzu. authentizität und entertainment gehen oft hand in hand oder sind unterschiedlich gewichtet in ihrer bedeutung.

was die prollrapper angeht, die mit statussymbolen usw. angeben, kann ich sagen, dass dies auch oft einen tieferen sinn hat. um das zu verstehen, muss man sich aber ein stück weit mit der amerikanischen mentalität beschäftigt haben. viele rapper hatten vor ihrem starleben nichts und gerade dies ist der grund, weshalb sie auf ihre statussymbole so stolz sind. sie sahen das, was sie wollten, aber nicht hatten, und dachten sich "ich hol mir das jetz, für eine bessere zukunft für mich und meine familie!"
als europäer kann man das nicht immer nachvollziehen, da wir anders denken. aber dieser gedanke, dass man mit allen mitteln sowie gegen jede regel sich seinen weg bahnen will bis man es aus dem dreck geschafft hat, spielt im hip hop eine große rolle. schmerz spielt auch bei dem ganzen hip hop über dicke autos, dicke ketten und frauen eine rolle, die nur schwe ersichtlich ist. ich kanns im moment auch nich genau erklären, aber ich hoff, dass es jetz einigermaßen nachvollziehbar is, was ich meine.

ich jedenfalls mag vieles an hip hop auch nicht, weil sowohl an manchen akteuren als auch an manchen fans viele dinge stören. aber wenn von außen jemand etwas gegen hip hop oder einen aspekt davon sagt, verteidige ich das alles immer, weil ich weiß, dass fast alles auch seinen sinn hat. man darf sich nicht an oberflächlichkeiten oder klischees aufhängen, man muss sich intensiv mit der materie aussetzen, denn es is echt interessant und lohnt sich einfach.
es ist verdammt schwer, hip hop in seiner vielfalt zu verstehen, selbst ich lerne nach 7 jahren intensiverer beschäftigung immer noch was neues dazu und kann mir vorstellen, wie schwer das erst recht für jemanden sein kann, der wenig bis gar nix damit zu tun hat.

aber es is einfach fast das geilste auf der welt :D

der song hier drückt auf jeden fall sehr viel von dem aus, was ich eig. alles sagen will:

 
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haschpapi

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hab nicht mitgelesen.

ich finde aber diese "wir-gegen-die-gesellschaft-einstellung" von leuten, die sich durch ihre kleidung einer gewissen subkultur zuordnen extrem lächerlich. so etwas ist vielleicht mit 14-17 okay und durchaus sinnvoll, aber mal ganz ehrlich: wenn ein 22jähriger vollzeit-hip-hopper in schlabberhosen und zu den schuhen farblich abgestimmtem cap keine arbeit kriegt oder für dumm gehalten wird, dann liegt es meistens daran, dass er sich einfach dumm gibt. mit der kleidungswahl hat es reichlich wenig zu tun.

zu vorstellungsgesprächen geht eh keiner in baggys und farbkoordinierten accessoires.

edit: wow fifth ace hat hier gleich erstmal nen essay drüber geschrieben.
 

THoR74

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Also jetzt kurz zu den Baggys: Ich bin 26 und ich trage immer noch Baggys und bin deswegen auch noch nie als weniger intelligent eingeschätzt worden als ich bin.
Natürlich sind weite Hosen keine Pflichtmode für jemand der sich in irgendeiner Weise mit HipHop beschäftigt aber muss ich mich jetzt plötzlich schämen weil Lil'Wayne lieber Röhrenjeans trägt?
 

kamalot

Altgedient
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Also jetzt kurz zu den Baggys: Ich bin 26 und ich trage immer noch Baggys und bin deswegen auch noch nie als weniger intelligent eingeschätzt worden als ich bin.
Natürlich sind weite Hosen keine Pflichtmode für jemand der sich in irgendeiner Weise mit HipHop beschäftigt aber muss ich mich jetzt plötzlich schämen weil Lil'Wayne lieber Röhrenjeans trägt?

das muss man sicher nicht. man sollte sich schämen, wenn man nur wegen irgendwelchen spasten ausem fernsehen seinen ganzen kleiderschrank jede saison komplett umkrempelt.
 
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