das Problem ist, daß bereits in vielen Städten festgestellt wurde, daß die Kameraüberwachung nicht zu Reduzierungen von Straftaten führt, sondern bestenfalls zu einer Verdrängung.
Das beste Beispiel liefert zur Zeit HH.
Auf dem Kiez wurden jede Menge Kameras installiert. Einige Bürger setzten sich erfolgreich zur Wehr, weil sie keinen Bock darauf hatten, daß die Polizei durch ihre Fenster gucken kann.
Fakt: Trotz Kameras nahmen die Straftaten zu. Das mag zum einen daran liegen, daß Gewalttäter vor dem Zuschlagen das Gehirn abschalten und andere, die sich durch Kameraüberwachung sicherer fühlen, schneller eine "kesse Lippe" riskieren, weil sie darauf vertrauen, daß die Polizei schnell vor Ort ist.
Jetzt läuft die Polizei vor Ort wieder mehr Streife.
Es wird leider nur vergessen, daß die Kameraaufzeichnungen keine Straftaten verhindern, sondern bestenfalls nachträglich aufklären können,
WENN rechtzeitig Strafantrag gestellt wird. Kommt der zu spät, sind die Aufzeichnungen gelöscht.
Andere Straftäter wissen, wo die Kameras sind und beugen vor. Wie ratlos die Strafverfolger dann sind, konnte man im Film Soko Graffiti sehen, der vom NDR gesendet wurde.
Beweis:
http://www.welt.de/welt_print/article1269206/Videokameras_in_U-Bahn_bringen_keine_Sicherheit.html
Hauptproblem in vielen Fällen ist, daß Politiker irgendwo etwas gehört haben und es in ihrem Wahlkreis durchzusetzen versuchen, um sich einen Namen zu machen. Andere kopieren daas dann und hoffen ebenfalls auf Erfolg, machen sich aber selten sachkundig, ob das Konzept wirklich erfolgreich ist.
Ihr kennt das am Beispiel der Graffitifaltblätter, die von den LKAs wechselseitig übernommen wurden, teilweise sogar durch das Begehen von Urheberrechtsverletzungen.
Vor gut 10 Jahren hatte z.B. Sachsen mal damit geworben Cop4you. Nun feiert Hamburg das als sein Pilot- Projekt, statt mal in Sachsen zu hinterfragen, ob deren Konzept erfolgreich war.
In der Region von Stade regen sich die Bürger extrem auf:
http://www.abendblatt.de/daten/2007/01/04/662876.html
Polizisten stehen ständig im Spannungsfeld der Erwartungen. Politiker zwingen ihnen ihre Ideen auf und da jeder Polizist einen Eid auf die Verfassung geschworen hat, muß er entsprechend handeln.
Wer Probleme mit Rechtsbrechern hat, wünscht sich Polizisten mit Adleraugen und Radar- Ohren, Jugendliche brauchen angeblich gar keine Polizei und Schwerstkriminelle reden davon, daß nur ein toter Polizist ein guter Polizist sei.
Ich fühle mich durch Kameraüberwachung keinen Deut sicherer und bin auch gegen die Überwachung meiner Post und des PCs. Das hat jedoch nicht die Polizei verursacht, sondern die Politiker. Die Polizei hat die unausgegorenen Ideen des Minister Schäuble auszubaden und müssen für ihn den Rammbock spielen.
Ich kann Euch nur ermuntern, geht mal auf
www.abgeordnetenwatch.de, sucht Euch Politiker aus Eurem Wahlkreis und befragt sie mal, warum sie zu derartigen Themen ihre Zustimmung gegeben haben.