Original geschrieben von Sellout
Aus meiner sicht ist eine Vollständige Objektivität auch nicht möglich, den es wäre eine Beobachtung ohne beobachter.....
Sehe ich auch so, objektiv betrachtet, ist alles subjektiv!
Nun meinte mein Chat Partner, man könnte aber etwas Objektiv beschreiben, ohne es dabei zu bewerten.
Beispiel: Einen Text einfach nur betrachten, sagen as man liest, was da drinsteht.....ohne ihn zu bewerten...das wäre Objektiv....
Einen Text zu betrachten oder zu lesen, bedeutet, die Meinung eines anderen anzunehmen und visuell wahrzunehmen. Die eigene Lebenserfahrung spielt uns schon dabei einen Streich und färbt entsprechend unsere Stimme, sollten wir diesen Text vorlesen.
Ich meine: Nein, denn alles was wir wissen um diesen Text zu beschreiben ist genaugenommen ein Subjektives wissen, wir können nicht sagen das es WIRKLICH so ist.......
Da bist Du schon bei der Weitergabe des Textes als Nacherzählung oder Inhaltsangabe.
Du wirst die Dinge wiedergeben, die Dich am meisten beeindruckt haben, im Positven, wie auch im Negativen.
Wir sagen zB. etwas ist grün, weil wir gelernt haben das es grün heisst..........deswegen muss es ja nicht Grün sein....oder???
Das sollte es schon, weil "grün" eine Farbe ist, der Begriff eine bestimmte Symbolhaftigkeit hat.
Anders sind unbestimmte Begriffe, wie "Verunstaltung", "Liebe", "dick" oder "dünn" usw.
Ich gebe zu, das ist auch nur ein Denkmodell.
Denn wir brauchen ja etwas wissen um uns überhaubt mitzuteilen.
Grass ist zB. auch eigentlich für jeden anderen Menschen auf der Welt grün, das ist auch wichtig, sonst könnte man sich ja nie richtig unterhalten, weil es absolut keine übereinstimmung gäbe, also einen Kompromiss, eine gemeinsame Basis.....
Wenn ich einen Ball beschreiben will und sage er ist rund, würdet ihr egnau wissen das ich mit rund den ball meine....denn ein ball ist rund, haben wir gelernt.......
Was Du als Denkmodell bezeichnest, sind Symbole mit festem Wert, die über die Sprache festgelegt sind und daher bestimmte Inhalte symbolisieren.
Diese Symbole sind sprachlich so festgelegt, daß sie international übertragbar und vergleichbar sind, also genormte Symbole.
Wir hatten mal gelernt, es gäbe 3 unterschiedliche Normen:
1. die statistische Norm
2. die natürliche Norm
3. die Idealnorm
die statistische Norm besagt, daß die Mehrzahl der Säuglinge zwischen dem 3. und 5. Lebensmonat beginnen zu zahnen.
Die natürliche Norm besagt, daß jeder Mensch ein Michgebiß von 20 Milchzähnen hat, was durch das bleibende Gebiß, was 32 Zähne hat, ersetzt wird.
Die Idealnorm besagt, daß die Zähne lückenlos, möglichst weiß und gepflegt sein sollen.
Wie wichtig es ist, für bestimmte Dinge einen Begriff zu haben, könnt Ihr schon daran erkennen, was es für Mißverständnisse kurz nach der Wende gab.
Ich hatte mal mitbekommen, wie sich in einem Lokal einer nach dem anderen einen Broiler (hoffentl. richtig geschrieben) bestellt hatte. Neugierig, wie ich war, habe ich gelauert, was das ist. Es gab jedoch "nur Hähnchen". Nach einer Weile hatte ich dann meine Tischnachbarin gefragt, was Broiler sind. Es waren die Hähnchen und wir hatten etwas zu lachen!
Udu