Streik

männliche hoe

ist hier aktiv
Mitglied seit
16 Mai 2005
Beiträge
686
Hobo schrieb:
Deine Argumentation hier spricht Bände. Aber ich bestreite nicht, dass du andere Talente hast



d.hobo

meine argumentation: du kennst mich nicht, also kannst du mir sicher nicht sagen, was ich mir leisten kann und was nicht. desweiteren reagierst du auf meinen sarkasmus todernst, was ich persönlich absolut oberlehrerhaft finde. zufrieden?
 

Sheek

Altgedient
Mitglied seit
13 Juni 2005
Beiträge
4.849
männliche hoe schrieb:
warum sollte ich? ich bin zu was höherem geboren.

Na wozu brauchst du dann noch Schneeschieber und winterdienst, setzt deine Macht ein und zack der Schnee is weg und du kannst aus der Einfahrt raus;)
 

männliche hoe

ist hier aktiv
Mitglied seit
16 Mai 2005
Beiträge
686
Xcite aka Ronin schrieb:
schwanz einziehen...was bringt mir das wenn ich dir jetzt meine politischen vorstellungen sage? richtig...gar nix...

du kritisierst und kritisierst aber sagst in keiner weise, wie man irgendwas besser machen könnte. so haben deine beiträge einfach keine substanz. es ist absolut sinnlos, irgendetwas zu bemängeln, wenn man nicht sagt, wie es besser gemacht werden könnte.
 

Hobo

BANNED
Mitglied seit
11 November 2003
Beiträge
7.227
Intergalactic schrieb:
Hobo, ich finde du solltest deine politische Meinung differenzieren und nicht immer in jeder Hinsicht der Linken zustimmen. Wenn ich lese, dass das dreigliedrige Schulsystem gescheitert sein soll dann lache ich, da es schon durch diverse Studien in Deutschland belegt wurde, dass Schüler an Gesamtschulen durchschnittlich eine schlechtere Bildung vorweisen, als im dreigliedrigen Schlusystem:
Zweifel an der angeblichen Überlegenheit der Gesamtschule sind auch aus anderen Gründen angebracht:

Z.B.: "In einigen (vorwiegend SPD-regierten) Bundesländern Deutschlands wurde in den 70er Jahren in Folge der 68er-Bewegung die IGS eingeführt. Der interne Vergleich der PISA-Ergebnisse in Deutschland zeigt, dass Bundesländer mit Gesamtschule tendenziell schlechter abschneiden, als jene mit differenziertem System und somit das Gesamtergebnis Deutschlands verschlechtern."

.

Die Grünen und die SPD sind wohl nicht links angesiedelt, oder ?;)
Also Sachsen beispielsweise war bei der LänderPisa Studie auf Platz 2. Im Gegensatz zu Bayern ist in Sachsen ( das System ist übrigens fast 1:1 aus der DDR übernommen worden) die Frage nach der sozialen Herkunft bei weitem nicht so verschärft, obwohl es auch Probleme gibt. In Deutschland gibt es andere Faktoren, warum die Gesamtschule schlechter abschneidet. Das Problem ist, dass durch diese unsägliche Kleinstaaterei ( die Föderalismus"reform" hat das nochmal zementiert) kaum ein Konsens gefunden werden kann. Ich kann Statistiken aus dem Ausland holen, die belegen, dass die Gesamtschulen deutlich besser abschneiden. So gesehen belegen deine Statistiken nichts, außer dass die Kleinstaaterei ein Ende haben muss und endlich der Zentralismus in der Bildungspoitik praktiziert werden soll, wenn man vernünftige Politik machen will. Ohne den regionalen Aspekt zu vergessen, versteht sich
Intergalactic schrieb:
Und ohne Leistungsdruck würden viele Schüler eine phlegmatische Grundhaltung in Bezug auf ihre schulische Laufbahn einnehmen
Was soll das denn? Der leistungsdruck ist definitiv zu hoch und viele Schüler kommen damit nicht zurecht. Ging mir genauso, ich hatte in der 5.-7. Klasse größte Probleme unter diesem Druck zu arbeiten ( Das Gymnasium war nebenbei eine sehr sehr schlechte Schule) Ich will nicht sagen dass dies der einzige Aspekt meines Scheitern ausmachste, aber es hatte einen großen Anteil. Zu dumm war ich jedenfalls nicht fürs Gymnasium, was verschiedene Tests belegten.



d.hobo
 

Hobo

BANNED
Mitglied seit
11 November 2003
Beiträge
7.227
männliche hoe schrieb:
meine argumentation: du kennst mich nicht, also kannst du mir sicher nicht sagen, was ich mir leisten kann und was nicht. desweiteren reagierst du auf meinen sarkasmus todernst, was ich persönlich absolut oberlehrerhaft finde. zufrieden?


Sarkasmus? :D Du meinst wohl Halbwahrheiten, Vorurteile, Meinungen, die man am Stammtisch hört. Und ernst reagiere ich darauf nicht, ganz im Gegenteil. Es ist höchst amüsant ;)
Desweiteren bin ich sehr froh, dass ich dich nicht kenne^^

d.hobo
 
Mitglied seit
24 November 2005
Beiträge
317
männliche hoe schrieb:
du kritisierst und kritisierst aber sagst in keiner weise, wie man irgendwas besser machen könnte. so haben deine beiträge einfach keine substanz. es ist absolut sinnlos, irgendetwas zu bemängeln, wenn man nicht sagt, wie es besser gemacht werden könnte.

Ich glaub du kannst echt nich lesen...unglaublich ich hab grad geschrieben:

dass man nichts daran ändern kann das alle menschen die gleichen chancen haben weil nunmal jeder mensch anders ist

das zum beispiel das spanische schulsystem wesentlich sinnvoller ist

also lesen hilft...

ach übrigens...DU BIST DEUTSCHLAND
 

männliche hoe

ist hier aktiv
Mitglied seit
16 Mai 2005
Beiträge
686
Hobo schrieb:
Sarkasmus? :D Du meinst wohl Halbwahrheiten, Vorurteile, Meinungen, die man am Stammtisch hört. Und ernst reagiere ich darauf nicht, ganz im Gegenteil. Es ist höchst amüsant ;)
Desweiteren bin ich sehr froh, dass ich dich nicht kenne^^

d.hobo

nein, ich meine nur diesen spruch von wegen zu was höherem geboren, an dem du dich so furchtbar aufgerieben hast. und dein linkes gesülze von wegen stammtisch und blabla kannst du dir an den hut schmieren

@ xcite: es geht mir eigentlich überhaupt nicht um dieses verfikkte schulsystem. ich will, dass du deine karten auf den tisch legst und sagst, worauf du eigentlich hinaus willst, weil eine solche diskussion ansonsten ziemlich überflüssig ist.

nacht, ich bin draußen.
 

Hobo

BANNED
Mitglied seit
11 November 2003
Beiträge
7.227
männliche hoe schrieb:
nein, ich meine nur diesen spruch von wegen zu was höherem geboren, an dem du dich so furchtbar aufgerieben hast. und dein linkes gesülze von wegen stammtisch und blabla kannst du dir an den hut schmieren



Man kann gerne sagen, dass man sich für intelligenter als andere hält, kein Ding. Nur wenn man auf "Marus Söder Niveau " diskutiert, sollte man lieber schweigen ;)



d.hobo
 
Mitglied seit
24 November 2005
Beiträge
317
männliche hoe schrieb:
@ xcite: es geht mir eigentlich überhaupt nicht um dieses verfikkte schulsystem. ich will, dass du deine karten auf den tisch legst und sagst, worauf du eigentlich hinaus willst, weil eine solche diskussion ansonsten ziemlich überflüssig ist.


ich will drauf hinaus das du nur scheiße laberst...das man von deiner argumentation darauf schließen könnte, das dein vater axel springer heißt...
ich will darauf hinaus, das was sich hier demokratie nennt keine ist....
ich will darauf hinaus das schule dafür da ist um jemanden was beizubringen und nicht jemanden unter notendruck zu setzen...ich will darauf hinaus, das menschen wie du dieses system was sie so geil finden noch mehr kaputt machen....ich will darauf hinaus das die menschheit sowieso nicht mehr zu retten ist....ich will darauf hinaus das ich trotzdem das beste drauß machen werden und mir nich von so spackos wie dir so ne gequirlte scheiße anhörn kann ohne zu kotzen...also wenn du über politische systeme...den eigentlichen sinn der demokraite (ich sag nur Rousseau ) usw. diskutieren willst mach nen thread auf oder lass es aber geh mir nich auf die nüsse
 

Intergalactic

ist hier aktiv
Mitglied seit
21 Januar 2005
Beiträge
513
Hobo schrieb:
Die Grünen und die SPD sind wohl nicht links angesiedelt, oder ?;)
Also Sachsen beispielsweise war bei der LänderPisa Studie auf Platz 2. Im Gegensatz zu Bayern ist in Sachsen ( das System ist übrigens fast 1:1 aus der DDR übernommen worden) die Frage nach der sozialen Herkunft bei weitem nicht so verschärft, obwohl es auch Probleme gibt. In Deutschland gibt es andere Faktoren, warum die Gesamtschule schlechter abschneidet. Das Problem ist, dass durch diese unsägliche Kleinstaaterei ( die Föderalismus"reform" hat das nochmal zementiert) kaum ein Konsens gefunden werden kann. Ich kann Statistiken aus dem Ausland holen, die belegen, dass die Gesamtschulen deutlich besser abschneiden. So gesehen belegen deine Statistiken nichts, außer dass die Kleinstaaterei ein Ende haben muss und endlich der Zentralismus in der Bildungspoitik praktiziert werden soll, wenn man vernünftige Politik machen will. Ohne den regionalen Aspekt zu vergessen, versteht sich

Was soll das denn? Der leistungsdruck ist definitiv zu hoch und viele Schüler kommen damit nicht zurecht. Ging mir genauso, ich hatte in der 5.-7. Klasse größte Probleme unter diesem Druck zu arbeiten ( Das Gymnasium war nebenbei eine sehr sehr schlechte Schule) Ich will nicht sagen dass dies der einzige Aspekt meines Scheitern ausmachste, aber es hatte einen großen Anteil. Zu dumm war ich jedenfalls nicht fürs Gymnasium, was verschiedene Tests belegten.

d.hobo

Ich gebe dir durchaus Recht, wenn du gegen eine zu frühe Trennung nach Leistungen bist, doch ich halte daran fest, dass eine Trennung sinnvoll bleibt. Naja wir wollen das nicht weiter ausführen, es geht ja um STREIK!

@ Picus: Z.B: http://www.lehrerverband.de/ndgesamt.htm
 

rickjames

Gold Status
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
16.537
Hobo schrieb:
Privatisierung ist immer ein recht einfaches Konzept. Man hat die Bahn privatisiert, Resultat war Milliarden Verluste und Komfortverlust. Dazu noch ein immenser Stellenabbau. Bei der Post genauso. Es wurden insgesamt Stellen im Bereich von 200000 abgebaut. Privatisierungen sind auf dem ersten Blick sehr bequem, aber man sollte sich die Geschichte der Privatisierungen ansehen und dann darüber urteilen. Zu deinem 2. Absatz siehe Picus. Kein Mensch fordert eine 10 Stunden Woche, der Rückschluss ist Blödsinn. Aber man muss sich fragen, ob die Arbeitszeitverlängerung in Zeiten der steigernden Produktivität der Produktionsstätten wirklich der richtige Weg ist

don hobo

hobo sowas nennt man realität. eine firma muss sich selber refinanzieren können. wie ich schon bereits erwähnt habe wäre der öd eine firma so würde der insolvenzverwalter bereits vor der tür stehen. was spricht z.b dagegen ebenfalls private müllfirmen zu fördern? es darf nicht sein dass die mitarbeiter die zugänge zu verbrennungsanlagen blockieren. sie können gerne streiken aber ich sehe nicht ein dass mitarbeiter den zugang zu den anlagen versperren.

betrachten wir das problem doch mal von der anderen seite: jedes unserer 16 bundesländer hat in etwa einen gleichgroßen verwaltungapparat wie ganz frankreich, der auf unsolidarische weise von einem teil der bevölkerung zwangsfinanziert wird.

folge: aufrechterhaltung des systems durch extrem hohe abgaben/lohnnebenkosten, die wiederum unzählige überstunden in der wirtschaft notwendig machen, um eine halbwegs konkurrenzfähige profitabilität zu gewährleisten und ausbremsung jeglicher binnenkonjunktur durch eine viel zu hohe steuerlast.

iIch bin davon überzeugt, daß die längeren arbeitszeiten in der freien wirtschaft (mir macht es auch keinen spass von 6 bis 6 zu arbeiten) nicht die ursache des problems sind, sondern eine folge staatlicher mißwirtschaft und der daraus resultierenden rahmenbedingungen.

wenn ca. 90.000 angestellten des arbeitsamtes nur ca. 8700 arbeitslose vermitteln, stimmt meine aussage doch wohl ? wenn 6000 binnenschiffer von 16.000 angestellten (und jeweils oft beamten) der binnen-schiffahrts-verwaltungen verwaltet werden, stimmt ja wohl was nicht ???

wenn berlin als bundesland 2001 von 16 mrd DM haushalt ca. 14 mrd für den eigenverbrauch (personal) und ca. 2 mrd für die bürger ausgegeben hat läudt doch was falsch?

man muss ja auch berücksichtigen das der bürger diese dienstleistung eigentlich bereits durch seine steuern bezahlt, das da überhaupt noch gebühren erhoben werden wirft ein schlechtes licht auf das system. letztendlich kostet doch so gut wie jede dienstleistung bereits zuätzliches geld. bei dem was das kostet frage ich mich sogar wazu die entsprechenden ämter und einrichtungen überhaupt noch zusätzlichen finanzbedarf benötigen. für 250€ im monat pro kind könnte ich mit sicherheit auch einen kindergarten ohne steuermittel betreiben, von den gebühren für die müllabfuhr mal ganz zu schweigen. warum werden immer mehr kliniken privatisiert (kommmen sogar aus den roten zahlen)? selbst privatschulen arbeiten wirtschaftlicher (weniger finanzbedarf pro kind) bei besseren ergebnissen. diese beispiele könnte ich nach belieben weiterführen..wenn mir jetzt noch jemand erzählt der staatliche apperat ist nicht aufgebläht und unwirtschaftlich...und um dieses zu Ändern ist unbezahlte mehrarbeit ein erster schritt.
 

King.Tim

Senior Member
Mitglied seit
5 Januar 2006
Beiträge
1.795
rickjames schrieb:
hobo sowas nennt man realität. eine firma muss sich selber refinanzieren können. wie ich schon bereits erwähnt habe wäre der öd eine firma so würde der insolvenzverwalter bereits vor der tür stehen. was spricht z.b dagegen ebenfalls private müllfirmen zu fördern? es darf nicht sein dass die mitarbeiter die zugänge zu verbrennungsanlagen blockieren. sie können gerne streiken aber ich sehe nicht ein dass mitarbeiter den zugang zu den anlagen versperren.

betrachten wir das problem doch mal von der anderen seite: jedes unserer 16 bundesländer hat in etwa einen gleichgroßen verwaltungapparat wie ganz frankreich, der auf unsolidarische weise von einem teil der bevölkerung zwangsfinanziert wird.

folge: aufrechterhaltung des systems durch extrem hohe abgaben/lohnnebenkosten, die wiederum unzählige überstunden in der wirtschaft notwendig machen, um eine halbwegs konkurrenzfähige profitabilität zu gewährleisten und ausbremsung jeglicher binnenkonjunktur durch eine viel zu hohe steuerlast.

iIch bin davon überzeugt, daß die längeren arbeitszeiten in der freien wirtschaft (mir macht es auch keinen spass von 6 bis 6 zu arbeiten) nicht die ursache des problems sind, sondern eine folge staatlicher mißwirtschaft und der daraus resultierenden rahmenbedingungen.

wenn ca. 90.000 angestellten des arbeitsamtes nur ca. 8700 arbeitslose vermitteln, stimmt meine aussage doch wohl ? wenn 6000 binnenschiffer von 16.000 angestellten (und jeweils oft beamten) der binnen-schiffahrts-verwaltungen verwaltet werden, stimmt ja wohl was nicht ???

wenn berlin als bundesland 2001 von 16 mrd DM haushalt ca. 14 mrd für den eigenverbrauch (personal) und ca. 2 mrd für die bürger ausgegeben hat läudt doch was falsch?

man muss ja auch berücksichtigen das der bürger diese dienstleistung eigentlich bereits durch seine steuern bezahlt, das da überhaupt noch gebühren erhoben werden wirft ein schlechtes licht auf das system. letztendlich kostet doch so gut wie jede dienstleistung bereits zuätzliches geld. bei dem was das kostet frage ich mich sogar wazu die entsprechenden ämter und einrichtungen überhaupt noch zusätzlichen finanzbedarf benötigen. für 250€ im monat pro kind könnte ich mit sicherheit auch einen kindergarten ohne steuermittel betreiben, von den gebühren für die müllabfuhr mal ganz zu schweigen. warum werden immer mehr kliniken privatisiert (kommmen sogar aus den roten zahlen)? selbst privatschulen arbeiten wirtschaftlicher (weniger finanzbedarf pro kind) bei besseren ergebnissen. diese beispiele könnte ich nach belieben weiterführen..wenn mir jetzt noch jemand erzählt der staatliche apperat ist nicht aufgebläht und unwirtschaftlich...und um dieses zu Ändern ist unbezahlte mehrarbeit ein erster schritt.


also bitte .. das unterschlägt ja wohl dieses wirtschaftspolitisches embargo an nationaler relativität
 

Hobo

BANNED
Mitglied seit
11 November 2003
Beiträge
7.227
rickjames schrieb:
betrachten wir das problem doch mal von der anderen seite: jedes unserer 16 bundesländer hat in etwa einen gleichgroßen verwaltungapparat wie ganz frankreich, der auf unsolidarische weise von einem teil der bevölkerung zwangsfinanziert wird.


Frankreich ist ein Beispiel für ein hervorragend funktionierendes System. Der Zentralismus, wo der regionale Aspekt nicht außer Acht gelassen wird. Desweiteren hat die französische Gesellschaft eine viel emanzipierteres Verständnis von Solidarität. Alles was dir fehlt also. Aber zu Frankreich komme ich später wieder

Zu dem Märchen der hohen Lohnnebenkosten
"Lohnnebenkosten sind zu hoch, sie müssen runter, weil Deutschland sonst nicht wettbewerbsfähig ist" Das ist die typische neoliberale Argumentation. Doch leider ist dieses, fast schon Stammtisch Argument, nicht durchdacht. Zunächst scheint diese Vorurteil bestätigt : Ein Arbeiter, der über ein durchschnittliches Einkommen von 2000 Euro verfügt, muss derzeit 54 Cent an den Staat abgeben. Deshalb plädieren Menschen wie du für Steuersenkungen. Doch solche populistischen Versprechungensind mit großer Vorsucht zu genießen. Man sollte sich die Steuer und Sozialabgaben der Deutschen Wirtschaft im internationalen Vergleich ansehen.
Man betrachtet zunächst die Abgabenquote, das ist die Relation von Steuern und Sozialabgaben zum Bruttoinlandsprodukt
. Da findet man Deutschland mit einer Quote von 43,5% unter dem Durchschnitt aller alten EU Länder, der 44,2% beträgt. Wie bei den Staatsquoten sind die skandinavischen Länder auch bei der Abgabenbelastung führden, gefolgt von Frankreich und Österreich. Du hast von Frankreich gesprochen, Rick. Die französische Wirtschaft entwickelt sich sehr dynamisch, obwohl die Abgabenquote um 4,7 % höher ist als bei uns.
Diese Argumentation dürfte den kleinen Arbeitnehmer wohl nicht wirklich überzeugen, hat er doch den Eindruck, dass die Abgabenlast , die auf seinem Lohn liegt, zu hoch ist. Ist meine Argumentation jetzt über den Haufen geworfen? Ich glaube nicht ;) Um näher zu verstehen muss man die Abgabenquote nach der Steuer und Sozialabgabe seperat betrachten. Hierzu wieder ein internationaler Vergleich : Die Sozialabgabenquote liegt in Deutschland ( auch in Frankreich, Ricki) bei 18,5% Damit liegen die beiden Länder an der Spitze. ( Eu Durchschnitt liegt bei etwas 14,5%) Gaanz anders dagegen die Steuerquote. Hier befindet sich Deutschland mit 22,3% bei den alten EU Ländern gaaaanz am Ende, nur noch in japan und die USA werden vom Staat noch geringere Steuereinnahmen relativ zum Bruttoinlandsprodukt erziehlt.
Das ist die eigentliche Erklärung für den scheinbaren Widerspruch zwischen der sehr hohen Abgabenbelastg des Arbeiters und Angestellten und einer im int. Vergleich unterdurchschnittlichen Abgabenquote unserer Volkswirtschaft. Der Deutsche Staat finanziert sich in ungewöhnlich starken Maße durch Abgaben auf den Faktor Arbeit, was eine wesentliche Ursache für die allseits bejammerten hohen Lohnnebenkosten darstellt. Aber es ist keinenfalls zwingend, die Lohnnebenkjosten zu senken, lieber Rick. Es wäre durchaus auch mörglich, dass sich der Staat mehr über Steuern finanziert, oder andere Wege der Finanzierung geht.
Natürlich wirst du dich über unsere im internationalen Vergleich so geringe Steuerqoute wundern ( Wenn nicht, word up^^) Wenn du das Gefühl hast wirklich genug Steuern zu zahlen, dann ist das nicht falsch. Denn die Steuereinnahmen werden seit Jahren mehr und mehr aber die Lohnsteuer und v.a. die indirekten Steuern bestritten.( Aktuelles Beispiel ist die im nächsten Jahr anstehende Mehrwertsteuererhöhung, die absolut kontraproduktiv und die Nachfrage weiter schwächen wird. ) Der Anteil der indirekten und Lohnsteuern hat sich von 59% im Jahr 1970 auf 85% im Jahr 2003 erhöht. Wie sich diese Zahl erhöht hat, die v.a. von der arbeitenden Klasse getragen wird, hat sich der Beitrag der Unternehmen und der Selbstständigen zur Finanzierung öffentlicher Leistungen von 31% auf 15% deutlich vermindert.
Also summa sumarum : Der internationale Vergleich zeigt, dass man mit einer Staatsquote von 48% und einer Abgabenquote von 41% durchaus ordentliche Wachstumgsraten erzielen kann. Es wäre viel sinnvoller, ein neues Modell für die " Lohnnebenkostenberechnung" zu versuchen. Die Wertschöpfungsabgabe. In Zeiten des wirtschaftlichen Fortschritts ist es einfach nicht mehr zeigemäß, die Sozialabgaben an der Anzahl der Angestellten und Arbeiter zu errechnen. Aber das ist ein anderes Thema
Desweiteren wird in der Lohnnebenkostendebatte immer wieder vergessen, dass die weitaus wichtigere Größe für die Wirtschaft, die Lohnstückkosten, im internationalen Vergleich deutlich günstig liegen
Diese legten zwischen 95 und dem 2. Halbjahr 2004 um 3,4 Prozent zu. Gegenüber 2003 stagnierte die Entwicklung sogar. Im Vergleichszeitraum 95 bis 04 stiegen die Lohnstückkosten in Frankreich wie in den USA um 12,3 Prozent, in den Niederlanden um 26 Prozent und in Großbritannien gar um 28,9 Prozent. Auch im gemeinsamen Eurowährungsraum lag die Entwicklung der Lohnstückkosten in Deutschland weit unter dem Durchschnitt von 13,1 Prozent.



don hobo
 

rickjames

Gold Status
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
16.537
aie aktuellen streiks im öffentlichen dienst und bei AEG sehen die gewerkschaften aus strategischen gründen als chance, die köpfe wieder von der alleinherrschaft durch das "kapital" und deren handlanger in den medien zu befreien und ihnen ihren eigenen stempel aufzudrücken. der öffentliche dienst bietet sich deshalb an, weil dort die beschäftigten vergleichsweise sichere arbeitsplätze haben und deshalb weniger dazu geneigt sind, aus angst ihre aktive teilnahme und unterstützung der streiks zu verweigern. AEG bietet sich deshalb an, weil dort die arbeitsplätze ohnehin verloren sind und selbst die größten zugeständnisse seitens der belegschaft die entscheidung der schweden nicht mehr rückgängig machen kann. den gewerkschaften ist bewusst, dass die beiden baustellen AEG und öd ihre letzte chance sind.

wie kann denn ein anspringen des binnenmarktes die arbeitslosigkeit in D massiv senken, wenn der hauptanteil der arbeitslosen ungebildete hilfsarbeiter stellt.

das problem der arbeitslosigkeit in deutschland ist doch nicht primär, dass es zuwenig arbeit gibt, sondenr dass die arbeit in bereichen anfällt die von einem "ungebildeten" bzw. nicht genug qualifizierten mitarbeiter gar nicht bedient werden können.

hinzu kommt, dass es in deutschland für "besserverdienende" unmöglich bzw. nur schwer finanzierbar ist, externe dienstleistungen massiv einzukaufen. dafür sind die gehälter von unqualifizierter arbeit im vergleich zu der durchschnittlichen qualifizierten arbeit noch zu dicht beieinander. und andere arbeit wird es für unausgebildete menschen nur noch schwerlich in der industrie geben. eventuell in der pflegebranche, hier sind die arbeitsbedingungen meist jedoch alles andere als einfach, was viele in kombination mit geringen opportunitäskosten von einer arbeitsannahme abhält.

der öd müsste nun eigentlich den spagat versuchen, in den unteren gehaltsgruppen abzubauen und in den oberen aufzulegen (15000€ für den Bundeskanzler(in) sind nun wirklich unangemessen für die persönliche verantwortung, das risiko und die anforderungen an die person. das gleiche gilt für viele einflußreiche positionen.

man erreicht durch die gehaltsstrukturen in D. zweierlei:

1. die anreize zu, hochschulstudium bzw. zur qualifikation werden nicht stark genug gesetzt wie sie ökonomisch erforderlich sind.

2. wandern qualifizierte arbeitnehmer ins ausland bzw. in die wirtschaft ab. (vom öd)

ich glaube auch du musst zugeben, dass meist pro "qualifiziertem" arbeitsplatz noch einige nicht so stark qualifierte arbeitsplätze anhängen, die ebenfalls verloren gehen. (z.b. arzt mit arzthelferin usw.)

wer reformbedarf im öd im generellen ablehnt, sollte sich einmal die zustände in einigen offensichtlichen bereichen vor augen führen. (z.b. chefarzt gehabe in den krankenhäusern, tatsächliche leistungsanalyse bei schulen und ärzten usw.)

hier wurde schon zu lange nicht auf das geachtet am ende durch die arbeit wirklich erreicht wird. nur wer beim weitsprung misst, und das mit den ergebnissen seiner konkurrente vergleicht, weis wie gut er ist bzw. das entscheidende, weis was die anderen besser machen (oder er selbst) und wo er sich noch steigern kann.

so ist meine konklusio, einige bereiche des öd sind überlastet, einige arbeiten sehr ineffizient, andere effizient, doch grundsätzlich kann man sagen, dass die meisten bereiche refombedürftig sind. (vergleich auch von lehrergehältern in D im internationalen vergleich und dazu die pisastudie als leistungsmessinstument (wobei auch hier leise kritik angebracht sein darf)

wieso kann es denn für einige ÖD betriebe nicht sinnvoll sein sie zu privatisieren? ich denke eine debatte über die aufgaben des staates wäre nicht unangebracht. wenn sich wirklich herausstellen sollte, dass die privatwirtschaft einige bereiche (wie z.b. müllentsorgung) nicht die gleich gute leistung wie staatliche betriebe abliefern (diese bereiche gibt es durchaus) kann man die privatisierung auch umkehren. doch sie abzulehnen kommt einer weigerung zu lernen gleich. achja - in der privatwirtschaft halte ich den streik für das gute recht eines jeden arbeitnehmers, er hat die konsequenzen dann selbst zu tragen bzw. seine tarifpartei.

wenn es wirklich um arbeitszeiten gehen sollte, warum streiken die leute nicht einfach 2 wochen im jahr? sozusagen als sonderurlaub? damit wäre defakto ihre jahresarbeitszeit vorher und nachher gleich.

hobo niemand möchte den öffentlichen dienst abschaffen, aber man sollte sich die lohn- u. arbeitsverhältnisse in 90% der wirtschaft (daimler ist kein maßstab) anschauen.
 

OneAndOnly

Altgedient
Mitglied seit
19 Januar 2006
Beiträge
3.760
ich finde, dass streiks sein müssen...auch im krankenhaus...denn: 1.warum ist es möglich, krankenhäuser zu privatisieren???? ein privatmann will gewinn rausschlagen (aus nem krankenhaus , wohlgemerkt:rolleyes:), wie soll das denn möglich sein , bitte? natürlich..schwestern und ärzte werden entlassen, zB...
meine mutter ist stationsleitung in nem krankenhaus...die erzählt manchmal, was so abgeht, und wie die patienten behandelt werden...(zB auf den fluren liegen etc)...zudem herrschen allgemein eigentlich unzumutbare bedingungen: 4 schwestern auf 60 patienten...das geht doch nicht...vor allem auf zB ner krebsstation, wo die menschen zT echt mehr pflege brauchen ist das unzumutbar...wie kann es in einem sozial gerechten (angeblich zumindest) land sein, dass den privatpatienten in den arsch gekrochen wird, die unnötigerweise marmorbadezimmer im krankenhaus zur verfügung gestellt kriegen und dafür die"normalen" patienten auf den fluren liegen??? mann, das is n krankenhaus, und kein hotel...
 
Oben Unten