Du hast recht, sie galten als weiß.
Nur ist das nicht 1 zu 1 übertragbar auf unser Verständnis von weiß.
Wir haben ja nicht verschiedene rassenkategorien innerhalb von Weißsein. Auch geht unser heutiges Verständnis von Weißsein mit einer Machtposition einher da es um Gesellschaftsstrukturen geht.
In der NS Zeit haben sie ja nicht an einer einheitlichen weißen rasse geglaubt. So war die arische „rasse“ das angestrebte ideal und der Maßstab, nicht weiße Haut per se. So waren arierInnen als Kategorie vielleicht besser vergleichbar mit unserer heutigen Kategorie „weiß“, bezogen auf Gesellschaftsstrukturen
Dieses „es gibt keinen Rassismus gegen weiße“ bezieht sich auf Rassismus von unten nach oben. Also aus einer rassifizierten Position heraus gegen eine weiße Machtposition. White-on-white racism ist was anderes. Ehrlich gesagt habe ich nicht so viel dazu gelesen.
Aber Aime Cesaire zb schreibt, der holocaust hat die (weiße, westliche) Welt so geschockt, weil es das erste mal war, dass diese koloniale Gewalt auf weiße Menschen ausgeübt wurde
Es gibt dieses kolonialistisches Muster, nachdem Menschen rassifiziert und „ge-othert“ - anders gemacht werden - um ihre Unterdrückung, diskriminierung oder Ausbeutung zu rechtfertigen. Auch Gruppen, die wir als weiß lesen wie zb judinnen oder sinti und roma, oder iren in den Staaten, wurden so aus dem Weißen volkskörper ausgeschlossen. Daher sagt man aus dem heutigen Blickwinkel, dass diese Gruppe nicht als weiß nach unserer Definition galten, denn man musste sie zuerst rassifizieren um die Unterdrückung zu rechtfertigen.