Russland, Polen, Ukraine und Co. - Der Osteuropa Thread (News, kein Spam!)

Wird Vladimir Vladimirovich Putin am 31.12.2022 noch leben?

  • Ja

  • Nein


Die Ergebnisse sind erst nach der Abstimmung sichtbar.

WuTangforever

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die 150k sind ja nicht die vollständige armee. das ist der teil, der kurzfristig einsatzbereit ist.
Das russische (aktive) Heer ist aber tatsächlich gar nicht so groß wie man denken würde und hat nur 280.000 Soldaten. Ein großer Teil der Soldaten dient tatsächlich in anderen, teilweise unterstützenden Teilstreitkräften.
Überlegen ist man freilich trotzdem:
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Allerdings ist hier noch nicht die Vielzahl an Reservisten und Waffenlieferungen miteinbezogen.


Die erdrückende Überlegenheit wird erst richtig deutlich, wenn man die gesamten Streitkräfte und Reserve mit einbezieht. Letztere zumindest würde in diesem Konflikt allerdings von russischer Seite kaum eingesetzt werden, während die Ukraine diese Kräfte nutzen kann.
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Fvbilous

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Gibt ja nun wirklich einen Podcast (täglich). Wieder NDR Info.
 

MrAeko

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Achtet auf Euch und realisiert, dass "Atombombe" nicht gleich "Atombombe" bedeutet und das nicht automatisch den Weltuntergang bedeuten muss.

Mutmachsätze 2022

Fand "Hiroshima ist heute ein wunderschöner Ort an dem Menschen glücklich leben" noch besser tbh
 

Gronka Lonka

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Ich finde Atomwaffen eigentlich ganz okay. Jeder weiß, dass das Verwenden von Atomwaffen mutually assured destruction bedeutet, deswegen wird es wohl keiner tun. Die Existenz sorgt aber dafür dass ein Staat im Zweifelsfall vielleicht zwei mal drüber nachdenkt einen Krieg anzufangen. Glaube das macht die Erde am Ende doch ein bisschen friedlicher
ja bis zum großen knall halt. halte das schon für das mit abstand wahrscheinlichste szenario für das ende der menschheit in ihren aktuellen ausmaßen.
 

guesswhosbizzack

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Das russische (aktive) Heer ist aber tatsächlich gar nicht so groß wie man denken würde und hat nur 280.000 Soldaten. Ein großer Teil der Soldaten dient tatsächlich in anderen, teilweise unterstützenden Teilstreitkräften.
Überlegen ist man freilich trotzdem:
Anhang anzeigen 56447
Allerdings ist hier noch nicht die Vielzahl an Reservisten und Waffenlieferungen miteinbezogen.


Die erdrückende Überlegenheit wird erst richtig deutlich, wenn man die gesamten Streitkräfte und Reserve mit einbezieht. Letztere zumindest würde in diesem Konflikt allerdings von russischer Seite kaum eingesetzt werden, während die Ukraine diese Kräfte nutzen kann.
Screenshot-2022-02-26-at-1.53.08-PM-1024x780.png

Darfst halt nicht vergessen das bspw in Kiew mittlerweile bestimmt jeder 4. Haushalt mind. Molotovcocktail und/oder AK47 am Start hat. Wäre ich russischer Soldat würde ich einen Teufel tun und mich in diese engen Häuserschluchten begeben.

Es ist für mich klar dass Russland """gewinnen""" wird wenn sie durchziehen, der Preis wird aber verdammt hoch sein.

Den Scheiss hat ja auch vorher noch keiner versucht aus gutem Grund. Man muss sich bewusst machen das die da versuchen ein riesiges und technologisiertes Land mit 45 Mio zum Großteil sehr motivierten Einwohnern einzunehmen. Das ist in keinster Weise mit dem Einmarsch in den Irak oder Afghanistan zu vergleichen.
 

WuTangforever

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Darfst halt nicht vergessen das bspw in Kiew mittlerweile bestimmt jeder 4. Haushalt mind. Molotovcocktail und/oder AK47 am Start hat. Wäre ich russischer Soldat würde ich einen Teufel tun und mich in diese engen Häuserschluchten begeben.

Es ist für mich klar dass Russland """gewinnen""" wird wenn sie durchziehen, der Preis wird aber verdammt hoch sein.

Den Scheiss hat ja auch vorher noch keiner versucht aus gutem Grund. Man muss sich bewusst machen das die da versuchen ein riesiges und technologisiertes Land mit 45 Mio zum Großteil sehr motivierten Einwohnern einzunehmen. Das ist in keinster Weise mit dem Einmarsch in den Irak oder Afghanistan zu vergleichen.

Eben, sagte ich ja:
Allerdings ist hier noch nicht die Vielzahl an Reservisten und Waffenlieferungen miteinbezogen.


Ich bin mir auch sicher, dass dieser Krieg noch viel blutiger werden wird, wenn Putin an seinen Zielen festhält.
Allerdings denke ich, dass er mittlerweile ziemliches Muffensausen davor hat. Fragt sich, zu welchen Zugeständnissen er bei Friedensverhandlungen bereit wäre. Eine Beendigung der Mission würde allerdings auch nicht zu viel weniger Schaden für ihn führen, weshalb ich da nichts erwarte.
 
Zuletzt bearbeitet:

David Husselhoff

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Ich würde eher nicht sagen, dass er uns ins 20. Jahrhundert zurückgebracht hat, wenn überhaupt war das 20. Jahrhundert nie weg. So sehr man es sich im (akademischen) "Westen" mit dem "Ende der Geschichte", dem Postmodernismus, dem postheroischem Zeitalter, dem Ende der Nation und all diesen Dingen eingeredet hat.

Es wird sich zeigen, wie sich das entwickelt. Das kann man jetzt noch gar nicht einschätzen. Geschichte wiederholt sich nicht.
Zustände aber ggf. Und der Zustand den er herbeigeführt hat gleicht dem des KK.
 

El_Hendrique

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wenn sich die nato da doch noch einmischt hat putin niemanden mehr zum kämpfen
Wäre das aber nicht trotzdem eine Option, dass die USA (meinetwegen auch mehrere Nato-Staaten) ein paar Marines/Spezialeinheiten getarnt als ukrainische Miliz einschleust um die Regierung zu schützen und die Kämpfe zu unterstützen? Russland hat es ja 2014 auf der Krim quasi genauso gemacht. Da waren auch Soldaten ohne Hoheitszeichen die das Referendum durchgedrückt haben.
 

guesswhosbizzack

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Wäre das aber nicht trotzdem eine Option, dass die USA (meinetwegen auch mehrere Nato-Staaten) ein paar Marines/Spezialeinheiten getarnt als ukrainische Miliz einschleust um die Regierung zu schützen und die Kämpfe zu unterstützen? Russland hat es ja 2014 auf der Krim quasi genauso gemacht. Da waren auch Soldaten ohne Hoheitszeichen die das Referendum durchgedrückt haben.

Das einzige was die Ukraine retten könnte wäre eine no fly zone, die aber direktes Eingreifen der NATO bedeuten würde und dementsprechend WW3.

Die Ukraine ist weg, zumindest solange Putin an der Macht ist.
 

Cuvo

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Darfst halt nicht vergessen das bspw in Kiew mittlerweile bestimmt jeder 4. Haushalt mind. Molotovcocktail und/oder AK47 am Start hat. Wäre ich russischer Soldat würde ich einen Teufel tun und mich in diese engen Häuserschluchten begeben.

Es ist für mich klar dass Russland """gewinnen""" wird wenn sie durchziehen, der Preis wird aber verdammt hoch sein.

Den Scheiss hat ja auch vorher noch keiner versucht aus gutem Grund. Man muss sich bewusst machen das die da versuchen ein riesiges und technologisiertes Land mit 45 Mio zum Großteil sehr motivierten Einwohnern einzunehmen. Das ist in keinster Weise mit dem Einmarsch in den Irak oder Afghanistan zu vergleichen.

Im besten Fall, der natürlich nicht wirklich gut ist, wird eine unabhängige Rest-Ukraine westlich des Dnepr bleiben mit Zugang zum Schwarzen Meer. Der Ostteil würde dann sicherlich von Russland annektiert. Der Status von Kiew wird dann ein Problem sein, da sowohl Russland als auch die Rest-Ukraine es für sich beanspruchen würden. Das Modell Jerusalem stünde dann sicher zu befürchten, das Modell Danzig ist wohl unrealistisch.

Vielleicht wäre das ein realistisches Kriegsziel für die Ukraine: Den Krieg so zu gestalten, dass Putin am Ende eine Westukraine, integriert wenigstens in die EU, akzeptieren wird. Putin könnte sein Gesicht halbwegs wahren für seine Propaganda, dass er die Ukraine zurückgeholt hat und das übriggebliebene Gebilde letztlich Ostpolen ist und nicht Russland.

Das wäre natürlich schwer zu ertragen für die Ukraine, aber vielleicht hätte diese Ukraine eine Chance in Frieden und Freiheit zu leben und sich zu einer wirklichen Demokratie zu entwickeln.
 

guesswhosbizzack

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Ahso: Wie krass ist es eigentlich das Elon Musk es schafft innerhalb von 1 Tag Starlink Devices in ein Kriegsgebiet zu schaffen. Tesla soll mal Drohnen für die Ukraine ranschaffen
 

Johnblaze

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Wäre das aber nicht trotzdem eine Option, dass die USA (meinetwegen auch mehrere Nato-Staaten) ein paar Marines/Spezialeinheiten getarnt als ukrainische Miliz einschleust um die Regierung zu schützen und die Kämpfe zu unterstützen? Russland hat es ja 2014 auf der Krim quasi genauso gemacht. Da waren auch Soldaten ohne Hoheitszeichen die das Referendum durchgedrückt haben.

Wie siehst du in diesem Zusammenhang die seltsame Aktion in Kasachstan vor paar Wochen?
 

El_Hendrique

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Das war ein "Bündnisfall" der OVKS (Militärbund der ehemaligen Sowjetrepubliken) Kasachstan hat die um Hilfe gebeten.
 

David Husselhoff

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Im besten Fall, der natürlich nicht wirklich gut ist, wird eine unabhängige Rest-Ukraine westlich des Dnepr bleiben mit Zugang zum Schwarzen Meer. Der Ostteil würde dann sicherlich von Russland annektiert. Der Status von Kiew wird dann ein Problem sein, da sowohl Russland als auch die Rest-Ukraine es für sich beanspruchen würden. Das Modell Jerusalem stünde dann sicher zu befürchten, das Modell Danzig ist wohl unrealistisch.

Vielleicht wäre das ein realistisches Kriegsziel für die Ukraine: Den Krieg so zu gestalten, dass Putin am Ende eine Westukraine, integriert wenigstens in die EU, akzeptieren wird. Putin könnte sein Gesicht halbwegs wahren für seine Propaganda, dass er die Ukraine zurückgeholt hat und das übriggebliebene Gebilde letztlich Ostpolen ist und nicht Russland.

Das wäre natürlich schwer zu ertragen für die Ukraine, aber vielleicht hätte diese Ukraine eine Chance in Frieden und Freiheit zu leben und sich zu einer wirklichen Demokratie zu entwickeln.
Das wäre die wahrscheinlich für die Menschen dort beste und wünschenswerteste Variante, da beide innerukrainischen Lager ihre gewünschte Block Zugehörigkeit bekämen und sie wahrscheinlich diejenige Variante ist, mit der der Krieg am schnellsten beendet werden könnte, es also am wenigsten Leid geben würde.

Vorstellen kann ich mir das mittlerweile aber leider nicht mehr, denn ich denke Putin wird durchziehen und das Land entweder völlig zerbomben oder ausbluten / -hungern oder wie es gestern irgendwo im Fokus stand von einem Staatsstreich durch das Militär oder einer Gruppe aus der Elite weggeputscht werden, einfach um dem (wirtschaftlichen Ruin) Russlands zuvorzukommen und Friedensverhandlungen und Reintegration starten zu können.
 

Cuvo

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Ich empfehle sehr die Folge aus dem FAZ-Podcast, das Gespräch mit Jörg Baberowski (etwa ab Minute 15):

https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-...-einer-aussichtslosen-situation-17841012.html

Sehr realistische Einschätzung (Titel der Folge unnötig reißerisch).

Generell muss man sagen (und ich erlaube mir zu behaupten, dass ich das auch beurteilen kann), dass es in Deutschland wirklich viele sehr gute Osteuropa-Historiker gibt. Ist zwar ein trauriger Anlass, aber schön, dass diese nun die neuen Virologen sind.
 

David Husselhoff

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Alleine das der *** und zwingt 2% des BIP jährlich ins Militär statt in Bildung, Soziales, Technologie, usw. stecken zu können. Und wenn man die Scheiße einkauft statt selbst zu produzieren sorgt die Militarisierung nicht mal für Wirtschaftswachstum.
 

MrAeko

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Interview mit dem Chefredakteur der mit dem Nobelpreis gekürten und regimekritischen russischen Zeitung Novaya Gazeta aus dem New Yorker. Leider in englisch, sorry Bros:innen, aber ist eine Lektüre wert. Gibt Einblicke in die Meinung der russischen Bevölkerung zum Thema und in den Wahnsinn Putins

Last year, Dmitry Muratov, the editor-in-chief of the independent Russian newspaper Novaya Gazeta, shared the Nobel Peace Prize with the Filipina journalist Maria Ressa, the co-founder of Rappler, a digital publication in Manila. For three decades, under Muratov’s leadership, the paper has defied extraordinary threats as it covers government and business corruption, Kremlin politics, and armed conflict from Chechnya to eastern Ukraine. Some of its most brilliant journalists have paid the ultimate price for their work: in 2006, the writer Anna Politkovskaya was shot dead in her apartment building.

In a profile of Muratov, from November, Masha Gessen wrote of the paper, “It is not what, say, the Times or even the lefty investigative magazine Mother Jones would be under more trying circumstances. Imagine, rather, the Village Voice of the nineteen-eighties crossed with a mutual-aid society, but run, at times, like Occupy Wall Street. Novaya Gazeta is a community and a humanitarian institution, and it is very messy.” When the Nobel was announced, Muratov, a burly, bearded man who recently turned sixty, presided over a champagne-and-vodka celebration at the paper’s editorial offices in Moscow.

There is, of course, no celebration now, as the paper struggles to cover Vladimir Putin’s invasion of Ukraine. As the Russian armed forces fired on Kyiv, Kharkiv, and many other cities and towns, Muratov went on social media vowing that the paper would publish its next issue in Ukrainian as well as Russian. Our conversation via e-mail, which has been edited for length and clarity, was accomplished amid Muratov’s crowded schedule of editorial meetings, street demonstrations, and late-night phone calls.

Dmitry, tell me how you, your staff, and Novaya Gazeta have reacted to Russia’s invasion of Ukraine. Is the government putting extra pressure on you—more than before?

We gathered at the editorial office a few hours early. Everyone had a clear understanding that Putin, by his decision, had destroyed the future for younger generations, that the country would become a pariah, that we in no way would support this war. Our office managers brought in body armor and helmets from the warehouse, which had been lying idle for several years. The pressure on Novaya Gazeta and other media began immediately. It’s got to the point of absurdity. We received an order to ban the use of the words “war,” “occupation,” “invasion.” However, we continue to call war war. We are waiting for the consequences.

The Foreign Minister Sergey Lavrov declared that Russian troops were going to “liberate” the people of Kyiv. Is there any way to estimate how effective this propaganda is with the Russian people?



The ruling élite, including Foreign Minister Lavrov, revealed themselves to the whole world to be utterly dependent people, people who bend completely to the will of President Putin. It seems that they have consumed their own propaganda and have come to believe it.





Despite all the threats and restrictions, there have been antiwar demonstrations in Moscow, St. Petersburg, and many other Russian cities. Do you expect this to spread, or will it be shut down entirely? How far will antiwar sentiment go, and has it gone beyond the relatively limited range of people who read Novaya Gazeta, watch TV Rain, and listen to Echo of Moscow?

The people do not really support war, especially the war with Ukraine. More than a third are categorically against the military action. There are no rallies in support of the war. Already, a million people have signed a “No to War” petition on the Change.org platform. Russian intellectuals have also had their say: writers, screenwriters, journalists, scientists. Nearly thirty still-existing independent publications simultaneously issued a statement about the impossibility of war. So, this time, society’s customary indifference is absent.

From the outside, it seems that Putin doesn’t put up with contrary opinions among his advisers or the oligarchs. He seems to have calculated that he can absorb Western sanctions. Is there any brake, any barrier, to his taking over Ukraine, or much of Ukraine?




Putin distrusts the West. He is sincerely flummoxed by talk about “Western values.” He buys wholesale former Chancellors, Prime Ministers, and ministers from Europe, putting them on the boards of state-owned or close-to-the-state Russian companies. They have a price, but they don’t have values: I’d say that this is what he thinks.

As for whether there’s some kind of brake to his conquering Ukraine, I think it’s very difficult. His entourage is afraid to utter a word. How far Putin is willing to go—that’s not known by anyone. Obviously, he is trying to realize his own conception about the structure of the world and Ukraine. And for this he has an army. I don’t have much hope for Ukraine’s negotiations with Vladimir Medinsky, our former minister of culture, who is passionate about the principle that “truth is what is beneficial to Russia.” This is a joke.

Is it possible to describe Putin’s psychology? In the long run, what was the point of his sending troops into Ukraine? After he takes Kyiv, after arresting Zelensky—if he succeeds in these aims—what next?

That’s a difficult question. I think the plan is to divide Ukraine. With the Western part of the country, whose center is Lviv, the thinking is, Let them live as they want. Central Ukraine, with the center in Kyiv, will have the government that Putin requires, one that is oriented toward Moscow and not the West. And, as for the east, the whole Donbas will be accepted into Russia. Around eight hundred thousand people there were just given Russian passports.


Putin has been in power for twenty-two years. Is his action in Ukraine consistent with everything you have witnessed in the past—or has there been a break, a rupture? Why has he done this, despite all the examples that tell us that invasion and occupation is not merely a moral wrong but, inevitably, a strategic disaster?



I don’t know on what information Putin made this decision to invade. Of course, it’s connected to his ultimatum to the U.S., about the non-expansion of nato. Most Russian citizens do not understand this threat: nato has never attacked Russia. The version about the Ukrainian fascists seizing power—this is also not clear. People are whispering: Isn’t Zelensky Jewish? Putin went to war against a country that lost eight million people in World War Two. I can only assume that, for him, the Second World War has not ended, and that he, personally, wants to win it.

I read Novaya Gazeta this morning, and it has some excellent pieces. Tell me what’s still possible for your paper going forward. Do you have reporters in Ukraine? And what are they telling you about their sense of events?

We’ll keep working for as long as we can. We have over thirty million readers on social networks. In the past few days, we’ve had more than four and a half million views on our site. I think we’re in for a very difficult period. That’s because we did not heed the state’s recommendation to incorporate the official point of view in our assessment of events. We work according to our own standards. We trust our special correspondents who work in Ukraine and the people in our newsroom, who verify every fact. I am very worried about our journalists working in the war zone and in the border areas—and about those who cover the rallies in Moscow. I hope we keep everyone safe.

What do you expect in the weeks ahead for Novaya Gazeta?

We all agreed, in the editorial office, that the main thing is not to screw up—that we don’t betray our readers, who need continuous and verified information. We will not become propagandists. We respect the sovereignty of Ukraine—and the sovereignty of Novaya Gazeta.

The invasion has not gone the way Putin imagined. There have been many Russian losses. The economy has cratered. The country is, in so many ways, isolated. Could that lead to Putin losing power?

Putin will never leave power of his own will. The [2020] vote on amendments to the Russian constitution, which allowed him to continue his tenure as President, became, for him, a kind of referendum. He received 77.9 per cent of the vote, according to official figures, and this gives him confidence in his legitimacy. His entourage is quite convinced that “Without Putin, there is no Russia.” The speaker of the Duma, the parliament, has said this. But the younger generations of Russians, from whom the world and the future are now being taken away, no longer believe this.
 
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xStrikerx

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Diese (gefühlte?) Euphorie bzgl. einer deutschen Aufrüstung (zumindest wirkt es teilweise in diverse Kommentarspalten usw. so) finde ich äußerst befremdlich.

Und sei es nur mal, ganz salopp gesagt, weil in den letzten Jahren offenkundiger wurde, daß das deutsche Militär zumindest ein gewisses Problem mit Rechtsextremen weit ab vom demokratische Spektrum hat (dementsprechend hoffe ich, daß bspw. auch Geld dahin fließt, die Truppe mal ordentlich auszusortieren, befürchte aber, daß da tendenziell nicht genug passieren wird).

Eine Wiedereinführung der Wehrpflicht habe ich hingegen auch schon vor dem Ausbruch dieses Krieges für eine gute Idee gehalten. Bin aber seit langem Befürwortes eines Modell, daß sowohl verpflichtenden Wehr- als auch Zivildienst vorsehen würde. Kann mir auch vorstellen, daß (je nachdem wie es innerhalb der Bundeswehr in den nächsten Jahren aussieht) ähnlich wie etliche Zivis aufgrund der Erfahrungswerten in sozialen Berufen "steckengeblieben sind" es auch mit der Armee funktionieren würde (und ein Wehrdienst könnte möglicherweise dafür sorgen, daß der prozentuale Anteil der Nazispinnern, die sich dort rumtreiben, gedrückt würde).

(Volle Zustimmung allerdings daran, daß die EU hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Die Stärke müßte sich auch nicht einmal zwangsläufig vorrangig militärisch zeigen. Aber die Union tritt auch in anderen Belangen nicht geschlossen auf und stattdessen gibt es diese Kleinstaaterei. Deutschland ist unter den 5 wirtschaftlich stärksten Ländern der Welt - und kann trotzdem nicht auf Augenhöhe mit den USA und auch nicht mehr China verhandeln. Eine geschlossen auftretende EU (als "größter Binnenmarkt der Welt") hingegen könnte dies wahrscheinlich problemlos)
 
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