No Limit Top Dogg
Release: 11.5.1999
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Bewertung:
★★★★★★★★
Nachdem Snoop mit "Da Game Is To Be Sold, Not To Be Told" sein erstes Album über "No Limit Records" veröffentlicht hatte folgte mit "No Limit Top Dogg" nach nicht einmal einem Jahr schon ein zweites Projekt. Mit dem Titel des Albums distanzierte sich Snoop von dem zu dieser Zeit bei Death Row unter Vertrag stehenden YGD Tha Top Dogg, welcher wie auch "Tha Realest" von Suge Knight zum einen wegen ihrer enormen stimmlichen Ähnlichkeit zu den "früheren" Death Row Superstars 2Pac und Snoop und zum anderen auch als pure Provokation zu Death Row geholt wurden. Allgemein begannen nach Snoops erfolgreichem Abgang von seinem früheren Label bald schon Schmäh-Kampagnen seitens Death Row welche vorallem auf Snoop Dogg & Dr. Dre abzielten und sich mit der Zeit immer mehr hochschaukeln sollten.
Snoop selbst hatte jedoch bei No Limit eine gute Bleibe gefunden, so wurde sein letztes Album von den Kritikern zwar eher negativ bewertet und so mancher Fan hatte bestimmt auch so seine Schwierigkeiten mit dem doch sehr ungewöhnlichen und zum Teil auch für Snoop eher unpassenden Sound des Albums, doch kommerziell war das Projekt sehr erfolgreich. Auch Snoop konnte nun von diesem kommerziellen Erfolg endlich auch einmal selbst profitieren jetzt wo es mit Master P und No Limit einen äußerst lukrativen, fairen Labeldeal gab. A propos Fairness: Nachdem Snoop mit "Da Game Is To Be Sold, Not To Be Told" irgendwo auch "Dienst nach Vorschrift" verrichtet hatte und ein fast ausschließlich von der Beats By The Pound Crew produziertes Album mit sehr charakteristischem No Limit Sound und Featuregästen präsentiert hatte, sah dies nun anders aus.
Für "No Limit Top Dogg" besann sich Snoop wieder auf auf seine Stärken und Kernkompetenzen. nämlich West Coast Gangsta Rap. Nachdem der Vorgänger in New Orleans entstand wo Snoop sich von all dem Drama an der Westküste distanzieren konnte, zog es ihn für die Entstehung dieses Albums immer öfter wieder in die Heimat und die örtlichen Studios zurück wo sich in diversen Sessions mit vielen alten Weggefährten zusammengetan wurde um Material für das Album aufzunehmen. Diese Umstände schagen sich dann auch auf den Inhalt nieder und die Produzenten und Features sprechen eine klare Sprache: Für die Beats verantwortlich zeichneten sich hier unter anderem Snoops damaliger Stammproduzent Meech Wells, DJ Quik und Snoops Mentor Dr. Dre der seine große Reunion mit seinem Homie Snoop feierte. Auch die Gastfeatures fallen dieses Mal deutlich abwechslungsreicher aus als auf dem Vorgängeralbum. So sind neben den No Limit Soldiers die zwar vorhanden sind, aber hier nur sehr spärlich auftreten auch alte Weggefährten wie Warren G, Nate Dogg oder der gute Doktor mit einem obligatorischen Verse vertreten. Ebenfalls vertreten sind unter anderem Snoops damaliger Newcomer Goldie Loc, Onyx Mitglied Sticky Fingaz, Suga Free, der DJ Quik Protege Mausberg und Xzibit. Somit durfte man sich also schon alleine anhand der Besetzung auf einen ganz anderen Sound freuen.
Und dieser Sound hat es definitiv in sich. Nach seinem letzten Ausflug in südlichere Gefilde steht der Sound von "No Limit Top Dogg" Snoop deutlich besser zu Gesicht. So gibt es zu einem überwiegenden Teil wunderbar zu Snoop passenden West Coast Sound, auch die Gäste tun ihr übriges und fügen sich nahtlos ins Soundbild ein.
Anspieltipps gibt es hier einige: So steuerte Dr. Dre ,welcher ca ein halbes Jahr später seinen Klassiker "2001" veröffentlichen sollte, gleich 3 Tracks bei. Auf dem Albumopener "Buck Em" kickt Snoop auf einem atmosphärischen, minimalistischen Dre Beat klassische Representer Lines und macht gleich zu Anfang klar wo die Reise hingeht. Mit "Bitch Please" gibt es gleich noch eine Monstersingle auf der vom genialen Beat, dem Zusammenspiel zwischen dem irre starken Xzibit und Snoop bis hin zum coolen Auftritt von Gangster Crooner Nate Dogg einfach alles stimmt. Auch der 3. Beitrag des Doktors, "Just Dippin" bei dem auf einem extrem lässigen Beat eine kleine Death Row Reunion mit coolen Parts von Snoop, Dre und Sängerin Jewell stattfindet weiß absolut zu überzeugen. Hausproduzent Meech Wells welcher schon auf dem Vorgänger einige Höhepunkte zu verantworten hatte überzeugt auch hier wieder mit einigen Brettern, vorallem das fette "My Heat Goes Boom" auf dem Snoop auf einem mächtig bouncenden Beat cool wie eh und je seine Drohungen kickt, der melancholisch, atmosphärische Storyteller "In Love With A Thug", die "G Bedtime Stories" auf denen Snoop etwas andere Gute Nacht Geschichten zum besten gibt, der atmosphärische "Gangsta Ride" mit einem genial flowenden Snoop oder das lässige "Betta Days" stechen hervor. Ebenfalls sehr stark sind das von DJ Quik produzierte "Dont Tell" auf dem zusammen mit den 213 Homies Warren G, Nate Dogg und Mausberg auf einem im besten Sinne nach Sommer in Kalifornien klingenden Instrumental Weibergeschichten ausgepackt werden, der Hoodbanger "20 Minutes" auf dem Snoop & Goldie Loc klassichen West Coast Gangsta Rap servieren oder auch das coole "Party With A D.P.G. inklusive Earth, Wind & Fire Sample. Ebenfalls erwähnt werden muss natürlich der Überbanger "Down 4 My Nz" mit C-Murder und Magic auf welchem Snoop selbst jedoch eher untergeht, was wohl auch daran liegen dürfte, dass dieser Verse lediglich ein Ersatz bzw. eine Notlösung war.
Natürlich gibt es auch ein paar unspektakuläre Songs auf dem 21 Tracks starken Album, so ist die "Ghetto Symphony" eine doch eher durchwachsene Angelegenheit, "Somethin Bout Yo Bidness" tut zwar keinem weh aber aus der Kombination von Snoop & Raphael Saadiq wäre sicherlich mehr zu holen gewesen als dieser doch eher schnarchige Slow Jam, "Bussn Rocks" ist eine okaye aber nicht unbedingt nötige Neuauflage eines Songs aus der Death Row Zeit und auf dem ansonsten coolen "Trust Me" stellt Suga Free ,den man wohl entweder liebt oder hasst, mit seiner sehr eigenwilligen Delivery für mich eher einem Störfaktor dar. "I Love My Momma" ist natürlich nett gemeint und das Instrumental und der Gesang ist durchaus ok, aber Snoops Part ist eher farblos.
Mit "No Limit Top Dogg" liefert Snoop zweifelsfrei sein bestes Albums seit der "Death Row Zeit. Der dominante West Coast Sound steht ihm super zu Gesicht und sorgt im Zusammenspiel mit den Gästen für eine sehr starke Platte. Definitiv sehr empfehlenswert!
Anspieltipps: Buck Em, My Heat Goes Boom, Bitch Please, Just Dippin, In Love With A Thug, G Bedtime Stories, Betta Days, Gangsta Ride, Party With A D.P.G., Dont Tell, 20 Minutes
Skips: Somethin Bout Yo Bidness, Ghetto Symphony, Bussn Rocks, I Love My Momma
Extras:
Hier noch zwei Leftovers. "Neva Again" wurde von Meech Wells produziert und entstand im Rahmen der Sessions für das Album, bei der Originalversion von "Gangsta Ride" war ursprünglich Daz Dillinger dabei. Der Song wurde neu aufgenommen da Master P keinen Beef auf Songs austragen wollte und somit dieser Diss Track gegen Swoop G und Lil C Style gestrichen wurde.