HipHop is dead (15.12.2006)
So, zwei Jahre nach seinem letzten (Doppel)Album kommt nun also der Nachfolger. Dieser wartet mit einem Titel auf, der für den einen provokant sein mag, dem anderen eher ein müdes Lächeln abgewinnen mag.
Starten wir zunächst mit den Facts:
Wir haben hier 16 Tracks, welche prominente Feats aufweisen können. Neben will.i.am, Kelis, Kanye West, Snoop und The Game liegt das Hauptaugenmerk sicher auf der großen Versöhnung zweier Rapschwergewichte, dem Feature mit Jay-Z. Das Ganze hat nicht ganz die Brisanz einer Versöhnung zwischen Pac und BIG, liefert dennoch einen heiß erwarteten Moment. Bereits im Vorfeld gab es einen Überraschungsauftritt während einer Performance von Jay-Z.
Für die Produktion wurde erneut eine Vielzahl an Produzenten gewonnen. Neben dem obligatorischen Beats von L.E.S gibt es Instrumentale von Dr. Dre, Kanye West, will.i.am, Scott Storch und weiteren zu hören. Auch der Basketballspieler Chris Webber liefert einen Beat.
Beginnen wir mit dem am heißesten erwarteten Track: „Black Republican“. Ich finde das Ding gut und kann das auch gut und gerne auf Repeat laufen lassen. Nas ist hier zwar stärker, finde aber, dass dieser Kombi hier ein starker Song gelungen ist.
Der Titeltrack hat mir damals gut gefallen, ist aber nach heutigem Stand nicht mehr so mein Ding. Generell kann ich mit will.i.am als Rapper auch nicht viel anfangen. Der Track ist in Ordnung, für mich aber zu vernachlässigen. Würde Nas heute solche Thematiken ansprechen, könnte ich mich damit sicher identifizieren. Im Jahr 2006 war die HipHop-Welt aber doch noch einigermaßen in Ordnung. Finde die Tatsache, dass einem der aktuelle Sound nicht zusagt, als Aufmacher für sein Album zu wählen, eher übertrieben. Die Tracks mit Snoop und Kanye holen mich nicht ab, würde die auch nicht gezielt anspielen, sie nerven aber auch nicht beim Durchhören. Stark ist was anderes. „Hustlers“ gefällt mir hingegen sehr gut. Der Beat von Dre ist für sein damaliges Schaffen stabil und Game liefert auch einen guten Part. Ein gelungener Track. Ein weiterer Track, der mir sehr gut gefällt, ist die Nummer mit Chrisette Michele „Cant forget about you“. Für mich eine gut harmonierende Kombi auf diesem Song.
Die restlichen Songs warten schon mit typischen guten Lyrics von Nas auf, können aber keine überzeugenden Produktionen aufweisen. Generell dümpelt das Album so vor sich hin. Bezeichnend, dass eines der Highlights dann ein Acapella-Song ist. Tracks wie „Carry on Tradition“ oder „Let there be light“ sind stark, aber leider eher eine Ausnahme.
Es ist kein schlechtes Album, aber bei Nas hat man einfach höhere Erwartungen. Mit einem Executive Producer hätte das sicher eine mehr als runde Sache werden können, leider kommt für mich kein kohärentes Soundbild zum Tragen. Zum ersten Mal in diesem Thread erwähne ich den Mythos des schlechten Beatpickings. Auf dem Vorgänger konnten mich mehr Songs in ihrer Gesamtheit überzeugen, weswegen ich dieses Werk knapp dahinter einordne.
4.8 von 10 Punkten.