Ranking aller FLER Alben [Abgeschlossen]

Para_Paule

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Könnte ein heutiger Sido-Song sein
Ne dann hätte das keinen Rummel- elektro Beat sondern Piano und Sido würde erzählen dass Markenklamotten eigentlich nicht so wichtig sind aber er als kleiner Junge kein Geld für Air Max hat aber sie sich jetzt leisten kann. Natürlich mit extra- sanfter Erzieher Stimme.

Das Flizzy Ding ist schon richtiger Trash aber ist ein Ohrwurm für mich.
 

Kürbiskopf

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War auf Airmax 2. Du hast recht, nur leider ist der Text nicht nur absolut bescheuert, sondern auch mies gerappt, das kann ich mir nicht geben. :confused:
Ich finde, raptechnisch hat er schon schechter abgeliefert – Paketbote. Joa, der Text ist halt typisch Flizzy ("Du glaubst an den Teufel – 666 / Ich glaub' an mich selber – Benz, Benz, Benz"). :D
 

wild-vandal

verwarnt
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Im Bus ganz hinten
VÖ: 16.09.2011




Es geht Schlag auf Schlag: 6 Monate rum, neue Flizzy Platte iz da. „Im Bus ganz hinten“ sortiert sich ganz unauffällig in die Reihe der letzten, beliebigen, nichtssagenden Releases ein. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, was ich zu diesem Album schreiben soll, ich habs vor Langeweile kaum bis zum Ende ausgehalten (Tuntenroman folgt trotzdem).

„Du bist out“ ist noch ein ganz solider Opener, aber wenn die erste Zeile schon die Hashtag-Offenbarung „Die Scheiße ist zu heiß – Herdplatte“ ist, kann ich da kaum noch ein Auge zudrücken. Und wenn auf Track 2 auf einmal nicht Shizoe oder irgendeine Sängerin oder wer auch immer singt, sondern tatsächlich MOE MITCHELL mit seinem rausgepressten Rumgejaule in Erscheinung tritt, ist der Griff zum Vorschlaghammer auch nicht mehr weit. Moe Mitchell klingt so, als hätte man ihn während den Aufnahmen von hinten mit Jamaica Joe penetriert. Ich dachte, der wäre 2011 schon längst tot gewesen!?

„Dirty White Boy“ ist der x-te „Style & das Geld“ Ripoff. „Spiegelbild“ ist die wohl uncoolste, deutscheste Party-Nummer, die ich jemals gehört habe, dagegen wirken Massive Töne wie OGs. „Wir machen einen drauf“ handelt ganz stumpf davon, wie Ober-Player Flizzy irgendeine Olle durchnimmt oder so, ich habs ab der Hälfte geskippt. „Teer in meiner Lunge“ lässt mich mit 1000 Fragezeichen zurück!?!? So Sachen wie „Kein Kommentar“ und „Wenn ich kein Rapper wär“ sind blasse Ghostwriter-Pflichtaufgaben, absolut belanglos. MoTrip macht einfach fassungslos, das Album ist übersät mit Schlagwort-Vergleichen und komischen Formulierungen.

Es ist ja ganz lustig, Flers musikalische Selbstfindungsphase quasi live per Album mitverfolgen zu können. Aber dafür dann immer 15€ zu verlangen, ist dann nicht mehr so zum Lachen. Die Kohle braucht er wohl, um solche Nichtigkeiten wie „Im Bus ganz hinten“ auch noch als Premium oder Deluxe Edition mit fancy Pappschuber rausbringen zu können, zumindest liegt mir hier sowas vor.

Ich weiß ja nicht, ich hau das Teil wohl straight in den Müll. Ich möchte mir das Wochenende jetzt auch nicht weiter versauen eigentlich, geht wohl erst nächste Woche weiter.

Hörenswert: Ums uns rum, Freunde werden Feinde
Vermeiden: Spiegelbild, Zeichen, Wir machen einen drauf, Wenn ich kein Rapper wär, Blut auf dem Dancefloor
Vollmond ist doch noch ganz cool v.a. G Hot part schön ignorant .
 

pokusa

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Klar, hier und da ist irgendwas nicht total scheiße, aber wenn es sich um planlose, hingerotzte 0815-Mucke handelt, werte ich schon ziemlich extrem ab. Wenn etwas schlimmer ist als schlechte Musik, dann welche, die die Zeit der Hörer vergeudet...
 

pokusa

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Südberlin Maskulin II
VÖ: 09.03.2012




Ich dachte, dass es mit "Hinter blauen Augen" weitergeht, aber dazwischen kam ja noch dieses Kollabo-Werk raus, völlig verdrängt. Zumindest ist aber die Motivation etwas größer, hier mal wieder reinzuhören.

Achtung: Südberlin Maskulin 2 hat mit dem ersten Teil nichts gemeinsam! Es ist eine extrem unstimmige Platte, ein wildes Durcheinander verschiedenster Beats und Rap-Stile. Fast jeder Track kommt mit diesen damals zeitgemäßen 808-Snaredrums daher, selbst an und für sich gelungene Produktionen wie „Es war einmal in Südberlin“ oder „Pitbull“ werden damit völlig konterkariert (ansonsten tolle Instrumentals). Auch die krassen Hashtag-Dinger dürfen natürlich nicht fehlen.

Flizzard liebäugelt irgendwie so halb mit dem Ami-Style, will es am Ende aber jedem recht machen und raubt der Platte dadurch jeglichen Hörfluss. Einzeln betrachtet tummeln sich in der ersten Hälfte ein paar ganz okaye Ansätze, aber auch hier sorgen komische Entscheidungen dafür, dass man fast alles an Potential liegenlässt: „Pitbull“ wäre eine zumindest klanglich gute Kopf-Hoch-Nummer, aber dann diese Hook? Und diese hohlen Snares? „Underground“ wäre eine nette Huldigung an die alten Berliner Helden, aber dann pickt man so einen Beat dafür? „Jeden Tag Silvester“ wäre ein solider Representer, aber dann klatscht man da einen Dudelsack-Loop rein, der im Gegensatz zu „Was los?“ auf dem Vorgänger völlig deplatziert ist?

Ab dem zweifelhaft-legendären „Nice“ geht SBM 2 dann aber komplett die Luft aus, einzig „Nenn es wie du willst“ lässt noch einmal kurz aufhorchen – da geht dieser Ami-Style klar. Ansonsten ist die zweite Albumhälfte wohl so mit das mieseste, was Flizzardy aus Miami jemals auf CD gepresst hat. „Maskulin 2012“ klingt so, als hätten die Leute von diesem Fler-Fantreff im Psalm 23 Store jeweils nen 12er eingerappt. „Herzschmerz“ und „Charlie Sheen“ sind so schlecht, dass selbst Bushido das Album wohl nur widerwillig rausgebracht hätte. Auch Silla ist völlig von der Rolle, was für ein blasser Auftritt. Keine einzige brauchbare Line auf der ganzen CD, wasgehtab!?

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Hörenswert: Es war einmal im Südberlin, Nich mit Maskulin, Nenn es wie du willst
Vermeiden: Bleib wach, Ich heb ab, Nice, Solo, Maskulin 2012, Herzschmerz, Charlie Sheen
 
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dirtycash

Altgedient
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"Nice" fand ich richtig gut damals - Drummer im Video halt lulz (Travis-dingsen Style), aber zu der Zeit hab ich manisch Ami-Datpiff-Tapes abgecheckt auf der Suche nach Hits und dann kam als Querschuss auf einmal dieses Ding von "locals", hat mich schon geflashed (ohne derbe, Denyo). Ob's jetzt gut gealtert ist oder nicht mal dahingestellt, am Ende ist das Clubmusik und die ist so gut wie immer spätestens übermorgen scheiße.

Und diesen "Nach eigenen Regeln" Track kannte ich nicht, in der Phase war ich weg von deutschem Rap, der ist wirklich richtig gut. Danke für die Erwähnungen hier, hab ich wieder was gelernt. Aber da frag ich mich doch schon "Scheise was ist pasirt?", auch bei G-Hot.

Ausserdem nur Liebe für den Thread hier, @pokusa. Doing the lord's work.
 
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DieserBoy

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Nice ist auch der Thread hier :thumbsup:
Die Beiträge arbeiten die Stärken und Schwächen der Alben sehr nachvollziehbar heraus.

SBM 2 war für mich auch eine Enttäuschung. Dabei ist der erste Teil einer meiner Lieblingsreleases.

Mit Flers Soloalben konnte ich bis KKKMM und WDSNV nie was anfangen. Gab zwar immer 1-2 hörbare Songs auf seinen Platten aber das waren auch meistens nur die Featuretracks die hier auch schon genannt wurden.
 

pokusa

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Hinter blauen Augen
VÖ: 02.11.2012


★☆

Gefühlt hat „Hinter blauen Augen“ ja immer noch so den unrühmlichsten Ruf aller Fler Alben, aber ich muss schon sagen, dass der Stilbruch jetzt nicht so extrem ist, wie er damals erschien. Er hat sich ja schon auf den Platten davor angekündigt. Flizzard rappt auch gar nicht so pausenreich und lückenhaft, ist eigentlich fast alles wie immer. Er hat schon richtig erkannt, dass Personality sowas wie Reimtechnik immer aussticht, nur vergisst er halt auch immer, irgendwas Hörbares unter diesem Vorsatz zu produzieren. Er zieht die völlig falschen Schlüsse aus dem „neuen“ Sound und bombardiert die Hörerschaft mit haufenweise halbgaren und peinlichen Songs.

Im Endeffekt findet man ganz viele Versatzstücke vor, so ein Potpourri aus Future, French Montana, Rick Ross, Wiz Khalifa und all das, was 2011/2012 eben so am Start war. So wirklich stimmig ist das nur auf „La Vida Loca“, den mit Abstand besten Track auf dem Album. „Zu Gangster“ ist auch ganz hörbar, genauso wie „Du bist es wert“ – trotz Moe-Mitchell-Orgasmus im Refrain und dem uncoolen, veralteten Nicht-Ami-Style. Unangenehm sind die zahlreichen Player-, und Lady-Lover-Songs, die stellenweise einfach 1-zu-1 von French Montana übernommen wurden. Die sind halt maximalst schäbig, die Lyrics sind großer Schmarrn, die Stories aufgesetzt und Fler ist auch so das genaue Gegenteil eines lockeren Typen. „Lady Killa“ mit Dauer-Autotune könnte auch so in der Form von Hustensaft Jüngling sein.

Zumindest entertainen mich diese Songs auf eine ziemlich niederträchtige Art und Weise. Ich muss schon zugeben, dass es mich durchaus belustigt, mir Fler als Jetsetter vorzustellen, der das Karl-Lagerfeld-Life lebt, Sekt-Empfänge in Paris beiwohnt, seine Freundin, die ihm total verfallen ist, durchgehend mit irgendwelchen Plastikpüppchen im Hotelzimmer betrügt, im pinken Poloshirt mit G-Hot shoppen geht und sich völlig erschöpft vom Tüten tragen dann den Schweiß mit dem Gucci-Schal abtupft. Nur stelle ich trotzdem sicherheitshalber klar, dass es sich bei diesen Songs um die glasklaren Tiefpunkte seines Schaffens handelt.

Die Beats sind halt bemüht, aber schlecht kopiert. Verwunderlich, dass DJ Ilan an den ganzen Produktionen beteiligt war. Man hört schon raus, dass weder Flizzy noch die anderen Beteiligten so wirklich gecheckt haben, was die da jetzt genau machen wollen. Alles in allem ein Experiment, das eher nicht gelungen ist, aber sind wir mal ehrlich: Alles ist besser als die graue Masse an Alben davor.

Hörenswert: La Vida Loca, Zu Gangster, Du bist es wert
Vermeiden: Nummer 1, Schönheit ist vergänglich, Nimm mich wie ich bin, Psychopath, Lady Killa, Team Blade
 
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mueslisohn

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Was für ein Cover auch :D
Hab leider seit 8 Jahren Ohrwurm von diesem Track:

denn diese schuhe sind zum laufen da :emoji_basketball_player::emoji_cartwheel:
 

Kürbiskopf

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Zumindest entertainen mich diese Songs auf eine ziemlich niederträchtige Art und Weise. Ich muss schon zugeben, dass es mich durchaus belustigt, mir Fler als Jetsetter vorzustellen, der das Karl-Lagerfeld-Life lebt, Sekt-Empfänge in Paris beiwohnt, seine Freundin, die ihm total verfallen ist, durchgehend mit irgendwelchen Plastikpüppchen im Hotelzimmer betrügt, im pinken Poloshirt mit G-Hot shoppen geht und sich völlig erschöpft vom Tüten tragen dann den Schweiß mit dem Gucci-Schal abtupft. Nur stelle ich trotzdem sicherheitshalber klar, dass es sich bei diesen Songs um die glasklaren Tiefpunkte seines Schaffens handelt.
Großartig beschrieben! :D :thumbsup: HBA war zu bestimmt 90 % ein großer Reinfall, aber macht irgendwo trotzdem mehr Spaß als die meisten Fler-Alben bis dahin. Schon krass, wie viel Schrott er im Laufe der Jahre releast hat. Bin jetzt echt gespannt auf deine Meinung zu "Blaues Blut", das für mich im Vergleich zum Vorgänger schon einen Quantensprung darstellt und bis heute eins meiner Lieblingsalben von ihm ist.
 

pokusa

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Blaues Blut
VÖ: 19.04.2013


★★★☆

Der missverstandene Fler haut nur wenige Monate nach dem zumeist doch eher peinlichen „Hinter blauen Augen“ die nächste Platte raus: „Blaues Blut“, JUNGE. Keine aufgesetzte Player-Schiene mehr, sondern breitbeiniges Rumgehabe auf Albunglänge, yeesss!

Hauptverantwortlich für alle Produktionen sind diese ominösen Hijackers, die nach der Platte dann aber auch wieder so schnell verschwunden sind, wie sie kamen. Aber was soll man sagen, die verstehen schon was von ihrem Handwerk. Die Produktionen weisen alle eine gewisse Dynamik und Verspieltheit auf. Das Soundbild ist schön trocken, wird an den richtigen Stellen aber immer mal wieder durch ein paar Keys, Synthies, tickenden Hi Hats und gescratchten Vocals aufgelockert. Die Drums sind angenehm schwerfällig und ergänzen Flizzys holprigen Vortrag vorzüglich. Bei „Barack Osama“ oder „Pheromone“ wird auch mal die ganz große Keule ausgepackt, alles sehr stimmig. Sympathisch sind die gelegentlichen G-Funk und Screwed n Chopped Elemente. Da gibt's für die geneigten Hip-Hop-Nerds schon einiges zu entdecken.

All diese Eigenschaften kumulieren sich in „Chrome“, ist für mich ein verdammter Hit. Flizzy hat auch – was viel zu selten vorkommt – gelungen arrogante Lines am Start: „Der erste deutsche Rapper, der sich anzieht wie ein Star / Ich scheiß auf integriert, steck dir den Bambi in dein Arsch“. „Blue Magic“ ist genauso hitverdächtig, ein aggressiver Banger im Stile von Chief Keef und Konsorten. Warum nicht immer so!?

Die erste Hälfte ist noch etwas fad, da Fleur zu bemüht die Pausen setzt und mal wieder Billo-Hashtag-Vergleiche am Start hat, danach geht’s aber schon gut ab. „Barack Osama“ ist gelungener Breitwand-Trash in Ultra HD, „BinNBinNGrizzly“ ist zwar nur Trash, wummert aber schön bedrohlich aus den Boxen. „Echte Männer“ ist herrlich stumpf auf diesem GLOCKENBEAT und die Parts kommen gut rein, Silla mit nem Bomben-Verse. Generell heben die Features das Album ne ganze Stufe höher, der prominent vertretene G-Hot springt immer dann ein, wenn es bedrohlich eintönig wird in Sachen Vortrag. Das Sample auf „City Boy“ ist ganz fluffig verarbeitet, hehe. Kollegah wird auf „Mut zur Hässlichkeit“ gekonnt und humorvoll auseinandergenommen, ist aber eher eine Art Skit. Störend sind die diversen Variationen des Wortes "Maskulin" im Stile von EMMA-EMMA-ES-Q oder wahlweise EMMA-S-QLIN.

Tja, war Flir also tatsächlich seiner Zeit voraus? Sagen wir es mal so: Würde er genau diese Platte 2021 rausbringen, würden ihm viele zu einem gelungenen Frank White 2.0 Sound-Upgrade gratulieren. Ich lass das mal so stehen.

EDIT: Wisst ihr was? Ich hau noch einen halben Stern drauf, einfach so. Völlig verrückt hier.

Hörenswert: Biggest Boss, Chrome, Blaues Blut, Barack Osama, Skurpellos, Echte Männer, City Boy, Blue Magic
Vermeiden: Maschine, German Dream
 
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