Ranking aller Dr. Dre Alben (inkl. World Class Wreckin` Cru & NWA)

southsider 88

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Wir biegen hier in dem Thread langsam auf die Zielgeraden ein - es folgt nur noch die Compton-Review (falls Dre nicht während der Super-Bowl-Halbzeit-Show Detox doch noch raus haut hahaha) und die wenig produktiven letzten 10 Jahre. 2012 war das letzte Jahr, wo Dr. Dre als Beatproduzent so richtig in Erscheinung getreten ist. In den Folgejahren hat er zwar noch an Beats mitgearbeitet, aber angesichts von meist 3-4 weiteren Produzenten, die an den Beats mitgearbeitet haben, bleibt da häufig unklar, welche Rolle der Doktor beim Produktionsprozess gespielt hat. Klar hat er auch vorher schon eine Reihe Helfer gehabt, aber da war noch deutlich, dass das Endprodukt ohne letzte Segnung des Doktors nicht die Öffentlichkeit erreichen wird. Seine Arbeiten in 2012 konnten sich jedenfalls nochmal richtig sehen lassen.













 

southsider 88

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The Contract werde ich auch bewerten. Der Startpost ist bereits editiert. Compton Review ist auch im Anmarsch. Vorher noch die Chronistenpflicht mit den Tracks aus 2014:







 

southsider 88

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Compton (2015)

Das Album:


Hintergrund: Bereits in 2001 kündigte Dr. Dre das nächste Soloalbum namens Detox für Ende 2002 an. Es sollten nicht wieder 7 Jahre bis zum nächsten Soloalbum vergehen. Wie er sich irrte. 14 Jahre später war das Album immer noch nicht erschienen, dafür aber das Konto sehr gut gefüllt. Zudem nahm sein musikalischer Output gefühlt immer mehr ab, so dass die Allgemeinheit kein Album mehr von ihm erwartete. Dann kam in 2015 der Knall: Dre legte das Kapitel Detox endgültig ad acta und kündete stattdessen eine Zusammenstellung namens Compton an. Trotz zahlreicher Studiosessions mit den damals größten Namen im Rapgame konnten die Aufnahmen für Detox den perfektionistischen Dr. Dre nicht überzeugen. Sein eigener Anspruch war mit jedem Soloalbum etwas Neues zu schaffen und ein anderes Level zu erreichen. Die geleakten Tracks, wovon Kush trotz Akon noch einer der Aufregendsten war, legten nahe, dass Detox vermutlich nicht an die beiden vorangegangenen Klassiker anknüpfen würde können - insofern war der Rückzieher nachvollziehbar. Gehört hätte man das Material trotzdem mal gerne in ordentlicher Qualität und sei es nur auf einer Lost Tracks-Zusammenstellung. Die Inspiration für Compton bekam er während den Dreharbeiten für das sehenswerte NWA-Biopic Straight Outta Compton. Mehr Zusammenstellung als Soloalbum, war nicht nur die Featureliste wie bei ihm gewohnt sehr ausführlich, sondern auch die Produzentenliste war schier endlos und befreite ihn offensichtlich von der Last der Perfektion, welche er bei Detox noch auf seinen Schultern spürte.

Meine Wertung: 8/10 - Wer eine Fortsetzung von 2001 oder aufgrund des Namens des Albums ein G-Funk-Album erwartete, wurde vom Sound des Albums gnadenlos enttäuscht. Das Soundbild entspricht eher dem Zeitgeist der 2010er-Jahre und stellte die Rapwelt nicht auf den Kopf wie das die Vorgänger taten. War jedoch der erste Schock überwunden, konnte der geneigte Hörer auch Gefallen an der musikalischen Untermalung finden. Focus, Bink, DJ Khalil, DJ Dahi, Dem Jointz und Cardiak machten ihre Arbeit ordentlich und stellten gemeinsam mit Dr. Dre eine qualitative Grundlage für die Vocals sicher. Besonders heraus sticht jedoch DJ Premier, der bei Animals seinen besten Beat seit Jahren beisteuerte und somit diesem Legendentreffen den würdigen Rahmen verpasste. Bei Animals kommen dann auch exemplarisch zwei weitere Stärken des Albums zum tragen. Zum Einen war Dr. Dre inhaltlich deutlich gereift und klang dennoch hungrig und zum anderen wurde bei den Features wieder mal ein gutes Gespür bewiesen. Anderson.Paak war zu diesem Zeitpunkt noch ein eher unbekannter aufstrebender Künstler, welcher auf Compton nicht nur bei Animals, sondern auch bei It´s All On Me echte Highlights schuf und später mit dem wunderbaren Album Malibu uns eine echte Perle schenkte. Kendrick Lamar hatte mit To Pimp A Butterfly gerade das beste Album des Jahrzehnts abgeliefert und zeigte auch hier, dass ihm die Krone des besten Rappers der 2010er-Jahre gehört. Absolut herausragend was er auf Genocide, Gone und Deep Water ablieferte. Auch die alten Weggefährten Ice Cube und Snoop Dogg hatten richtig Lust und steigerten sich deutlich gegenüber den in Vorjahren gezeigten Leistungen. Xzibit und The Game gehen bei Zusammenarbeiten mit Dr. Dre auch immer. Eminen dagegen wieder mit einem grenzwertig geisteskranken Part („I even make the bitches I rape cum“). Das Feature von Cold 187um war eine seit langer Zeit überfällige Geste und sorgte für Besänftigung in der G-Funk-Erfinder-Debatte. Für Jon Conner und King Mez schien der Durchbruch gelungen, wobei sich das nur bei ersterem bewahrheitete.
Aus diesen Bestandsteilen ist ein durchgehend gutes Album mit einigen Highlights und ohne unhörbare Ausfälle entstanden, welches sicher zu den besseren Alben in den letzten 10 Jahren zählt. Für die Höchstwertung oder fast die Höchstwertung reicht es für mich aber nicht aus, da zu viele Songs für mich gut, aber nicht herausragend sind. Die volle Punktzahl würde ich nur Animals und Talking To My Diary geben. Dazu noch eine Reihe 9/10 Songs wie Genocide, It´s All On Me, All In A Day´s Work, Loose Cannons und Issues. Der Rest ist in meinen Augen im Schnitt eher so 7/10-Material. Macht dann insgesamt für mich eine gute 8/10-Wertung.

Beste Tracks: Genocide, It´s All On Me, All In A Day´s Work, Animals, Talking To My Diary
 

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For The Love Of Money ist 13/10 Material, Just Another Day (Game's Lebensperformance) ebenfalls...wenn du den anderen 2 nen 10er gibst, dann Compton ausch...

Zu dem Yomo und Maulkieremake will ich, dass ein Habibi mit langen Haaren Königs31er ins Jesicht schiesst.

Medicine Man, wie MnM da einpudert ist relativ irre...

Von den 2 Dre Releases die live miterlebt wurden ist mir Compton lieber.
 
Last edited:

southsider 88

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Springen wir ins Jahr 2016 und starten mit dem großartigen T. I., der einen schönen Beat von Dre und Sir Jinx bekam:




Dazu noch ein wenig unveröffentlichtes Material:







 

southsider 88

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Noch ein unveröffentlichter Song:




2018 arbeitete er auch an vier Songs vom Malibu-Nachfolger Oxnard mit:







 

southsider 88

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Zum Abschluss der Dr. Dre Produktionswerkschau gibt es leider kein großes Finale, sondern nur Co-Produktionen für Eminems vernachlässigbares Album Music to Be Murdered By aus dem Jahr 2020.







 

southsider 88

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GTA: The Contract (2022)

Die EP:



Hintergrund: Ursprünglich bei Grand Theft Auto Online als neue Radiostation im Dezember 2021 installiert, wurden die sechs Tracks im Februar als digitale Singles unter dem Namen GTA: The Contract veröffentlicht. An den Boards bekam Dr. Dre Unterstützung von unter anderem Bink!, The Alchemist und Dem Jointz. Als Features waren neben erwartbaren Namen wie Snoop Dogg, Eminem und Anderson.Paak auch Nipsey Hussle, Thurz und Rick Ross am Start.


Meine Bewertung: Da es nur eine EP mit 6 Songs ist, verzichte ich auf die Punktevergabe und gehe stattdessen auf jeden Song einzeln ein.

Bei The Scenic Route wechseln sich Rick Ross und Dr. Dre am Mikrofon ab, Anderson.Paak liefert die Hook. Der Beat von Phonix und Dr. Dre produziert, klingt wie ein typischer Rick Ross-Track, also mit Bläsern und pompös. Mir gefällt das, auch wenn man meinen könnte der Beat wäre von der J.U.S.T.I.C.E. League. Textlich geht es um (Geld-)Geprotze, was gut zu dem Beat passt. Die Hook gefällt mir auch. Insgesamt also eine guter Anfang.
Mit Gospel tue ich mich schon schwerer. Der Beat ist ok, wenn auch der Loop recht monoton ist. Dazu ist die Hook grausam und mit dem Eminem der letzten Jahre tue ich mich auch schwer - seinen Parts wirken immer straight runtergespittet ohne Gefühl für den Beat. Find seinen Part hier aber noch in Ordnung bzw. besser als der von Dr. Dre. Hätte den Song nicht unbedingt gebraucht.
Der Solotrack Black Privilege wurde gemeinsam mit Bink! produziert und hat einen ordentlichen Beat. Der Vortrag des Doktors zählt aber zu den schwächeren in seiner Karriere. Da fehlt eindeutig der Flow. Die erste Bridge ist zum abgewöhnen. Hier wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen.
Diamond Mind startet mit einem Verse von Nipsey Hussle und fährt mit einem schönen Beat auf, der gemeinsam mit Dem Jointz und The Alchemist produziert wurde. Nipsey kommt auf dem Beat richtig gut. Auch Dr. Dre hier wieder mit einem bessere Part. Auf Ty Dolla $ign hätte ich verzichten können. Dennoch ein guter Track.
Der beste Track auf der EP ist für mich ETA. Sehr cooler, souliger Beat auf welchem sich die richtigen Gäste das Mikrofon teilen. Anderson.Paak ist wieder mal großartig, Snoop ist nach 30 Jahren immer noch ein Gewinn für jeden Dr. Dre Beat und Busta Rhymes bringt die Energie. Feier das sehr, wie sich bei den Parts abgewechselt wird.
Fallin Up zum Abschluss ist dagegen der Track, welcher mir am wenigsten zusagt. Diese Plastikdrums, wofür Dem Jointz verantwortlich sein dürften, gefallen mir überhaupt nicht. Ebenso löst der Autotuneeffekt bei der Hook bei mir Würgreflexe aus. Cocoa Sarai kannte ich vorher nicht – das hätte auch gerne so bleiben können. Thurz hat einige sehr gute Tracks (checkt z. B. mal Long Live, Don´t Come To L.A. und Cents von ihm aus, wenn ihr diese Tracks noch nicht kennt) und ich habe mich gefreut ihn auf der Featureliste zu sehen. Leider liefert er hier nur einen verzichtbaren Chorus – sehr enttäuschend.

Fazit: Der Klassikerkatalog des Doktors wird hier mit Sicherheit nicht erweitert. Mit 3 guten und 2 Tracks, die halbwegs in Ordnung sind, ist die EP keine Katastrophe aber auch nichts was ich in Dauerschleife oder in einem halben Jahr noch hören würde. Finanziell wird sich die Geschichte für Dre sicherlich gelohnt haben, wird Rockstar doch sicherlich die Geldbörse im Vorfeld geöffnet haben. Mancher Fan (mich eingschlossen) hätte sich aber sicher etwas mehr Qualität gewünscht.
 

southsider 88

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Das finale Ranking:

1. 2001 (1999) 10/10
2. Snoop Dogg - Doggystyle (1993) 10/10
3. The Chronic (1992) 10/10
4. N.W.A. - Niggaz4Life (1991) 9/10
5. N.W.A. - Straight Outta Compton (1988) 9/10
6. Compton (2015) 8/10
7. Above the Law - Livin' Like Hustlers (1990) (Gemeinsam mit Above the Law produziert) 8/10
8. The D.O.C. - No One Can Do It Better (1989) 8/10
9. Eminem - Relapse (2009) 7/10
10. The Wash Soundtrack (2001) 7/10
11. Eazy-E - Eazy-Duz-It (1988) 6/10
12. Dr. Dre Presents The Aftermath (1996) 6/10
13. N.W.A. - N.W.A. And The Posse (1987) 5/10
14. World Class Wreckin´ Cru - Rapped In Romance (1986) 2/10
15. World Class Wreckin´ Cru - World Class (1985) 2/10
16. J.J. Fad - Supersonic (1988) 1/10

Vielen Dank an alle, die sich mit Beiträgen und (positiven) Bewertungen an dem Bewertungsthread beteiligt haben.:thumbsup: Es war mir eine Freude und ich denke das Schaffen von Dre ist hier nun angemessen abgebildet.
 

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9. Eminem - Relapse (2009) 7/10
10. The Wash Soundtrack (2001) 7/10
11. Eazy-E - Eazy-Duz-It (1988) 6/10
12. Dr. Dre Presents The Aftermath (1996) 6/10
13. N.W.A. - N.W.A. And The Posse (1987) 5/10
14. World Class Wreckin´ Cru - Rapped In Romance (1986) 2/10
15. World Class Wreckin´ Cru - World Class (1985) 2/10
16. J.J. Fad - Supersonic (1988) 1/10

Das ist alles unter 5er Müll, wobei Aftermath noch Beste...Compton heb ich auf nen 10er...
 
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