Ranking aller Beginner Alben [Abgeschlossen]

Svansen

Moderation
Supporter:in
Mitglied seit
27 Juli 2002
Beiträge
17.853
Ich glaube, BAH ist der Ursprung dieses Denyo is wack Memes, auch wenn das bei Release noch nicht so stark diskutiert wurde
 

$aven

Altgedient
Mitglied seit
24 Juli 2002
Beiträge
2.228
Eine kleine Auswahl zur Demonstration, inkl. Beispielen aus der 2.0 Version:
  • Das tut weh wie nach zehn Metern auf den Bauch geklatscht.
  • Schwitzende Idioten, die stinken wie Pinkel-Proben.
  • Mir geht es nicht gut wie nach ‘ner Tonne Junk Food.
  • Wenn wir rappen, flutscht das wie Flitzkacke.
  • Unsympathisch, jung-dynamisch wie Friedrich Merz.
  • Mama redet nie, Papa pöbelt wie Trapattoni.
  • Während wir die Dinge mit anderen Augen sehen wie Chinesen.
  • Wir werden niemals dumm dastehen wie X-Beine.
  • Nicht rumdudeln, wie Schotten mit Dudelsäcken.
  • Fehl am Platz wie beim Kampfsport 'ne Backpfeife.
  • Leute die Scheiße fressen wie es 'n Staubsauger tut.
  • Alle drehen irgendwie durch, genauso wie ein Karussell.
  • Weil er den ganzen Tag nur rumhängt wie Hängetitten.
  • Alles liegt in Scherben so wie ein geköpftes Sparschwein.
  • Mein Rezept zum Erfolg ist geheim wie Ratsecken.
  • etc. pp.
Ich musste so hart lachen über die Vergleiche (die man imaginär natürlich mit Denyo Voice durchliest)... mein Arbeitskollege fragte schon, was los sei?
 
Mitglied seit
19 Mai 2021
Beiträge
63
Minidisco 2001
2.png

Aus dem ersten Soloalbum von Denyo kannte ich Vaul & Späth, Spiel 77 und 60 Hz. Den Rest entweder nie gehört oder vergessen. Letzteres ist sehr wahrscheinlich. Denn Minidisco ist die Musikwerdung der Belanglosigkeit. Trotz zweimaligem Hören wusste ich nicht, was ich zu diesen elf Songs schreiben soll, so egal war mir das alles. Habe dann erstmal Blast Action Heroes bearbeitet und bin anschließend zu Minidisco zurückgekehrt. Immer noch nichts. Der Vollständigkeit halber hiermit trotzdem der Versuch, mir eine Bewertung abzuringen.

Denyo rappt unspektakulär über durchschnittliche Beats. Kaum Schnitzer, kaum Highlights. Wenn sich mal ein Song mit Potenzial anbahnt, wird er durch abstoßende Elemente zunichte gemacht (Peta Devlins Gesang im Mini Intro, nervige Eißfeldt Hook auf 60 Hz). Auffällig ist die Unauffälligkeit der Refrains, die entweder zwischen den Strophen unterzugehen drohen oder aus Freestyle-artigen Singsang bestehen. Diesbezüglicher "Höhepunkt" ist der Song Debut, quasi eine Bestandsaufnahme gegen Album-Mitte, auf der Denyo die Zuhörer daran erinnert, wo sie hier gerade eigentlich sind: »Denyo Debuuut, Doppel-7 Debuuut, Denyo Debuuut, also sage es jetzt: Wie fandest du die Platte - die Platte… bis jetzt?« Völlig gaga, völlig sinnlos. Nervig vor allem, weil ich tagelang einen Ohrwurm davon hatte.

Vaul & Späth mit Illo 77, Das Bo und D-Flame ist nicht umsonst bei mir hängengeblieben. Für mich der stärkste Track. D-Flame Hook kommt immer noch gut auf dem Beat und mit viel Wohwollen gehen auch die Parts klar. Das gestellte Battle mit Illo in Spiel 77 eigentlich auch noch hörbar, trotz ausgelutschtem Konzept und zahlreicher Fremdscham-Lines (»Spiel du mal Wasserball im Fußbad, du Eichel ohne Vorhaut« - Illo). Denyo dafür mit ungewohnter Schärfe: »Deine Uromas, Opas, Enkel und wen du noch so kennst/ deine Familie ist ein Scheißverein und du der Präsident!«

Auf Nazi, Nazi mit Paolo zeigt sich, wie sehr Denyo 2001 raptechnisch hinterher war. Paolo hier locker zwei, drei Klassen über ihm. Immer blöd, wenn der beste Part des Albums vom Featuregast kommt. Kann mir auch vorstellen, dass Denyos komplett ausgewechselte Delivery und Art des Texteschreibens auf Blast Action Heroes das Ergebnis seiner Auseinandersetzung mit Minidisco war. Anders kann ich mir die Hinwendung von einem Stil zum anderen innerhalb so kurzer Zeit nicht erklären.

Auf Youtube hat jemand in der Kommentarspalte zu 60 Hz geschrieben: »Also wer hier keine gänsehaut bekommt, Der pafft zuwenig!« Mag sein. Nüchtern (und ohne Nostalgiebrille) lockt dieses Album aber keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Zwei völlig egale Sterne.
 

BochumerJunge

Gold Status
Supporter:in
Mitglied seit
28 Dezember 2004
Beiträge
3.445
Minidisco 2001
Anhang anzeigen 36795

Aus dem ersten Soloalbum von Denyo kannte ich Vaul & Späth, Spiel 77 und 60 Hz. Den Rest entweder nie gehört oder vergessen. Letzteres ist sehr wahrscheinlich. Denn Minidisco ist die Musikwerdung der Belanglosigkeit. Trotz zweimaligem Hören wusste ich nicht, was ich zu diesen elf Songs schreiben soll, so egal war mir das alles. Habe dann erstmal Blast Action Heroes bearbeitet und bin anschließend zu Minidisco zurückgekehrt. Immer noch nichts. Der Vollständigkeit halber hiermit trotzdem der Versuch, mir eine Bewertung abzuringen.

Denyo rappt unspektakulär über durchschnittliche Beats. Kaum Schnitzer, kaum Highlights. Wenn sich mal ein Song mit Potenzial anbahnt, wird er durch abstoßende Elemente zunichte gemacht (Peta Devlins Gesang im Mini Intro, nervige Eißfeldt Hook auf 60 Hz). Auffällig ist die Unauffälligkeit der Refrains, die entweder zwischen den Strophen unterzugehen drohen oder aus Freestyle-artigen Singsang bestehen. Diesbezüglicher "Höhepunkt" ist der Song Debut, quasi eine Bestandsaufnahme gegen Album-Mitte, auf der Denyo die Zuhörer daran erinnert, wo sie hier gerade eigentlich sind: »Denyo Debuuut, Doppel-7 Debuuut, Denyo Debuuut, also sage es jetzt: Wie fandest du die Platte - die Platte… bis jetzt?« Völlig gaga, völlig sinnlos. Nervig vor allem, weil ich tagelang einen Ohrwurm davon hatte.

Vaul & Späth mit Illo 77, Das Bo und D-Flame ist nicht umsonst bei mir hängengeblieben. Für mich der stärkste Track. D-Flame Hook kommt immer noch gut auf dem Beat und mit viel Wohwollen gehen auch die Parts klar. Das gestellte Battle mit Illo in Spiel 77 eigentlich auch noch hörbar, trotz ausgelutschtem Konzept und zahlreicher Fremdscham-Lines (»Spiel du mal Wasserball im Fußbad, du Eichel ohne Vorhaut« - Illo). Denyo dafür mit ungewohnter Schärfe: »Deine Uromas, Opas, Enkel und wen du noch so kennst/ deine Familie ist ein Scheißverein und du der Präsident!«

Auf Nazi, Nazi mit Paolo zeigt sich, wie sehr Denyo 2001 raptechnisch hinterher war. Paolo hier locker zwei, drei Klassen über ihm. Immer blöd, wenn der beste Part des Albums vom Featuregast kommt. Kann mir auch vorstellen, dass Denyos komplett ausgewechselte Delivery und Art des Texteschreibens auf Blast Action Heroes das Ergebnis seiner Auseinandersetzung mit Minidisco war. Anders kann ich mir die Hinwendung von einem Stil zum anderen innerhalb so kurzer Zeit nicht erklären.

Auf Youtube hat jemand in der Kommentarspalte zu 60 Hz geschrieben: »Also wer hier keine gänsehaut bekommt, Der pafft zuwenig!« Mag sein. Nüchtern (und ohne Nostalgiebrille) lockt dieses Album aber keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Zwei völlig egale Sterne.
Schon interessant, dass du "Debut" einerseits zerreisst, andererseits aber auch direkt schreibst, dass du einen Ohrwurm davon hattest. Verrückt, so funktioniert Musik manchmal halt, eine vermeintlich "einfache" Hook und schon hat man sie im Ohr. Jetzt kann man sagen: "Wow, ganz schön catchy, das macht irgendwie Spaß" oder man ist der große Musik-Connaisseur Persona, der Musik anscheinend nach einem Excel-Sheet bewertet und sich dann selbstgeißelnd eingestehen muss, dass "nicht sein kann, was nicht sein darf."
Bevor du dich wieder beleidigt und ge-gaslighted fühlst, schwenke ich dann doch lieber zu einer musikalischen Gegenkritik über:
Ich höre das Album bis heute gerne und zwar aus dem selben Grund, warum du es u. a. ablehnst: Es bleibt im Ohr ohne den Anspruch zu haben, als Referenzwerk oder künstlerische Großtat wahrgenommen zu werden. Minidisco halt, ein kleines, feines Stück Musik.
Irgendwie hat Denyo hier DAS (sein einziges!) Kleinod seiner Solo-Karriere abgeliefert. Dabei geht es auch nicht darum, ob da jetzt die gewitztesten Punchlines oder Wortspiele drauf sind. Konnte Denyo nie, das ist ja nun Konsens hier im Forum, ABER hier hat er einfach zahlreiche Ohrwürmer geschaffen, so dass der Inhalt noch egaler ist als bei anderen Alben:
Das Mini-Intro: Macht einfach Spass, die Stimme von Peta Devlin passt perfekt.
Single Sells: Hab diese Dissonanzen im Beat damals gefeiert und auch heute geht mir das gut rein, den Beat kann man auch heute noch problemlos bringen. Darüber hinaus einfach ist die Hook ein Ohrwurm.
60 hz: Hat für mich Anleihen von "Nie nett" von den Beginnern, kein Highlight, aber auch kein Skip.
LaLaLa: Auch wieder eine Ohrwurm-Hook.
Deutschland: Jan Delay-reggae-inspirierter Beat, Flow gefällt mir auch hier bis heute richtig gut.
Nazi, Nazi: Paolo mit starkem Part, auch Denyos Part gefällt mir.
Debut: Als das Album rauskam, hab ich gerade Zivildienst geschoben und durfte im Frühdienst meist um 5:30 anfangen, so dass ich sehr früh relativ allein auf der Autobahn unterwegs war um zum Dienst zu fahren. Dieses Album lief dabei sehr, sehr häufig und Debut habe ich dabei wirklich immer durchlaufen lassen. Ist natürlich auch nostalgisch aufgeladen, weil ich es mit einem gewissen Punkt im Leben verbinde (bzw. mit dem Fakt, dass ich während dieses Songs müde über leere Straßen gefahren bin), aber auch ohne entsprechende rosarote Brille ist das ein guter Song.
Vaul & Späth: Richtig guter Song, definitiv einer der Album-Highlights, die Flamme auf jeden Fall on Point.
Spiel 77: Wenn es für mich einen Skip-Track gab, dann noch am ehesten diesen.
Was nun?: Das war doch sogar eine Singleauskopplung, oder? So Thementracks sind immer schwierig, wenn man sowas nicht mag, kann das catchy sein wie sonst was, es bringt nix. Meinst ist sowas nicht, für das, was es ist, ist es aber auch nicht schlechter als vergleichbare Deutschrap-Ergüsse.
So bin ich: Würdiger Abschluss eines Albums, was ich damals richtig, richtig gut fand.....und auch problemlos den heutigen Check besteht.
Fazit:
Insgesamt ist das Album eine runde, kohärente Gesamtsache und insbesondere auch sehr gut produziert. Dass das ganze Ding nur 11 Anspielpunkte hat, ist durchaus positiv zu werten.

Nach der Sterntabelle hier 4/5 Sternen und - neben Searching for the Jan Soul Rebels - tatsächlich das beste Solo-Werk der Beginner.
 

10th Prince

Gold Status
Mitglied seit
19 Mai 2005
Beiträge
2.670
Naja, kann mich an das Album null erinnern, weiß nicht mal mehr ob ich es jemals komplett gehört habe. Aber abseits davon, ob die Wertung gerechtfertigt ist oder nicht, ist eine "Ohrwurm-Hook" doch wohl kaum ein zwingendes Qualitätsmerkmal?! Wenn ich so drüber nachdenke, was für Schrottmusik sich schon tagelang in meinem Kopf festgesetzt hat... Allein vom lesen des Textes der Hook musste ich grad schon mit den Augen rollen, weil es so bescheuert ist. Zugegebenermaßen kann ich Denyo aber auch nicht mehr vorurteilsfrei gegenübertreten.
 
Mitglied seit
19 Mai 2021
Beiträge
63
@BochumerJunge, immer noch salty? Unerwartet, aber na gut. Ohrwürmer entziehen sich völlig meiner Kontrolle und haben wenig bis gar nichts mit Qualität zu tun. Als ob du noch nie Mr. Saxobeat summend die Bochumer Straßen entlang gebrettert bist. Obwohl... wahrscheinlich nicht, weil immer die Gassenhauer von Denyo laufen. Selbstgeißelung um die Debut Hook schlecht zu finden, wo bin ich gelandet?

ABER hier hat er einfach zahlreiche Ohrwürmer geschaffen, so dass der Inhalt noch egaler ist als bei anderen Alben

Gewagte Aussage für einen Raphörer. Veranschaulicht aber ausgezeichnet, wie sich das wortreichste Musikgenre unserer Zeit in ein inhaltliches Niemandsland verirren und Sprache zur Nebensächlichkeit degradieren konnte.
 

Mister Chimp

Gold Status
Supporter:in
Mitglied seit
30 Mai 2014
Beiträge
4.379
wenn man die review so liest, dann sind die zwei sterne ja noch richtig gnädig. weiß auch nicht warum bochumerjunge da jetzt so ein problem mit hat. finde das alles nachvollziehbar was persona geschrieben hat und nur weil man früher fan war oder heute noch ist, muss man hier nicht auf beleidigt tun. aber das ist in diesem thread ja leider nichts ungewöhnliches.
album selbst hab ich nie gehört und werde ich auch nie. "debut" hab ich aufgrund der diskussion mal angemacht. alleine wie komisch denyo die ersten zeilen rauspresst reicht schon und bei der hook wars dann vorbei, was soll sowas?
 

BochumerJunge

Gold Status
Supporter:in
Mitglied seit
28 Dezember 2004
Beiträge
3.445
Hey Leude, bin echt nicht beleidigt, wenn man weder die Beginner noch Denyo feiert, das Muss und kann ich akzeptieren. Das sehen hier ja auch von mir sehr geschätzte User hier, vermutlich ist das dann mein „Guilty Pleasure“. Ich denke ich konnte einigermaßen erläutern, warum ich das Album mag. Dass man das dann wiederum als hängengeblieben bezeichnen muss bzw. das Ganze als Indiz sieht, dass man ja eigentlich der intellektuellere Rap-Hörer sei, naja....
 

pokusa

Gold Status
Mitglied seit
7 August 2011
Beiträge
4.356
Ich kann mich dahingehend in die Diskussion einbringen, dass ich alles außer Bambule whack fand oder nicht gehört habe. Peace Out. :emoji_v:

EDIT: Auf die """Dennis Lisk""" Review bin ich aber gespannt lach
 
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied seit
19 Mai 2021
Beiträge
63
The Denyos 2005
1.png

Mit verbundenen Augen und Stöpsel in den Ohren fetzt Denyo hier in den musikalischen Gegenverkehr und zerschellt an seinen Ambitionen. Das Ergebnis tut weh wie nach zehn Metern auf den Bauch geklatscht. Experimentierfreude? Klar, immer gerne. Je weiter sich Rapmusik von herkömmlichen Soundmustern entfernt, desto besser. Vorausgesetzt der Interpret weiß, was er tut und wo er hinwill. Doch genau daran scheitert es hier. Was für eine Irrfahrt! Ich persönlich habe selten etwas derart Nerviges gehört.

Das Album klingt wie der 2003er Denyo auf Nase. Alles wirkt nochmal zwei, drei Nummern aufgedrehter. Die Vergleiche wilder, die Betonungen schräger. Man möchte ihm fast unterstellen, hier mit Absicht herumzunerven. Triggert mich jedenfalls sehr. Thematisch wird nicht viel angerissen. Da wäre Hart aber Izzo, Denyos Version eines Kopf-Hoch-Tracks und ein Nostalgie-Song namens Scout & Amigo. Ein Lied zum Thema Zeit ist auch dabei, wobei ich Savas schon 2001 in einem Interview habe sagen hören, dass Rapper immer dann über Zeit rappen, wenn ihnen sonst nichts einfällt. Shoutout an Illo 77 an dieser Stelle.

Ansonsten bleibt hier alles schön an der Oberfläche. Nervig ist vor allem, dass sich Denyo trotz des God is a Music Debakels auf Blast Action Heroes erneut in Doubletime-Terrain begibt (The Denyos, B.B. King, Seegurke). Diese Disziplin verursacht selbst dann Kopfschmerzen, wenn ein Rapper sie beherrscht. Aber Denyo? Ernsthaft, get the fuck outta here. Mir ist klar, das Denyo die Konzert-Tauglichkeit der Stücke im Hinterkopf hatte und ich hoffe, dass einige Heads damals in den Genuss einer Liveshow kamen. Schön angetrunken, einen F*** auf alles gebend, kommt da sicher was bei rum. Bei vollem Bewusstsein ist das alles jedoch nicht auszuhalten.

Und erneut diese unsäglichen Wie-Vergleiche, die anders als auf dem Beginner-Comeback nicht mehr unterhaltsam in das Gesamtprodukt eingewoben wurden, sondern nur noch unangenehm herausstechen. Habe nicht nachgezählt, aber mir kommt das hier nochmal höher frequentiert vor. Nur einen halben Stern zu vergeben wäre schwachsinnig, weil natürlich Mühe reingesteckt wurde. Möchte aber anmerken, dass dieses Album mein persönlicher Tiefpunkt aus dem Beginner-Lager ist.

Lieblingszeilen:
  • Derber Rap, der euch wohlgesonnen ist wie Jan Delay der RAF.
  • Bin down mit den Kids wie die Supernanny.
  • Wer ist der Chef? Dreimal darfst du raten wie bei Sim-Karten.
  • Das Leben ist kein Zuckerschlecken wie Schwulsein und Muschilecken.
  • Ich allein bin ein Team wie die sieben Zwerge.
  • Ich kann dem Land nicht vertrauen wie Oscar Lafontaine.
  • Nie dünn wie Wimbledon ohne "Wimble".
  • Ich hab Spaß wie Kids bei Toys’R’Us.
  • Nichts von wegen Sunshine, so wie bei Gustav Gans, nein?
  • Richtig dunkel wie im Dezember.
  • Ein Leben im Käfig wäre so eklig wie Désirée Nick.
  • Ich geb euch Power wie 'ne Steckdosenleiste.
  • Sei nicht verkrampft wie Hände nach 'ner Runde FIFA-Soccer.
  • Ständig dieser linke Staat, der einen nervt wie Linkin Park.
  • Ich bin gefloppt wie Opel und Karstadt, diesmal gibt’s 'nen oberen Chartplatz (Anmerkung: The Denyos chartete auf 57).
  • etc. pp.
 
Zuletzt bearbeitet:

heiligeremilius

Altgedient
Supporter:in
Mitglied seit
11 September 2008
Beiträge
625
War damals mein erstes Konzert (ohne Papa). Weiss selbst nicht wie ich es da wieder rausgeschafft habe, aber hamdullah.
 

Patchu13

Gold Status
Supporter:in
Mitglied seit
29 Mai 2002
Beiträge
1.966
Minidisco 2001
Anhang anzeigen 36795

Aus dem ersten Soloalbum von Denyo kannte ich Vaul & Späth, Spiel 77 und 60 Hz. Den Rest entweder nie gehört oder vergessen. Letzteres ist sehr wahrscheinlich. Denn Minidisco ist die Musikwerdung der Belanglosigkeit. Trotz zweimaligem Hören wusste ich nicht, was ich zu diesen elf Songs schreiben soll, so egal war mir das alles. Habe dann erstmal Blast Action Heroes bearbeitet und bin anschließend zu Minidisco zurückgekehrt. Immer noch nichts. Der Vollständigkeit halber hiermit trotzdem der Versuch, mir eine Bewertung abzuringen.

Denyo rappt unspektakulär über durchschnittliche Beats. Kaum Schnitzer, kaum Highlights. Wenn sich mal ein Song mit Potenzial anbahnt, wird er durch abstoßende Elemente zunichte gemacht (Peta Devlins Gesang im Mini Intro, nervige Eißfeldt Hook auf 60 Hz). Auffällig ist die Unauffälligkeit der Refrains, die entweder zwischen den Strophen unterzugehen drohen oder aus Freestyle-artigen Singsang bestehen. Diesbezüglicher "Höhepunkt" ist der Song Debut, quasi eine Bestandsaufnahme gegen Album-Mitte, auf der Denyo die Zuhörer daran erinnert, wo sie hier gerade eigentlich sind: »Denyo Debuuut, Doppel-7 Debuuut, Denyo Debuuut, also sage es jetzt: Wie fandest du die Platte - die Platte… bis jetzt?« Völlig gaga, völlig sinnlos. Nervig vor allem, weil ich tagelang einen Ohrwurm davon hatte.

Vaul & Späth mit Illo 77, Das Bo und D-Flame ist nicht umsonst bei mir hängengeblieben. Für mich der stärkste Track. D-Flame Hook kommt immer noch gut auf dem Beat und mit viel Wohwollen gehen auch die Parts klar. Das gestellte Battle mit Illo in Spiel 77 eigentlich auch noch hörbar, trotz ausgelutschtem Konzept und zahlreicher Fremdscham-Lines (»Spiel du mal Wasserball im Fußbad, du Eichel ohne Vorhaut« - Illo). Denyo dafür mit ungewohnter Schärfe: »Deine Uromas, Opas, Enkel und wen du noch so kennst/ deine Familie ist ein Scheißverein und du der Präsident!«

Auf Nazi, Nazi mit Paolo zeigt sich, wie sehr Denyo 2001 raptechnisch hinterher war. Paolo hier locker zwei, drei Klassen über ihm. Immer blöd, wenn der beste Part des Albums vom Featuregast kommt. Kann mir auch vorstellen, dass Denyos komplett ausgewechselte Delivery und Art des Texteschreibens auf Blast Action Heroes das Ergebnis seiner Auseinandersetzung mit Minidisco war. Anders kann ich mir die Hinwendung von einem Stil zum anderen innerhalb so kurzer Zeit nicht erklären.

Auf Youtube hat jemand in der Kommentarspalte zu 60 Hz geschrieben: »Also wer hier keine gänsehaut bekommt, Der pafft zuwenig!« Mag sein. Nüchtern (und ohne Nostalgiebrille) lockt dieses Album aber keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Zwei völlig egale Sterne.
"Minidisco" für mich das einzige Solo von Denyo was annähernd hörbar ist. Würde 3/5 Sternen geben. Was ich nicht verstehe: Wie kannst du eine Review schreiben ohne die beiden Singles zu erwähnen? Für mich auch die besten Tracks.

Die Soloalben von Denyo & Jan sind ja damals fast zeitgleich erschienen (glaube 4 Woche Unterschied oder so) und die krasse Diskrepanz des Erfolgs beider Platten, hat Denyo meiner Meinung nach rückblickend zu so einem unsicheren Solokünstler gemacht. Auf jedem seiner Alben war er ein komplett anderer Denyo mit mehr Imagewechsel als Eko. Ich denke er wacht heute noch jeden Morgen auf und fragt sich warum er nicht den selben Erfolg wie Jan hat bzw. hatte.
 

BochumerJunge

Gold Status
Supporter:in
Mitglied seit
28 Dezember 2004
Beiträge
3.445
"Minidisco" für mich das einzige Solo von Denyo was annähernd hörbar ist. Würde 3/5 Sternen geben. Was ich nicht verstehe: Wie kannst du eine Review schreiben ohne die beiden Singles zu erwähnen? Für mich auch die besten Tracks.

Die Soloalben von Denyo & Jan sind ja damals fast zeitgleich erschienen (glaube 4 Woche Unterschied oder so) und die krasse Diskrepanz des Erfolgs beider Platten, hat Denyo meiner Meinung nach rückblickend zu so einem unsicheren Solokünstler gemacht. Auf jedem seiner Alben war er ein komplett anderer Denyo mit mehr Imagewechsel als Eko. Ich denke er wacht heute noch jeden Morgen auf und fragt sich warum er nicht den selben Erfolg wie Jan hat bzw. hatte.
Tatsächlich guter Punkt. Man hat Denyo auch irgendwie immer angemerkt, dass den das wurmt, dass Jan Delay auf dem Höhepunkt erfolgreicher war als die Beginner, während Denyo kommerziell solo wirklich nie Erfolg hatte.
Von allen Solo-Denyos war der auf „Minidisco“ der Beste. Singer/Songwriter fand ich noch am schlimmsten....und ich hab mir im Zuge der Diskographie noch einmal den Song „Derbe“ angehört...fand den damals schon baukastenmäßig, ist aber auch nicht gut gealtert.
 
Oben Unten