Moinsen,
Jupp, Talib Kweli ist denke ich eher ein bisschen "versteckt" politisch... ...er sagt viele kluge Sachen, aber direkt politisch sind eigentlich verdammt wenige Zeilen von ihm.
Dead Prez hassen keine Weißen, denke ich... ...warum sollten sie sonst eine Europa-Tour geplant haben ? (Diese sie nun abgesagt haben... ...hmmmm ?)
Zwar scheint vorallem Stic durch die Black Power-Bewegung ("I´m an african...") politisiert worden zu sein, aber sie treten ja auch mit Weißen, wie z. B. Non Phixion auf. M1 ist in meinen Augen kaum auf Hautfarbe fixiert, während Stic meist von "black revolutionaries" spricht, heißt es bei ihm "revolutionaries" und er gibt auch ein paar Shout Outs an Kuba, die Zapatisten in Mexiko und die sozialistische Bewegung.
Es klingt natürlich rassistisch, Phrasen wie "white capitalism" zu verwenden und zu sagen, dass sie in "weißen Schulen" mit "white man lies" Schwarze ausbilden, um für die "Weißen" zu arbeiten. Ich denke auch, dass es Überflüssig ist, dermaßen auf die Hautfarbe aufmerksam zu machen und nur Schwarze diskriminiert zu sehen (so ein bisschen Brothers Keepers mäßig)... ...aber im Endeffekt ist es ein Fakt, dass Schwarze in Amerika diskriminiert werden. Es gibt in Amerika kaum einen Weißen, der einen schwarzen als Boss hat, umgekehrt ist es die Regel.
Das Schwarze/Afrika die Verlierer im Kapitalismus sind stimmt zweifelsohne... ...aber leider scheint zumindest Stic noch nicht ganz verstanden zu haben, dass auch einige Weißen, Südamerika, weite Teile Asiens etc. zu den Verlierern zählen (und eigentlich fast alle Immigranten und Minderheiten).
Sie aus diesem Grund als Rassisten zu bezeichnen geht aber in meinen Augen ein wenig zu weit...
...auch Mos Def und Busta Rhymes scheinen in "Do it now" nicht wirklich ganz unrassistisch zu sein: "black and proud", "...straight ******ing up the white folks, because niggers like you an me did it now !"... ...ich meine "weiß und stolz" oder "wir f.icken Schwarze, weil weiße wie ich und du was erreicht haben" (Hmmm, irgendwie ergibt dieser Satz keinen Sinn... ...muss mir das Ding nochmal anhören !) würde ich als ziemlich rassistisch ansehen.
Aber vorschnell urteilen würde ich da nicht, wenn man die Hintergründe nicht kennt... ..."black and proud" ist ein Lied (oder ein Zitat ?) von James Brown und entstand in einer Zeit kurz vor der Black Power-Bewegung, in der Schwarze teilweise sich aufgrund ihrer Hautfarbe schämten, versuchten ihr Haare zu glätten und sich den Weißen möglichst gut anpassen wollten... ...vor diesem Hintergrund seh ich das ein bisschen wie Wowereits "Ich bin schwul, und das ist auch gut so !"
Man kann/darf nicht auf seine Hautfarbe stolz sein, ebensowenig ist es gut schwul zu sein... ...es geht eher in Richtung "Ich muss mich nicht schämen..."
Ich denke, wenn man mal nicht auf die Textpassagen achtet, in denen Dead Prez, Mos Def etc. nicht über Hautfarbe rappen, merkt man, dass sie sich für Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und gegen Kriege, Sexismus, Kapitalismus und Diskriminierung einsetzen.
Und damit kann ich halt was anfangen...
Peaze,
Kaos