Meiner Meinung nach gehört das Zölibat abgeschafft, da es ausschließlich mit Nachteilen verbunden ist.
- Zum einen liegt es in der Natur des Menschen, dass sich Familien bilden, Mann und Fau zueinander finden und Kinder gezeugt werden, die mit ihren Eltern aufwachsen. Nimmt man Menschen diese Option, dann fehlt ihnen etwas. Auch wenn das dann freiwillig geschieht, besteht ja enormer Druck, da der Priester schließlich seinen Job nicht verlieren will. Damit fehlt ihm etwas, was für ein erfülltes Leben zu großer wahrscheinlichkeit notwendig ist.
Sein Beruf besteht auch darin, auf Menschen zuzugehen und ihnen Halt zu geben, was wiederum eine gewisse Menschenkenntnisund Lebensnähe verlangt, die ihm selbst jedoch verwehrt bleibt. An eigenen Erfahrungen reicher, könnte er seine Aufgabe in der Gemeinde möglicheweise besser wahrnehmen, weil er die "Probleme" der Menschen kennen würde.
- Der Mensch hat einen Sexualtrieb in sich, den er in aller regel auf gesunde Art und Weise äußert, indem er eine Partnerschaft aufbaut und meinetwegen unverbindlichen Geschlechtsverkehr hat. Das ist uns in die Wege gelegt, um uns zu vermehren und auch so "zum Spaß" ist Sex wichig, um bestimmte Bindungen aufzubauen. Sex hat auch eine soziale Komponente und selbst der Schimpanse schafft mit Sex Streit in seinem Gruppengefüge aus dem Weg.
Da der Katholik an die Schöpfungsgeschichte glauben sollte und den Mensch in all seinen Fasetten als Produkt Gottes ansieht, wäre es nur konsequent Sex zu haben, da Gott die Sexualität dem Menschen schließlich in die Wiege gelegt hat.
- Selbst in der Bibel gibt es Zitate, die dazu auffordern, dass der Mensch Pärchen bilden soll, um "Unzucht" zu vermeiden, folglich hätten sie auch eine Textquelle, die es ihnen ausdrücklich erlaubt.
Und da ist eben das nächste Problem: Der Trieb ist wie in jedem menschen vorhanden, darf aber nicht ausgelebt werden. Die Folge ist, dass Sex nur heimlich funktioniert. Im harmlosesten Fall wird dann die Haushälterin gebügelt, der Delinquent denkt er habe gesündigt und schämt sich oder verdeckt seine Aktivitäten mit viel Aufwand. Sex erhält dann den Anstrich des Bösen/Unreinen und der Schritt hin zu wirklichen sexuellen Abartigkeiten (Pädophilie zum Beispiel) in kein weiter, da Sex an sich schon verwerflich ist.
- Kinder werden gezeugt. Diese sind unerwünscht und stellen einen "Unfall" dar. Und wenn ein menschliches Leben, ein so hohes Gut ein "Unfall" ist, dann liegt es ja auch Nahe, dass mit diesem Wesen nicht menschenwürdig verfahren wird. Die Kinder werden geheimgehalten, sehen ihren Vater nicht und werden zum Schweigen gebracht. Die Entwicklung dieser Kinder ist dadurch familiär gestört und man kann sie ruhig als Opfer und leidtragende des Zölibarts darstellen. Nicht umsonst gibt es da doch Gruppen verstoßener Kinder die für ihre Rechte kämpfen. Und da die Kirche vieles unter sich ausmacht und diese öminöse Kirchenrecht besteht, werden die Fälle nicht publik und der normale juristische Weg -zum Beispiel für Unterhaltsklagen -wird gar nicht erst beschritten.
- Gerade der Umstand nie einen Partner haben zu können mit dem man sich offen zeigt führt dazu, dass allerhand sexuell-anderstickende, insbesonderere Pädophile vom Kirchenamt angezogen werden. Menschen die sich damit abfinden können, keine Frau zu haben, weil sie im Zweifelsfalle auf kleine Jungs stehen. Pädophil werden die WENIGSTEN sein, das sei gesagt, trotzdem zieht es diese Klientel trotzdem an.
- Und mal aus kirchlicher Sicht ganz egoistisch Argumentiert verliert das Amt an attraktivität, da einige Leute vor dem Beruf zurückschrecken, da sie gerne eine Familie, eine Freundin, Ehefrau oder sonstwas haben möchten. Hier gibt es schon Gemeinden, die keine Priester finden und Bezirkskirchen zusammenlegen oder Personal aus Polen rübersiedeln. So bleibt man auf Dauer nicht zukunftstauglich, zumal das Zölibat vom Ottonormalverbraucher zu Recht eher befremdlich wargenommen wird.
Auf Missbrähe sollte die Kirche so reagieren, wie andere Leute/Institutionen auch auf Missbrauchsfälle reagieren. Die Fälle sind anzuzeigen, damit Untersuchungen dürchgeführt werden können und Täter normal bestraft werden. Was an einer staatlichen Schule gilt, das muss auch für ein Jesuiteninternat gelten. Ganz einfach.
Auffällig gewordene Geistliche sollten ihren Beruf nur dann noch ausüben dürfen, wenn andere die sich so verhalten würden es auch dürften. Sprich wenn der Herr Sportlehrer nie wieder an einer Schule unterrichten darf, dann darf es der Klosterbruder genausowenig. Alles andere wäre ungerecht. Die Strafen sollten auch nicht höher sein, als für "normale" Leute. Da sollte eine gewisse Gleichheit herrschen.