Journalismus - Quo Vadis?

WuTangforever

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Habe erst gestern gelesen, dass Bento eingestellt wurde. Wundert mich, eigentlich müssten doch schon viele die Artikel angeklickt haben, um ihre tägliche Triggerdosis abzuholen
 

Gronka Lonka

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das ist einfach anmaßend und dumm. vielleicht muss man sich auch mal überlegen, wieso man einen überheblichen twitterpopulisten wie böhmermann, der nicht im ansatz so viel ahnung von corona hat wie der durchschnittliche hausarzt, geschweige denn ausgewiesene experten wie streeck und kekulé, öffentlich seinen senf zu dem thema geben lässt.
 

Cuvo

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In der Süddeutschen war ein schöner Artikel zum Böhmermann-Fall da:

Auszug:
Nun muss man sich nicht lange mit der Klügelei aufhalten, mit welch mitgebrachter Expertise eigentlich der Komiker Jan Böhmermann in die Arena zieht. Er muss keine haben, weil er einerseits Satiriker ist und, falls es eng wird, einfach den mit "Rollenprosa" gekennzeichneten Notausgang nehmen darf. Außerdem hat Böhmermann in der Zwischenzeit eine zweite Stelle angenommen, als Menschheitsretter, eine Berufung, bei der sich seine Miene verfinstert und der gerechte Zorn den großen Witz, mit dem er bekannt wurde, streng vor die Tür schickt.

Hinterher twitterte Böhmermann: "Meinungen im öffentlichen Raum müssten einer strengen, umfassenden medialen und gesellschaftlichen Qualitätskontrolle standhalten." Lustig? Leider wieder nicht. Das übertrifft noch die Reinheitsfantasien der CSU zu Zeiten des ihrer Meinung nach staatszersetzenden Kabaretts der 70er-Jahre. Kekulé wie auch Streeck, die Widerspruch verdient haben und ihn bekommen, sind bereits vor der Corona-Fernsehpandemie in Fachkreisen anerkannte Wissenschaftler gewesen. Aber darum geht es natürlich nicht. Es geht vor allem um Rüstung und Nachrüstung. Qualitätskontrolle meint hier nach Böhmermann eine etwas marktwirtschaftlicher klingende Variante des sogenannten Charaktertests, den der rechtskonservative CDU-Politiker und südthüringische Direktkandidat Hans-Georg Maaßen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bereits eingefordert hat. Maaßen war der Ansicht, dass in der Tagesschau zu viel linkes Gedankengut eingelagert ist, welches dann die nachrichtlichen Beiträge beeinträchtigen würde.
 
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