Ich kann dir auf jeden Fall zustimmen, ich hab' mich auch schon oft so gefuehlt und ich glaube, wir sind da nicht die einzigen. Ich dachte auch wirklich bis vor ein paar Monaten (irgendwie kam ich erst durch langes Nachdenken darauf), dass es bei mir anders waere. Dass ich meine Ansichten noch bis ins hohe Alter vertreten werde. Ich dachte, ich waer ein verdammt sozialer Mensch, gutmuetig, hoeflich, etc..
Schon als ich 10 war hab' ich gesehen, wie scheisse viele Leute drauf sind und allein an kleinen unbedeutenden Dingen wie Umweltverschmutzung hab' ich fuer mich definiert, ein guter Mensch zu sein, weil ich mein Papier nicht einfach so wegschmeiss', sondern erst mal in die Tasche pack'. Ich hab' auch schon oft mit meinen Eltern und anderen Eltern Leuten diskutiert von wegen: "Ja ich kiffe, ich lern' nicht viel, etc.. Aber ich bin ein guter Mensch". Und durch das besagte Nachdenken kam ich zu der Frage, warum ich mich als guten Menschen sehe. Ich engagier' mich nicht explizit sozial, ich luege, blicke auf andere herab, etc..
Ich weiss nicht, ob du genau das meintest, aber ich glaube es geht in die Richtung.
Und dass wir unsere Erwartungen zuruecksetzen ist sowieso normal. Wir sehen halt alle irgendwann ein, dass das Erwachsenwerden doch kein so unglaubliches Phaenomen ist und wir irgendwann ein Teil des ganzen Haufens sind, der Work Force, die sich fuer materielle Dinge den Arsch aufreisst und vergisst das Leben zu geniessen.
Und was du mit Schwarz- Weiss denken gesagt hast trifft auch zu. Ich frage mich bis heute auch oft, warum es wirklich so viel Gewalt auf der Welt gibt. Ich kann nicht nachvollziehen, warum irgendein Osama Bin laden einen solchen Hass hat auf Leute die er nicht mal wirklich kennt. Oder wie generell Menschen auf dieser Welt Kriege fuehren, als gaebe es nach dem Tod mal eben einen Neustart. Oder besonders interessant: Man nennt sich liberal und toleriert alles, selbst die Dinge gegen die die Medien hier wettern. Aber irgendwann stoesst man auf eine Gegendarstellung, und das ganze Konzept ist kaputt. Man kann nicht mehr 24 Stunden am Tag in Bluemchen denken, sondern muss die Dinge realistisch sehen, und das kann frustrieren.
Ich kann es schwer in Worte fassen, aber glaub mir: Ich weiss was du meinst.
Scheiss auf die Leute hier im Forum, die das witzig finden. Das sind die Menschen ohne soziale Ader, die nichts in ihrer Umwelt wahrnehmen, und auf die ich schon damals herab geblickt hab', wie erwaehnt.