@Mad
(Achtung Spoiler!)
1. Friedlich nicht ganz, die eine Szene in der Bar ist schon "angespannt", einer von vielen Spielereien, mit denen Nolan seine Zuschauer rätseln lässt. Hinzu kommt die Szene, in der er zwischen zwei Wänden stecken bleibt, ein typisches Bild aus einer Traumsequenz, die des eingeengt werdens, stecken bleiben, die Wände erdrücken einen. In den Szenen hat Nolan mit bekannten Traumdeutungen gespielt, im zweiten Teil des Films leider eher weniger. Dazu muss man, wie des Öfteren im Film, darauf achten, dass man nie erlebt, wie eine Person von Punkt A nach B kommt, er ist plötzlich da, springt von Szene zur Szene, so wie unser Bewusstsein es in unseren Träumen auch wahrnimmt. Dazu mehr...
2. Auch ein offener Punkt, damit der Zuschauer den "roten Faden" nicht greifen kann.
3. Die Antwort ist ganz einfach: Zwar wird uns visuell das Abendteuer in der Traumwelt gezeigt, doch wir erleben auch mehrere Ebenen des Bewusstseins bis in den Limbus. Im Wachzustand wirst du dich an nichts erinnern, so tief waren deine Träume im Unterbewusstsein. Die "Mission" ist ja eine Manipulation im tiefsten Unterbewusstsein, so weit kommen wir nicht. Was bleibt ist der "neue" Gedanke.
4. Cobb sagt selbst, er will die Gesichter erst dann sehen, wenn es so weit ist. Eigentlich einer der wichtigsten Andeutungen darauf, dass er sein eigener Feind war, erschaffen, um die perfekte und "wahre" Welt zu kreieren, in seinen Träumen, die aber dann doch die Realität darstellt, dazu später...
5. Es heißt von Anfang an, dass er kein Architekt mehr ist, weil... aber vielleicht, weil er DER Architekt ist und deswegen auch die sich ähnelnden Szenen, die sich alle in seinem Kopf abspielen.
6. Das Altern hat vielleicht etwas mit der Haltung im Limbus zu tun. Cobb hat sich nicht verloren, er hat gesucht, während der "Japaner" rein gestürzt ist. Zum Schluss im Dialog ist Cobb verwirrt, aber er kann sich erinnern und lässt erinnern. Er hat nicht vergessen.
7. Im Limbus benötigt man mehr als nur den "Selbstmord". Der Gedanke, das Erinnern ist "der Kick", wenn man "gestürzt" ist. Genau an dem Punkt baue ich auch darauf, das alles eine Traumwelt war, eine Mission, um sich selbst zu "heilen" und die Wunschrealität zu erschaffen. Jeder Charakter im Film, hatte eine wichtige Rollen, die Cobb gestützt hat. Das Mädel, wohl die Wichtigste, hat erinnert, andauernd im gesamten Film. Sie war ein Anker für Cobb. Es war dann wohl doch alles nur ein Traum? Dazu jetzt...
Zum Schluss switcht er vom Flughafen in sein Haus, während er sein Koffer reicht. Klar, dass das ein Traum ist.
Hättet ihr euch Waking Life angeschaut, wüsstet ihr u. A., dass das "Träumen" eine Realität ist, die spätestens dann, wenn ihr tot seid, die "wache" Realität übertrifft. Das ist auch eins der wichtigsten Botschaften im Film: Was ist "DIE Realität"? Warum ist Träumen so unterschätzt, wenn es einen so großen Teil unseres Lebens einnimmt? Ist vielleicht das Träumen eine viel größere, freiere und vor allem positivere Welt, die wir nur nicht "wahr" nehmen können, weil unser Bewusstsein nicht stark genug ist, wir nicht wissen, wie wir in unser eigenes Unterbewusstsein eindringen, das Denken weiter entwickeln, mehr Hirn in anspruch nehmen... erleuchtet werden?
Die wichtigste Regel im Traum ist es, sich zu erinnern. Wer Waking Life gesehen hat, wird wissen, was ich meine... und Nolan.
Ob der Kreisel sich weiter dreht oder fällt, hat somit gar keine Bedeutung.