ob heino in i-ner form n fascho is oder sonst was, geht mir bei staigers artikel voll am arsch vorbei, das is in erster linie sein persönliches problem. ich fand den artikel eher gut, weil so was wie das hier einfach den nagel auf den kopf trifft:
Angefangen beim „Haus am See“ von Peter Fox, in dem sich ein junger Mann vorstellt, wie er als alter Mann gerne leben würde. Heino selbst ist alt und in der Realität wohnt er in einem Haus mit Swimming Pool in den Tiroler Alpen und was bei Peter Fox sepiafarben verklärt, mit ein bisschen Soul rüberkommt, klingt bei Heino nach Muff und Herrgottswinkel und alpenländischer Schnitzerei und einer solariumgebräunten Hannelore.
es is aber nich zu verleugnen, dass er dennoch seines alters entsprechend ein recht eingeschränktes weltbild zu haben scheint ("was is so schlimm daran, dass deutschlandlied zu singen?" und dann bezeichnet er seine musik noch als "schöne lieder") und ein musikgenre bedient, das mit seinen texten über heimatliebe und der sehnsucht nach glückseligen zeiten auf subtile art eine identifikationsfläche für eine generation geboten hat, von der ein nicht zu vernachlässigender teil durch zwei weltkriegsniederlagen (glücklicherweise) desilluisioniert und sich danach selbst in ein merkwürdiges gefühl der orientierungslosigkeit getrieben hat, die nicht selten zur folge hatte, dass die vergangenen ereignisse sowie ihre folgen entweder verleugnet ("ich habe nichts davon mitbekommen, dass juden in meiner nachbarschaft deportiert wurden!") oder verharmlost ("der hitler war nich nur böse, der hat auch arbeitsplätze geschaffen!" - doch fakt is: schon vor hitlers machtergreifung stieg die zahl an beschäftigungen an) wurden.
aber am meisten kotzt mich an heino einfach diese widerliche musikalische umsetzung an. ich mein, hört euch das mal an, im vergleich zum original:
jegliche power/jeglicher zauber (nennt es, wie ihr wollt) vom original wurde durch den "wie man schlagermusik macht"-bausatz aus dem song gesogen. und dann behauptet er noch, er wolle damit ein junges publikum erreichen. meint der das ernst?


find die aktion andererseits aber auch i-wie cool, weil seine coverversionen zeigen, dass deutsche popmusik dem schlager stilitstisch gesehen doch ziemlich nahe steht, oft ebenso minderwertig ist und nur in ausnahmefällen mit der musikkultur der restlichen welt schritthalten kann oder gar in ihr impulse setzt.