Heino - Mit freundlichen Grüßen

Sandmann da MC

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Staiger ordnet auch frei.wild in die selbe Kategorie ein. Alleine dadurch disqualifiziert.
Naja, ganz Unrecht hat er damit nicht.
Beide liefern zum Teil nationalistische und völkische Inhalte, treiben es aber nicht so weit, dass sie sicher als Neonazis durchgehen.
Jedoch stellen Frei.Wild eine größere Gefahr dar. Wenn Rechte Heino hören, dann sind das irgendwelche stockkonservativen Spießer oder eben alte Nazis, denen Rechtsrock nicht gefällt. Heino bringt durch seine Musik sicherlich keine Menschen dazu, rechts zu werden.
Bei Frei.Wild ist das aber etwas anderes, durch deren Rechtsoffenheit gelangen sie in die Mitte der Gesellschaft und können gerade für Teenager interessant sein und diese für rechtes Gedankengut öffnen und auch ist es von Frei.Wild zu Rechtsrock nicht mehr so weit wie von den Hosen zu Rechtsrock.
 

BuddyHolly

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--Cha\/ezz--

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Naja, ganz Unrecht hat er damit nicht.
Beide liefern zum Teil nationalistische und völkische Inhalte, treiben es aber nicht so weit, dass sie sicher als Neonazis durchgehen.
Jedoch stellen Frei.Wild eine größere Gefahr dar. Wenn Rechte Heino hören, dann sind das irgendwelche stockkonservativen Spießer oder eben alte Nazis, denen Rechtsrock nicht gefällt. Heino bringt durch seine Musik sicherlich keine Menschen dazu, rechts zu werden.
Bei Frei.Wild ist das aber etwas anderes, durch deren Rechtsoffenheit gelangen sie in die Mitte der Gesellschaft und können gerade für Teenager interessant sein und diese für rechtes Gedankengut öffnen und auch ist es von Frei.Wild zu Rechtsrock nicht mehr so weit wie von den Hosen zu Rechtsrock.

ich mag Frei.Wild auch nicht. Allerdings sollte man dann bei "Linker" und "Rechter" Musik mit gleichem Maß messen.
 

Sandmann da MC

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ich mag Frei.Wild auch nicht. Allerdings sollte man dann bei "Linker" und "Rechter" Musik mit gleichem Maß messen.
Was spricht denn gegen klassische linke Musik?
Ist ja nicht so, dass in Songs von den Scherben oder so explizit der Kommunismus gefordert wird. Da geht es einfach um eine Art Freiheitsgefühl und so etwas ist doch harmlos.
Zudem sind 90 % der coolen Musiker doch auch irgendwie links wie z.B. die ganzen Rapper Anfang der Jahrtausendwende, die deutschen Hip Hop geprägt haben.
Etwas wirklich linksextremistisches wie Slime ist vielleicht etwas anderes, aber auch da finde ich nicht, dass man links mit rechts gleichsetzen kann.
 

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Was spricht denn gegen klassische linke Musik?
Ist ja nicht so, dass in Songs von den Scherben oder so explizit der Kommunismus gefordert wird. Da geht es einfach um eine Art Freiheitsgefühl und so etwas ist doch harmlos.
Zudem sind 90 % der coolen Musiker doch auch irgendwie links wie z.B. die ganzen Rapper Anfang der Jahrtausendwende, die deutschen Hip Hop geprägt haben.
Etwas wirklich linksextremistisches wie Slime ist vielleicht etwas anderes, aber auch da finde ich nicht, dass man links mit rechts gleichsetzen kann.

Ich hab auch eher Slime, Wizo & Co gemeint.
 

Broadway Limited

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Das Problem bei frei.wild ist, dass ihr die Themen aus der Sicht eines Deutschen seht. Ich lebe in Südtirol und weiß ganz genau wovon sie singen. Und das ist sehr weit weg von rechtem Gedankengut. Ich kann nicht nachvollziehen welche Songs irgendwelche Jugendliche in's rechte Spektrum ziehen sollte.
 

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ob heino in i-ner form n fascho is oder sonst was, geht mir bei staigers artikel voll am arsch vorbei, das is in erster linie sein persönliches problem. ich fand den artikel eher gut, weil so was wie das hier einfach den nagel auf den kopf trifft:

Angefangen beim „Haus am See“ von Peter Fox, in dem sich ein junger Mann vorstellt, wie er als alter Mann gerne leben würde. Heino selbst ist alt und in der Realität wohnt er in einem Haus mit Swimming Pool in den Tiroler Alpen und was bei Peter Fox sepiafarben verklärt, mit ein bisschen Soul rüberkommt, klingt bei Heino nach Muff und Herrgottswinkel und alpenländischer Schnitzerei und einer solariumgebräunten Hannelore.

es is aber nich zu verleugnen, dass er dennoch seines alters entsprechend ein recht eingeschränktes weltbild zu haben scheint ("was is so schlimm daran, dass deutschlandlied zu singen?" und dann bezeichnet er seine musik noch als "schöne lieder") und ein musikgenre bedient, das mit seinen texten über heimatliebe und der sehnsucht nach glückseligen zeiten auf subtile art eine identifikationsfläche für eine generation geboten hat, von der ein nicht zu vernachlässigender teil durch zwei weltkriegsniederlagen (glücklicherweise) desilluisioniert und sich danach selbst in ein merkwürdiges gefühl der orientierungslosigkeit getrieben hat, die nicht selten zur folge hatte, dass die vergangenen ereignisse sowie ihre folgen entweder verleugnet ("ich habe nichts davon mitbekommen, dass juden in meiner nachbarschaft deportiert wurden!") oder verharmlost ("der hitler war nich nur böse, der hat auch arbeitsplätze geschaffen!" - doch fakt is: schon vor hitlers machtergreifung stieg die zahl an beschäftigungen an) wurden.
aber am meisten kotzt mich an heino einfach diese widerliche musikalische umsetzung an. ich mein, hört euch das mal an, im vergleich zum original:




jegliche power/jeglicher zauber (nennt es, wie ihr wollt) vom original wurde durch den "wie man schlagermusik macht"-bausatz aus dem song gesogen. und dann behauptet er noch, er wolle damit ein junges publikum erreichen. meint der das ernst? :D:thumbsdown:
find die aktion andererseits aber auch i-wie cool, weil seine coverversionen zeigen, dass deutsche popmusik dem schlager stilitstisch gesehen doch ziemlich nahe steht, oft ebenso minderwertig ist und nur in ausnahmefällen mit der musikkultur der restlichen welt schritthalten kann oder gar in ihr impulse setzt.
 
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BuddyHolly

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Das Problem bei frei.wild ist, dass ihr die Themen aus der Sicht eines Deutschen seht. Ich lebe in Südtirol und weiß ganz genau wovon sie singen. Und das ist sehr weit weg von rechtem Gedankengut. Ich kann nicht nachvollziehen welche Songs irgendwelche Jugendliche in's rechte Spektrum ziehen sollte.

Nationaler Stumpfsinn ist im Ausland anders als in Deutschland?
 

Broadway Limited

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Die Mentalität ist anders. Deutschland ist was Heimatliebe, Patriotismus etc. angeht vorbelastet. Ihr wachst ja damit auf dass das etwas böses ist. Südtirol ist winzig, eine Minderheit und sozusagen in einer Schutzhaltung. Für uns bedeutet Heimatliebe nicht Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit und was auch immer ihr damit assoziiert. Hier wächst man mit Heimatliebe auf weil einem die Heimat schon mal fast genommen wurde. Die Situation und Mentalität hier ist weit entfernt von der in Deutschland oder Österreich. Und die muss man erstmal verstehen um die Texte nicht falsch aufzufassen.

E: Patriotismus ist auch nicht Chauvinismus. ;)
 

BuddyHolly

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Von wem wurde euch die Heimat denn genommen? Von Italienern, Deutschen, Österreichern?
 

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Ihr wachst ja damit auf dass das etwas böses ist.

das is eine illusion, die aus einer mischung aus paranoia und selbstverschuldeten schuldgefühlen (im bezug auf die ns-zeit selbst jetz, viele haben das regime in i-einer form unterstützt oder billigend ihres amtes walten lassen) entsteht. viele denken ja, der rest der welt (wenn man nen rechten fragt, wer genau: vor allem die usa und israel oder pauschal alle juden) schaue ständig mit strengem blick und ausgestrecktem zeigefinger auf deutschland und sage: "du, du, du! böses deutschland! wehe, ihr werdet noch einmal stolz auf euer land!"
die realität hingegen hat gezeigt, dass deutschland zügig wieder in den schoß der weltgemeinde aufgenommen wurde und sich im großen und ganzen erfolgreich rehabilitiert hat (defizite gibts leider immer). solche sachen wie plakate in griechenland mit merkel + hitlerbart sind seltene ausnahmen von i-welchen vollidioten, die hast du in jedem land. deutschland genießt weltweit seit langem wieder anerkennung.
wenn man aber auf diese illusion reinfällt, die ich eben beschrieben habe, haben solche keimzellen mit rechtem, antisemitischen oder auch antiamerikanischem gedankengut ne ganz gute chance, zu überleben. und eben das taten meiner meinung nach viele leute, die den zweiten weltkrieg und die zeit danach erlebt haben. da bieten schlagertexte über die schöne heimat etc. nun mal nen guten katalysator, auch wenn diese texte so offen formuliert sind, dass man sie natürlich nich zwangsläufig so verstehen muss.
 
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Sandmann da MC

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Das Problem bei frei.wild ist, dass ihr die Themen aus der Sicht eines Deutschen seht. Ich lebe in Südtirol und weiß ganz genau wovon sie singen. Und das ist sehr weit weg von rechtem Gedankengut. Ich kann nicht nachvollziehen welche Songs irgendwelche Jugendliche in's rechte Spektrum ziehen sollte.
Wir dürfen ihre Songs nicht aus Deutscher sicht sehen, das machen sie uns aber nicht gerade leicht, indem sie ein Lied für die deutsche Nationalmannschaft singen.:D

Naja, der Burger war in einer Rechtsrockband. Das wusste man jahrelang gar nicht. Als man es dann erfahren hat, wurde das unter den Tisch gekehrt. Zudem war der Burger 2008 in einer rechtspopulistischen Band.

Ich sag ja auch nicht, dass Frei.Wild rechtsextreme Texte haben. Aber die Texte sind durchaus völkisch, man spricht von Bauten fremder Welten, davon, dass es falsch ist, Kreuze in den Schulen aus Rücksicht auf andersgläubige Kinder zu entfernen, von Volk, Heimat und Sprache. Das schließt sozusagen Leute anderer Herkunft oder Sprache aus.
Das ist noch nicht rechtsextremistisch, aber genau das ist der Anfang.
Und das macht Frei.Wild auch gefährlich. Wären sie jetzt eine ganz normale Rechtsrockband, kämen sie niemals so in die Mitte der Gesellschaft.
 

Broadway Limited

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Was meinst du? Wie ich mir Südtirol wünsche oder was? Oder wie sie das damals angestellt haben sollen?

Mit fremden Bauten sind wohl die faschistischen Denkmale hier gemeint. Das mit den Kreuzen sehe ich auch kritisch. Das mit Volk, Heimat und Sprache habe ich in den vorherigen Posts gemeint. Bei uns ist dieser Stolz einfach selbstverständlich. Ist allerdings ein schmaler Grad und ich kann nicht verleugnen dass einige Italienern nicht sehr freundlich gesinnt sind. Ist glücklicherweise aber nicht die Mehrheit.
 
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Die Mentalität ist anders. Deutschland ist was Heimatliebe, Patriotismus etc. angeht vorbelastet. Ihr wachst ja damit auf dass das etwas böses ist. Südtirol ist winzig, eine Minderheit und sozusagen in einer Schutzhaltung. Für uns bedeutet Heimatliebe nicht Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit und was auch immer ihr damit assoziiert. Hier wächst man mit Heimatliebe auf weil einem die Heimat schon mal fast genommen wurde. Die Situation und Mentalität hier ist weit entfernt von der in Deutschland oder Österreich. Und die muss man erstmal verstehen um die Texte nicht falsch aufzufassen.

E: Patriotismus ist auch nicht Chauvinismus. ;)
Gegen Heimatliebe spricht nichts.
Heimatliebe, das ist, die heimatliche Landschaft zu lieben, die heimatlichen Bauten, den Dialekt, den Menschenschlag, die heimatliche Küche.
Aber sobald man andere ausgrenzt, sobald es gegen andere geht und das tut es bei Frei.Wild teilweise, auch wenn es nur subtil ist, dann ist das mehr als nur bloße Heimatliebe.
Und sobald man Heimatliebe ins Zentrum setzt, dann wird es einfach zu viel.
 
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