Original geschrieben von UDU
As ich klein war, hatte ein Stiefvater in der Nähe einer Obdachlosensiedlung gebaut. Man hatte denen unterstellt, daß die aus ihren Löchern gar nicht raus wollten. Sicher, einige wollten wirklich nicht raus, andere haben ihre Adresse verschwiegen und die Anschrift ihrer Freundin angegeben, weil sie sich für ihren Wohnort schämten.
Dann wurde in der Haithabusiedlung, ach bei uns in der Nähe, Spätheimkehrer aus Polen untegebracht. Kaum waren die ersten 5 Familien dort, nannte man die Siedlung "Polackensiedlung." Würdest Du Dich als Person, die aus Polen kommt, an solche Mitschüler wenden, um von denen Hilfe abzufordern oder würdest Du lieber mit denen zusammen sein, die Deine Sprache sprechen?
Oft ist es einfach die Angst ausgegrenzt zu werden oder den Ausgegrenzten zugeordnet zu werden, die ein Miteinander erschwert.
Während der Flucht wurden Kleidung oder andere Besitztümer in Kopfkissen verpackt und wie kleine Säck mitgenomen. Man nannte es "polnische Koffer". Säter kam hinzu: "Kaum gestohlen, schon in Polen!" Oder: "Warum kann man polnische Koffer nicht abschließen?" Antwort: "Schon mal Kopfkissen mit Schloß gesehen???"
Was willst Du als Pole oder als Deutscher aus Polen mit mangelden Deutschkenntnissen dazu sagen?
Was die Meinung Deiner Mutter betrifft, so solltest Du bedenken, daß man in einer Notlage, wo man ohne Hilfe da steht, die andere, vielleicht sogar noch Ausländer bekommen, sich schon mal zu solchen Äußerungen hinreißen lassen kann, obwohl ich so etwas nicht gut finde.
Es gibt Ausländer, die nicht BITTE & DANKE sagen könen, aber Kindergeldkasse & Sozialamt, aber man sollte immer den Einzelfall sehen und nicht alle pauschal auf- oder abwerten.
Udu