Nachruf
Dieser Nachruf stand auf unserer Homepage für einen Writer, der mit Kiffen begann und auf einer E hängen blieb, straffällig wurde und wegen Unzurechnungsfähigkeit u. gefahr für andere& sich selbst in den Maßregelvollzug kam und dort Selbstmord beging.
Nachruf
für Mike xxx
geboren am 05.07.1976
verstorben am 24.11.2001 im Klinikum Nord
1991 sind wir uns das erste mal begegnet. Du warst mit Dir und Deiner Welt nicht zufrieden und dabei, Dir Deine triste, enge und graue Welt bunt zu malen. Du wollest und hast Zeichen gesetzt.
Man entfernte diese und setzte Dir Grenzen, die Du nicht akzeptieren wolltest.
Dein Freiheitsdrang und Deine Sehnsucht nach Freiheit und unbeschwerte Weite war nicht zu bremsen. Wenn Du schon nicht weg konntest, so sollte etwas von Dir auf die Reise gehen. Deine Zeichen wurden mobil, auf Zügen sollten sie dahin fahren, wo Du gern gewesen wärst.
Man entfernte diese und setzte Dir Grenzen, die Du nicht akzeptieren wolltest.
Deine Sehnsucht nach unbändiger, grenzenloser Freiheit blieb, Du hast Dich erneut auf die Suche gemacht, aber Deinen Weg verloren. Du hast begonnen vor Dir selbst zu fliehen, begonnen mit Hilfe von Drogen Deine Welt zu verändern.
Deine bunten Bilder waren jetzt nur in Deinem Kopf, für uns nicht sichtbar. Zu Deiner Welt hatten wir immer weniger Zugang und Deine Familie, Deine Freunde und ich konnten Dich weder halten noch auffangen. Sucht ist Flucht. Zuerst bist Du uns weggelaufen, dann vor Dir selbst. Deine Gedanken wurden immer wirrer und wir konnten Dir nicht mehr folgen, blieben hilflos zurück.
Als Du in Deiner Verwirrung einen, Deiner besten Freunde nicht mehr erkannt hattest, musst man Dir Grenzen setzen, nicht um Dich zu strafen, sondern um Dich und andere vor Dir selbst zu schützen. Du bist ins Klinikum Nord gekommen. Man wollte Dir helfen und hatte Dir geholfen, aber Dein Freiheits-wille und Deine Ungeduld blieben ungebrochen.
Schon einmal wolltest Du Dir das Leben nehmen, was Du nicht mehr lebenswert gefunden hattest. Dann bist Du mit neuer Energie noch einmal den Weg durch die klinischen Abteilungen gegangen. Deine Unruhe, Dein Freiheitsdrang blieben ungebrochen. Du wollest weg. Malen allein, hinter Mauern reichte nicht.
Du hattest mir vor einiger Zeit gesagt, dass Du das nächste Mal einen sicheren Weg wüsstest, den Du gehen würdest, der ohne Rückkehr wäre.
Du bist den Weg gegangen, allein. Du hast den Schlussstrich gezogen und uns ratlos zurückgelassen.
Mike, wir werden für Dich eine Seebestattung organisieren. Du wirst überall dort sein, wo Du zu Leb-zeiten nie hingekommen bist. Du wirst irgendwann überall sein, wo Wasser ist. Du wirst frei sein.
Udu
Er ist auf See bestattet worden