Eugenik

FifthAce1

Babo
Supporter:in
Mitglied seit
8 Januar 2010
Beiträge
47.657
der wert eines menschen für die gesellschaft differiert nunmal stark. und in einem land, in dem ungeborenes leben aufgrund von behinderungen abgetrieben werden darf und inzest verboten ist, kann man ruhig mal über eine staatliche lenkung der demographischen entwicklung nachdenken.

auf abtreibung hat eine schwangere frau ein recht und zwar aus dem grund, dass ihrem eigenen wohl eine höhere bedeutung zugestanden wird als dem ihres ungeborenen kindes, wenn die situation (sprich: kind ist behindert, entstand durch vergewaltigung usw.) es in ihren augen nich anders zulässt.

was du forderst, sind keine rechte, sondern gesetze, die manchen menschen aufgrund einiger faktoren das recht auf freie entfaltung im hinblick auf die familienplanung & -gestaltung nehmen. das is ein gewaltiger unterschied.

ich halte das für ne menschenverachtende und moralisch nich vertretbare forderung, durch gesetze gewisse demagogische entwicklungen im hinblick auf die geistige leistungsfähigkeit, intelligenz usw. absichtlich einschränken oder vermeiden zu wollen. wir leben in einem freien land, wo alle die gleichen rechte genießen sollen. wer ein kind haben möchte, sollte dies tun dürfen.
das is doch ne makabere vorstellung zu sagen "es sollte manche menschen von vornherein in zukunft nicht mehr geben, also nehmen wir ihnen die mittel & wege, sich fortzupflanzen oder eine zu große anzahl an kindern versorgen und aufziehen zu können!"
warum fangen wir dann am besten nich auch noch an, das mit behinderten menschen zu machen? schließlich braucht die ja keiner, die können ja oft nich arbeiten gehen und deren kinder dann später vllt. auch behindert sind? oder mit leuten, die genetisch gesehen günstigere voraussetzungen für das entstehen von krebs und anderen schlimmen krankheiten haben?

:thumbsdown:

verstehst du, was ich meine? so eine regelung gibt gewissen menschen das gefühl, weniger lebenswert und wertvoll zu sein als andere und zwar aufgrund von faktoren, die zum teil genetisch von geburt an festgelegt sind oder die im laufe des lebens enstanden sind, teilweise sogar ohne große eigene verantwortung (sprich: in der kindheit, wenn man auf seine erziehungsberechtigten einfach angewiesen ist, um geistig und körperlich zu reifen und zu gedeihen).

und wie hier einige schon sagten: die aussage, dass, wie du sagtest, "dümmere" menschen mehr kinder kriegen, ist mehr als schwammig und nich sehr haltbar.
was heißt dumm? schlecht gebildet? ein geringes maß an emotionaler aufnahme- & demonstrationsfähigkeit? mangelndes pflicht- & verantwortungsbewusstsein? oder einfach geistige minderbemitteltheit, wie es sie in manchen fällen sogar gibt?
wie "dumm" oder "schlau" ein mensch ist, hängt von massig faktoren ab, die zum größten teil alle in den ersten 18-20 lebensjahren greifen, besonders im kindesalter. teilweise is das von vornherein genetisch bedingt, teilweise entfalten sich manche dieser genetischen gegebenheiten nur unter bestimmten umweltfaktoren, teilweise kann man gewisse negative effekte, die aus genetischen bedingungen resultieren, durch bestimmte wege der erziehung mindern oder ganz verschwinden lassen. das hängt von den erziehungsberechtigten, deren beruf, einkommen & erziehungsmethoden, den anderen verwandten, den freunden, den lehrern, dem schulsystem, dem freizeitverhalten, dem kulturellen angebot, der persönlichkeit und viel mehr anderen sachen ab. und jeder dieser faktoren hängt wiederum von anderen ab (beruf & einkommen der eltern hängen von konjunktur ab usw.)

je mehr faktoren da eine rolle spielen, desto besser isses doch, an diesen faktoren anzusetzen und bedingungen zu schaffen, die es leichter machen, seinem kind die größtmöglichen entfaltungschancen für seinen geist zu geben und es den eltern auch ermöglichen zu lernen und zu begreifen, wie man das macht.

hinzu kommt, dass es einfach aus evolutionären gründen vorgesehen ist, dass manche menschen halt in gewissen hinsichten, ich sage ma, "auf der strecke bleiben", damit es anderen besser geht (sprich: manche machen keinen abschluss und sind dann arbeitslos, andere machen einen und kriegen nen job). das is eine wertfreie und ethisch gesehen neutrale feststellung. schließlich hat ja jeder mensch sein schicksal auch zu einem sehr großen teil selbst in der hand und kann sich durch reine willenskraft aus eigenem antrieb heraus von der abhängigkeit seines umfeldes usw. immer ein stück weit befreien, um positive veränderungen herbeizuführen.

i-welche eugentischen maßnahmen sind in meinen augen aber gänzlich unangebracht.
 

Gronka Lonka

Gold Status
Mitglied seit
7 August 2007
Beiträge
14.270
angenommen man würde jetzt das arbeitslosengeld und den spitzensteuersatz erhöhen und im gegenzug das kindergeld positiv vom einkommen abhängig machen, mit dem ziel, dass die unterschicht weniger und die oberschicht mehr kinder bekommt (man lese bitte sarrazin). das würde den leuten in der unterschicht vielleicht ein gefühl geben, momentan weniger wert zu sein, aber es würde ihnen auch zeigen, dass sie selbst da rauskommen können.

wenn du wissen willst, was dummheit bedeutet, dann kuck dir big brother an... ne im prinzip lässt sich intelligenz/dummheit in iq-werten messen, so lange einem nix besseres einfällt, kann man sich daran orientieren.

und ich verweigere mich der annahme, dass arbeitslosigkeit evolutionäre gründe hat. evolutionäre mechanismen wirken doch gar nicht mehr wirklich in der menschheit.
 

FifthAce1

Babo
Supporter:in
Mitglied seit
8 Januar 2010
Beiträge
47.657
das würde den leuten in der unterschicht vielleicht ein gefühl geben, momentan weniger wert zu sein, aber es würde ihnen auch zeigen, dass sie selbst da rauskommen können

das würde eher zu mehr abneigung und hass gegenüber staatlichen instanzen führen. du kannst leute durch solche maßnahem einfach nicht in mehr oder weniger wertvolle menschen einteilen, das verstößt gegen unsere demokratisch-humanistischen prinzipien.
außerdem isses bewiesen, dass sanktionen nicht immer unbedingt eine positive verhaltensänderung herbeiführen. das einfachste beispiel is das mit der prügelstrafe: leute dachten sich mal "wenn kinder frech werden, haut man ihnen eine rein, dann lassen sie das in zukunft bleiben, um nich wieder eine zu kassieren!". aber sozialpsychologische studien haben bewiesen, dass dies eine falsche annahme is (kann dir grad leider nich den namen von so ner studie nennen).
diese sanktionen, die du forderst, arbeiten nämlich nicht mit motivation, wie du es dir denkst, sondern mit angst, und das hat noch niemandem geholfen.
du kannst menschen nur zu positiven verhaltensänderungen bringen, wenn du ihnen begreiflich machst, was sie für das größtmögliche eigene wohl und das ihrer familie tun müssen, und der erste schritt dahin isses, ihnen die möglichkeit zu geben, für sich selber verantwortlich sein und nicht unmündig sein zu können. aus diesem grund haben wir ja auch die menschenrechte, die für alle menschen gleichermaßen gelten müssen, da diese rechte eben diese voraussetzungen garantieren. du kannst die nicht durch eugenische maßnahmen für gewisse menschen einschränken.

worüber man zb sprechen könnte, währen sanktionen für den missbrauch von kindergeld oder die veruntreuung von arbeitslosengeld, denn da geht eben die eigenverantwortlichkeit der betroffenen leute voraus. die können mit ihrem geld ja tun, was sie wollen, sobald sie es haben, also müssen sie die konsequenzen tragen.
andererseits weiß ich aber auch nich, wie man das kontrollieren sollte. da gab es ja mal diese vorschläge, dass man gutscheine einführt für gute nahrungsmittel, schulbücher usw., aber anstatt diesem ansatz eine sinnvolle & nachvollziehbare erklärung zu verliehen, wurde wieder mit solchen totschlagargumenten gespielt wie "die unterschicht gibt das geld ja eh nur für alk & tabakwaren aus!"

ne im prinzip lässt sich intelligenz/dummheit in iq-werten messen, so lange einem nix besseres einfällt, kann man sich daran orientieren.

intelligenz is ein sehr abstrakter begriff, der in der psychologie viele unterschiedliche definitionen hat. eine auswertung der IQ-werte langt da noch lange nich aus. noch ein grund, keine eugenischen maßnahmen einzuführen, da man die intelligenz, von der solche maßnahmen abhängig sein könnten, einfach noch nicht eindeutig definieren kann.

und ich verweigere mich der annahme, dass arbeitslosigkeit evolutionäre gründe hat. evolutionäre mechanismen wirken doch gar nicht mehr wirklich in der menschheit.

gewisse parallelen bestehen da auf jeden fall. ich meine das jetz natürlich nich im sozialdarwinistischen sinn, aber manche leute erlangen eben kein sehr hohes lebensniveau, weil sie sich nicht dazu aufraffen konnten. ich glaube schon, dass das von der natur aus so gewollt ist, dass es "intelligentere" & weniger "intelligente" lebewesen gibt, erst recht beim menschen, der ja aufgrund seiner hohen geistigen leistungsfähigkeit massive eingriffe in die gesamte natur vornimmt und sie immer mehr verändert. gäbe es zu viele menschen, die zu sehr hohen geistigen leistungen fähig wären, würden sie sich möglicherweise zu schnell vermehren und immer mehr natürliche ressourcen verbrauchen, bis der planet schließlich kollabiert.
genauso sucht man sich ja im idealfall zur fortpflanzung nen partner, der den eigenen vorstellungen am besten entspricht, weil man eben instinktiv weiß, dass so die besten nachkommen entstehen.
genauso führen menschen gegeneinander krieg, um ihr eigenes überleben zu sichern, indem sie ihre rivalen auslöschen oder räumlich einschränken wollen. dann können diese rivalen ihnen nich mehr im kampf um die zum überleben benötigten ressourcen gefährlich werden. klar, oberflächlich gehts um politische fragen oder so, aber der kern des grundes, warum kriege ausbrechen, liegt für mich auch in der evolution.
wobei krieg natürlich eine zu extreme manifestierung von evolutionären vorgängen ist und gänzlich aus der welt verschwinden sollten, weil kriege mit viel mehr nachteilen als vorteilen einhergehen.
 
Oben Unten