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der wert eines menschen für die gesellschaft differiert nunmal stark. und in einem land, in dem ungeborenes leben aufgrund von behinderungen abgetrieben werden darf und inzest verboten ist, kann man ruhig mal über eine staatliche lenkung der demographischen entwicklung nachdenken.
auf abtreibung hat eine schwangere frau ein recht und zwar aus dem grund, dass ihrem eigenen wohl eine höhere bedeutung zugestanden wird als dem ihres ungeborenen kindes, wenn die situation (sprich: kind ist behindert, entstand durch vergewaltigung usw.) es in ihren augen nich anders zulässt.
was du forderst, sind keine rechte, sondern gesetze, die manchen menschen aufgrund einiger faktoren das recht auf freie entfaltung im hinblick auf die familienplanung & -gestaltung nehmen. das is ein gewaltiger unterschied.
ich halte das für ne menschenverachtende und moralisch nich vertretbare forderung, durch gesetze gewisse demagogische entwicklungen im hinblick auf die geistige leistungsfähigkeit, intelligenz usw. absichtlich einschränken oder vermeiden zu wollen. wir leben in einem freien land, wo alle die gleichen rechte genießen sollen. wer ein kind haben möchte, sollte dies tun dürfen.
das is doch ne makabere vorstellung zu sagen "es sollte manche menschen von vornherein in zukunft nicht mehr geben, also nehmen wir ihnen die mittel & wege, sich fortzupflanzen oder eine zu große anzahl an kindern versorgen und aufziehen zu können!"
warum fangen wir dann am besten nich auch noch an, das mit behinderten menschen zu machen? schließlich braucht die ja keiner, die können ja oft nich arbeiten gehen und deren kinder dann später vllt. auch behindert sind? oder mit leuten, die genetisch gesehen günstigere voraussetzungen für das entstehen von krebs und anderen schlimmen krankheiten haben?
verstehst du, was ich meine? so eine regelung gibt gewissen menschen das gefühl, weniger lebenswert und wertvoll zu sein als andere und zwar aufgrund von faktoren, die zum teil genetisch von geburt an festgelegt sind oder die im laufe des lebens enstanden sind, teilweise sogar ohne große eigene verantwortung (sprich: in der kindheit, wenn man auf seine erziehungsberechtigten einfach angewiesen ist, um geistig und körperlich zu reifen und zu gedeihen).
und wie hier einige schon sagten: die aussage, dass, wie du sagtest, "dümmere" menschen mehr kinder kriegen, ist mehr als schwammig und nich sehr haltbar.
was heißt dumm? schlecht gebildet? ein geringes maß an emotionaler aufnahme- & demonstrationsfähigkeit? mangelndes pflicht- & verantwortungsbewusstsein? oder einfach geistige minderbemitteltheit, wie es sie in manchen fällen sogar gibt?
wie "dumm" oder "schlau" ein mensch ist, hängt von massig faktoren ab, die zum größten teil alle in den ersten 18-20 lebensjahren greifen, besonders im kindesalter. teilweise is das von vornherein genetisch bedingt, teilweise entfalten sich manche dieser genetischen gegebenheiten nur unter bestimmten umweltfaktoren, teilweise kann man gewisse negative effekte, die aus genetischen bedingungen resultieren, durch bestimmte wege der erziehung mindern oder ganz verschwinden lassen. das hängt von den erziehungsberechtigten, deren beruf, einkommen & erziehungsmethoden, den anderen verwandten, den freunden, den lehrern, dem schulsystem, dem freizeitverhalten, dem kulturellen angebot, der persönlichkeit und viel mehr anderen sachen ab. und jeder dieser faktoren hängt wiederum von anderen ab (beruf & einkommen der eltern hängen von konjunktur ab usw.)
je mehr faktoren da eine rolle spielen, desto besser isses doch, an diesen faktoren anzusetzen und bedingungen zu schaffen, die es leichter machen, seinem kind die größtmöglichen entfaltungschancen für seinen geist zu geben und es den eltern auch ermöglichen zu lernen und zu begreifen, wie man das macht.
hinzu kommt, dass es einfach aus evolutionären gründen vorgesehen ist, dass manche menschen halt in gewissen hinsichten, ich sage ma, "auf der strecke bleiben", damit es anderen besser geht (sprich: manche machen keinen abschluss und sind dann arbeitslos, andere machen einen und kriegen nen job). das is eine wertfreie und ethisch gesehen neutrale feststellung. schließlich hat ja jeder mensch sein schicksal auch zu einem sehr großen teil selbst in der hand und kann sich durch reine willenskraft aus eigenem antrieb heraus von der abhängigkeit seines umfeldes usw. immer ein stück weit befreien, um positive veränderungen herbeizuführen.
i-welche eugentischen maßnahmen sind in meinen augen aber gänzlich unangebracht.