Eminem: Alle Songs 1988 bis 2020 + Ranking aller Alben [Abgeschlossen]

wosdiekompetenz

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Son Eminem Nerd auf Reddit hat auch mal ein fiktives King Mathers Tape mit all den Leaks gebastelt. Würde ich feiern, wenn man auch auf die Tracks eingeht, denn das ist wirklich Eminem am absoluten, hoffnungslosen, traurigen Tiefpunkt.

(Screenshot aus meiner Musik Bibliothek)
Paar Tracks davon sind ja auf Refill gelandet.
 

Radar

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Curtain Call (02.12.2005)

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Der Vollständigkeit halber folgt nun die Greatest Hits von Eminem.
Was soll man dazu großartig sagen? Es handelt sich um eine Sammlung aller kommerziellen Single-Auskopplungen. Meine Meinung zu diesen habe ich in den entsprechenden Reviews bereits kund getan. Neu sind die Songs "Fack", "When I´m gone" und "Shake that". "Stan" ist in der Live-Version mit Elton John zu hören. Fand den Auftritt damals sehr ehrenhaft von beiden Partein.
"Fack" ist ein Quatschsong, der auf Encore noch negativ aufgefallen wäre. Da muss das Crack wirklich stark eingeschlagen haben. Delivery, Flow und Betonungen nerven ohne Ende. Habe den glaube ich heute erst zum zweiten Mal gehört, da ich wusste, dass der wack ist.
"When I´m gone" das ist sicher ein guter Song, hat mich aber nie gecatched. Habe den nicht geskipped, aber auch noch nie gezielt angemacht.
"Shaka that ass" ok das Ding feier ich, bockt mich. Mal eine Frage: Gibt es eigentlich irgendwas Wackes von Nate Dogg? Bei dem sitzt doch seit jeher jede Silbe perfekt. Wahnsinn.
Das sind alle drei für mich keine Songs, die auf einem Best of Platz haben. Irgendwie erwartet man ja ansatzweise das Niveau der anderen Tracks, auch wenn dass natürlich etwas hochgegriffen ist. Dennoch gehören alle drei nicht in meine Eminem Top-50.
Naja, meine 18-Track-Best of würde eh ganz anders aussehen.

Respekt an die Bonus-CD. Hier finden sich Bretter wie "Just dont give a fuck", "Dead Wrong", "Criminal" oder "Role Model". Da hatte jemand dann noch etwas Plan, wie man eine solche Verpackung befüllen muss, um keinen Etikettenschwindel zu betreiben.

Keine Wertung.

Ehre:
 

Radar

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Ich respektiere den Song, aber ich brauche das inhaltlich nicht. Ich weiß natürlich, dass das unheimlich gut ist.
Ich will aber sowas:

 

Radar

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Eminem Presents The Re-Up (01.12.2006)

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Ignoriert man die Greatest Hits, so ist dies die erste Veröffentlichung seit über zwei Jahren. Dementsprechend sollten die Erwartungen eigentlich ziemlich hoch sein. Das waren sie bei „Encore“ allerdings auch. Das Resultat ist bekannt. Freude auf kommende CDs? Nur noch mit Vorsicht. Dies hat mir „Enocre“ gelehrt. Pflichtkäufe? In meiner Welt existieren sie seitdem nicht mehr.

Eminem plante 2006, Proof war acht Monate tot (R.I.P), ein Streettape, auf welchem er sein Lable und die dort gesignten Künstler vorstellen wollte. Seiner Ansicht nach war das Material so gut, dass er daraus ein Album gemacht hat. Ich nehme mal an, dass die Engelstrompeten oder Opiate, keine Ahnung, was er wirklich konsumiert hat, hier bereits ziemlich doll gekickt haben. Anders lässt sich diese Ansicht für mich nicht erklären. Dazu gleich. Ich belege diese Annahme auch dadurch, dass MM danach ziemlich lange nichts mehr von sich hören ließ.

Kommen wir zunächst zu den Facts: 23 Tracks von normaler Spieldauer. Produziert wurde zum allergrößten Teil von MM selbst. Das mögen einige gut finden, ich halte mich eher bedeckt. Dre hat einen Beat beigesteuert und Alchemist drei. Dazu kommen einige weitere Leute. Features von außerhalb des Labels kommen von Nate Dogg und Akon, die auf bereits bekannten Tracks in einer Remixversion zu hören sind.



Joa, was soll man dazu groß sagen? Cashis, Stat Quo und Bobby Creekwater sind keine Wack.MCs, sind aber auch so uninteressant, dass mich deren Material null reizt. Die können sicher rappen, aber reicht das heute noch aus? Ich finde nicht. Um eins Vorweg zu sagen, der beste Track des Albums kommt von Eminem und heißt „No Apologies“. Das ist eine absolut starke Nummer, auf der Eminem auf absolutem Topniveau agiert. Ironischerweise ist dies ein Song, der damals von der Eminem Show gestrichen wurde. Ist also schon über 4 Jahre alt. Weiter empfehle ich die Tracks „You dont know“ (kennt eh jeder, ballert aber), „Jimmy Crack Corn“ und „Get Low“. Auf letzterem liefert Dre einen coolen Beat, woraus Stat Quo wirklich einen guten Track machen konnte. Obie Trice kann auch rappen, das weiß man. Proof sowieso. Selbiges beweisen sie hier. Tracks von Swifty oder Kuniva benötige ich persönlich nicht. Den Track mit Akon fand ich im Original schon nervig, sodass ich keinen Remix benötige.



Fazit: Viel Durchschnittsmaterial, da viele MCs es nicht besser können. Eminem ist gut dabei, 50 auch. Der Rest ist leider langweilig, sodass ich sagen muss, ich benötige dieses Album nicht. Würde niemals auf die Idee kommen, das am Stück durchhören zu wollen. Bedenkt man, was man mit dem Line-up eigentlich für einen Sampler hätte generieren können, ist das hier schon echt lame ohne Ende.

3.5 von 10.
 

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Altgedient
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Das Cover erinnert mich an Fan Artworks die Rap Seiten auf Facebook und Co immer mal wieder posten. Sieht mega billig aus.
 

pokusa

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Ich nehme mal an, dass die Engelstrompeten oder Opiate, keine Ahnung, was er wirklich konsumiert hat, hier bereits ziemlich doll gekickt haben.

Sehr gut daran zu erkennen, dass Em tatsächlich so 0815 Rappers wie Stat Quo und Cashis als neue Zugpferde platzieren wollte. o_O
 

Sorbit

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Ich wusste nichtmal dass ReUp ein offizielles Album war. Dachte das ist so ein Fanprojekt oder ein DJ-Ding und hab das deswegen nie ausgecheckt
 

thS

Toy
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Jun 15, 2021
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Vorab:

Mega krasser Aufwand von dir, danke für die Zeit dass alles niederzuschreiben und die ganzen Tracknamen / Links etc. rauszusuchen und zu dokumentieren. Stimme dir in vielen Sachen überein.

Ich finde man hätte noch die „King Mathers LP“ mit in die Liste nehmen können, wenn die leaked straight-from-the-lab EP es reingeschafft hat.

Und um noch ne Frage in den Raum zu werfen. Was ist wenn der intern nie das DemoTape von eminem bekommen hätte? Was wenn er es nicht an Jimmy Iovine weitergegeben hätte? Was ist wenn der auf sein Bauchgefühl gehört hätte und das Dre nicht gezeigt hätte. Wir werdens wohl nie wissen. Ich glaube Eminem hätte es zu einem Major Label geschafft, hätte Alben gebracht und wäre ein established Künstler im ami-rap geworden. Aber ich glaube nicht dass er der Eminem wäre mit dem Katalog den wir heute kennen.

Nochmal danke für den Aufwand!

Pre-SSLP:

Würde hier und da die Bewertung so nicht unterschreiben. Würde z.B. nicht sagen dass der 17 jährige Eminem auf Steppin onto the scene besser war als 90% der heutigen Deutschrapper. Weiß generell nicht in wie fern man da wirklich sagen kann, dass man hat Talent / Skill rausgehört hat. War hier und da schon nicht whack, aber auch alles nothing to write home about um ehrlich zu seien. Wirklich das „okay der hat was drauf, der könnte noch krass werden“ kam meiner Meinung erst bei infinite, und das wahrscheinlich auch eher, weil es Eminem ist. Wäre das nicht Eminem gewesen und man würde das Album heute hören würde man sagen „ja war damals halt halbwegs stabiler 08/15 rapper der AZ und NAS bitet.“

SSLP:

Hier und da stimme ich dir bei einigen Tracks (sowohl bei der EP als auch bei der LP) nicht ganz zu, ist aber Erbsenzählerei. Würde z.B. auch „rock bottom“ über „if i had“ sehen. Alleine die Reime mit denen er die 1. Verse beginnt oder auch die geleakte demo version die er ein paar Stunden vor nem Suicide Versuch aufgenommen. Von der Bewertung her, kommen sowohl die EP als auch die LP ein bisschen zu gut weg, wenn du mich fragst. Ich glaube die LP war damals besser als sie heute ist. Nicht weil sie sonderlich schlecht gealtert ist, sondern eher weil das heute wie ne Art Zeitkapsel wirkt. Glaub die haben sich auch mies den Kopf zerbrochen wie man nen Major Label Debut von Eminem aufzieht. Sowas sieht man später noch öfters, hat evtl dem ganzen aus musikalischer Sicht nicht zu gutgetan. Übrigens klares „JA“ zu der Frage ob die Bass Brothers den Eminem Sound damals mehr gemacht haben als Dre. Die samples und melodien waren da sehr prägend. Würde „im shady“ besser bewerten. Legendärer Song.

Würde vll noch erwähnen dass das Album überraschend punchline-heavy ist und schon Eminems eigenen Humor und Stil aufweißt:

„I listen to your demo tape and act like I dont like it /
six months later you hear your lyrics on my shit”

“Youre whacker than the motherfucker you bit your style from /
You aint gonna sell 2 copies if you press a double album”

“grab a knife by the blade and stab you with the fucking handle”

sind da meine Lieblingsexemplare.


MMLP:

Auch bei mir die prägenste CD meines Lebens gewesen. Ohne MMLP würde ich wahrscheinlich kein Rap hören. Pures Meisterwerk, keine Frage. Der ganze SSLP – MMLP – TES run ist unübertreffbar, da wird lange lange nichts rankommen. MMLP ist da ein schönes Mittelding und zeigt den change in der Attitude von SSLP zu TES. Wobei TES wahrscheinlich musikalisch nen Stückchen runder ist.

Lustig ist auch die Geschichte hinter „the way i am“ und „real slim shady“. Das album war soweit fertig (weiß nicht mehr ob das da schon MMLP hieß oder noch amsterdam), aber das Label wollte eine knaller-single als LeadSingle für den Rollout und fürs Radio. Sie wollten ein my-name-is 2. Eminem war angepisst und reagierte typisch Eminem angepisst mit „the way i am“. Dem Label war das immernoch nicht radio-tauglich genug und Eminem hat sich wahrscheinlich gedacht „nagut geben wir diesen fucking anzugträgern halt was sie wollen“ und schrieb „the real slim shady“. Beide Songs sind wohl sehr kurz vor der Abgagefrist entstanden und waren beide sehr wichtig für das Album als auch für Eminems Karriere.

Noch zu the-way-i-am: Wer bock hat soll den Track echt mal genauer unter die Lupe nehmen und sich das Reimschema angucken und wie er das auf die drums gepackt hat. Ein Ohrenschmaus. Dieses 1-2-Reim von den Silben her was sich fast durch die ganzen Verses zieht, mit den ewig langen Schemen ist pervers geil und mir geht dabei fast einer flitzen. Ebenfalls zeigt sich hier wie relativ früh (2. Major label album) eminem mit seiner Intonation und Enunciation spielen konnte und was das betrifft Jahre dem game vorraus war. Wie er beide Mittel nutzt um Reimschemen und Flows möglich zu machen zeigt sich später noch in seinen sehr technischen tracks, alben und äras, hat aber alles hier seinen Ursprung.

Zwei Songs verdienen meiner Meinung nach mehr Liebe als du verteilt hast:

Remember me, besonders die sticky fingaz verse die definitiv in der Diskussion für top 5 Verses auf MMLP ist und Eminem dazu gebracht hat seine verse umzuschreiben und Drug Ballad.

Drug Ballad hat mit `If i could take it all back i wouldnt, i would've done more shit that people said that i shouldnt` meine Lieblingszeile von Eminem ever, und ich challenge euch eine Line zu finden die Eminem besser beschreibt. Shoutout an den Flow in der ersten Verse bei „You're beginning to think women“… welches eins der smoothesten beat-riden von Em ever ist.

Über die Bewertung muss man garnicht reden, ich würde mir nen Finger abschneiden um MMLP nochmal zum ersten mal hören zu können (no joke, falls irgendwer von euch nen Flaschengeist oder Gott oder so kennt und da was klar machen kann, PM an mich).


TES:

zu TES muss ich nicht viel sagen, dass hast du 1A zusammengefasst. Ich mag den Übergang von SSLP – MMLP – TES sehr. Die Entwicklung ist zu sehen, wie alles größer, runder, musikalischer und massentauglicher wurde, wie die roughness von Release zu Release weniger wurde und dafür alles runder und routinierter wurde. Die Entwicklung in der Attitude und Message ist ebenfalls sehr interessant.

Ich kann verstehen, wenn jemand sagt er persönlich kriegt aus SSLP am meisten Hörgenuss, genau wie ich es verstehen kann, wenn das für andere bei MMLP oder TES der Fall ist. Da wird man sich objektiv nie drauf einigen werden können, das ist zu subjektiv. Sie sind alle auf ihre eigene Art einzigartig und perfekt.



8 Mile soundtrack:


Eh…vieles hast du geschrieben und gut zusammengefasst. Eminem ist hier an seinem Höhepunkt und hat gleichzeitig #1 Album, #1 Single und #1 Film in den charts. Kurze Story zu lose yourself: der hat das nebenbei, während dem recorden vom Film, zwischen Takes am Set geschrieben. Die Zettel die er in Szenen in der Hand hat, sind wirklich die Zettel auf denen eher, wenn er grade nicht gefilmt wurde, in dem Moment lose yourself geschrieben hat. Die internal rhymes sind übrigens insane (ab ca 2:58)

Erstes mal wo ich „Veto einlegen muss“ und definitiv anderer Meinung bin. Rabbit run. Für mich top 10 underrated eminem songs. Sehr sehr starkes ding. Einfach durchgerappt, keine hooks, bridges oder sonst son Müll. Straight bars, das Metronom als Uhr im Hintergrund etc. Mega song. Starke Zeilen, highlight-übergänge von Schemen, das Geräusch wie er die Zettel zerknüllt. 9/10 Song.


straight from the lab EP:

schon sehr Diss-heavy. Hier finde ich den Cannabis Diss (und auch the warning gegen mariah carey welcher aber später kam) tatsächlich sehr geil und für mich knallen die irgendwie härter als der Rest, grade weil die so locker flockig aus dem Handgelenk geschüttelt wirken und eminem in beiden auf Cruise-Control war.

Man sollte nicht vergessen, dass the-source echt DAS Hiphop Magazin in einer Welt vor dem Internet wie wir es heute kennen war. Informationen zu Rappern, Releases, etc etc. haben 95% der Szene von diesem Magazin bekommen. Eminem hatte beef mit dem Magazin und hat gewonnen. Musst du auch erstmal schaffen.

Encore:

Uff, alter big uff. Muss dir so weh es auch tut, natürlich zustimmen. Glaub aber auch, dass der komplette Run von SSLP, MMLP, TES, 8 Mile, Soundtrack, 50 Cent rausbringen, labelarbeit etc etc. einfach irgendwann die Drogen mehr wurden und die Energie hat irgendwann gefehlt.

Was man aber zur Verteidigung sagen sollte, es sind einige Song geleakt, die sonst wahrscheinlich auf encore gelandet werden. We as Americans, love you more, can i bitch, bully etc. waren wahrscheinlich für Encore vorbestimmt, wurden wegen den Leaks dann aber nicht aufs Album gepackt, und Eminem musste in kurzer Zeit Ersatz schaffen. Ich vermute, dass dadurch diese joke-igen Songs (rain man, big weenie, ass like that, just lose it, etc etc.) entstanden sind. Ebenfalls muss man auch erwähnen, dass Encore eine Schere geworden ist. Die highs von dem Album sind wirklich sehr hoch (never enough, mosh, like toy soliders, mockingbird). Allerdings die Lows auch low.

Das ganze soll bisschen Kontext geben, rechtfertigt aber nicht Unbedingt die Qualität des Albums.

Never enough und one shot 2 shot feier ich beide. Keine mega krassen Eminem hits, aber stechen in der Diskographie für mich nicht negativ raus. Die zensierte Version von one shot 2 shot feier ich mega. Da fehlen teilweise 2-3 Zeilen am Stück je nach Verses. Bringt auf jeden Fall nochmal entertainment IMO.

„Like toy soldiers“ finde ich aber mega. Sehr reflektiert, mega gutes songwriting. Schöner Abschluss zu dem ganzen Kapitel, sehr mature. Hier auch funny: hört mal den Song und achtet bitte auf die Drums. Jede beschissene Silbe die eminem da einrappt sitzt auf ner drum. Trägt sich durch den kompletten flow und die komplette delivery. Ein Zeichen, dass eminem anfängt irgendwo auf technischer ebene nach neuen Challenges sucht und versucht mit Kleinigkeiten zu glänzen. Meiner Meinung nach einem Zeichen, dass er der Meinung war, dass er bei „standard 16ern“ einfach keine Schippe mehr drauflegen kann.



Freue mich auf die nächsten Alben und Ären von Eminem. Bin gespannt wo deine Meinungen da hingehen, bis jetzt sind wir noch relativ ähnlich dabei. Props für die ganzen write-ups und den aufwand.
 

Radar

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Danke dir ☺
Werde die Tage nochmal konkreter drauf eingehen.
 

SnoopDeVille

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@thS

schöner Post :emoji_ok_hand:

Zum Re-Up:
Mag „There He Is“ von Bobby sehr gerne, ist für mich n lässiges Ding
 

Radar

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Relapse (15.05.2009)

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So Freunde der Sonne. 4.5 Jahre sind seit dem letzten Soloalbum vergangen. In dieser Zeit konnte der gute Marshall wahrlich nicht allzu viel gutes Zeug liefern, welches in einem die Hoffnung aufkommen ließ, dass dieses Album wieder einen Schritt nach vorne machen würde. Aus diesem Grunde habe ich die Information damals auch eher skeptisch aufgenommen. Da ich zu der Zeit eh eher Deutschrap gepumpt habe und das Vorgängeralbum die Definition von „musikalischer Enttäuschung eines Idols“ ist, war die Vorfreude eher gedämpft. Eminem schien Proofs Tod nicht verarbeitet zu haben und auch die Ausmaße der Tablettensucht stellten sich als erheblicher dar als man damals vermutete. Dazu kamen die Gerüchte über angebliche Schreibblockaden, welche die Hoffnung auf gute Lyrik geringer werden ließen.

Beginnen wir zunächst mit den puren Fakten:

Der Titel bezieht sich auf jene Sucht, wobei MM zu diesem Zeitpunkt seit über einem Jahr clean war (offiziell). Das Album wurde fast ausschließlich von Dr. Dre in Zusammenarbeit mit verschiedenen Co-Produzenten produziert. Einzig der Track „Beautiful“ wurde von MM und Jeff Bass produziert. Als Co-Produzenten fungierten Mark Batson, Eminem, Dawaun Parker, Doc.ish und Trevor Lawrence. Gastbeiträge liefern Dr. Dre und 50 Cent.

Die Voraussetzungen klingen fast zu schön, um wahr zu sein. Konnte MM dies nutzen, um eine gute Bewertung im einzig relevanten Ranking (https://www.mzee.com/forum/forums/alben-rankings-und-diskographien.212/) zu erlangen? Gucken wir uns das Ganze einmal genauer an:

Die erste Single „Crack a bottle“ liefert einen guten Vorgeschmack auf das Album. Damals eher enttäuschend, weiß ich diesen Dre-Beat heute auf einer guten Anlage sehr zu schätzen. Ein vielversprechender Appetizer.

Die zweite Single „We made you“ ist die typische erste Single. Besser als „Just lose it“ kann man den Track gerne pumpen, allerdings finde ich das Verwenden dieser mexikanischen Akzente eher nervig. Die Hook kann einen schon catchen, aber ich denke, dass MM 2009 über den Zeitpunkt hinaus war, wo solche Singles nötig waren. Akzeptabler Track, aber nicht notwendig.

Die dritte Single hieß „3 a.m.“. Puhh. Eine stabile Nummer, die an alte Zeiten erinnert und seinen Ursprung im Horrorkore (bzw. Slim Shadys Ursprung) zurück in Erinnerung ruft. Für mich ne richtig geile Nummer, auf der Dre auch ein gutes Geschütz auffährt. Es soll nicht der einzige Song auf dem Album bleiben, welcher im Stile des Horrorkores gestaltet wurde.

Weiter kam die Single „Beautiful“, die als einzige direkt aus der Entziehungskurzeit stammt. Für das, was es sein soll, ist das ein ganz schön starker Song. Ich brauche den nicht unbedingt, aber der ist schon berechtigt und zeigt seine Qualitäten gut auf.

Ich gehe nicht auf jeden Track ein, sondern schreibe bereits ein Fazit:

Dre liefert hier ganz schön ab. Ich kann hier wirklich keine Totalausfälle ausmachen. Klar gibt es Beats, die einem nicht so gefallen, aber qualitativ sind die alle ziemlich stark. Dre schafft es hier, dem Album eine gute Grundatmosphäre zu verleihen, sodass dauerhaft ein soundtechnischer roter Faden zu erkennen ist.

Einige Themen bzgl. verschiedener Prominenter interessieren mich nicht so, aber man hat das Gefühl, dass MM hier deutlich mehr zu erzählen hat, als es auf dem Vorgänger der Fall war (dies verwundert natürlich auch nicht, da in der Zwischenzeit ziemlich viel passiert ist). Dazu liefert er hier Bomben ab („Stay wide awake, „Underground“), die ich mir nach Encore nicht mal mehr zu träumen gewagt hätte. Leider wird auf vielen Songs ein Akzent verwendet, was einige Tracks ziemlich kaputt macht. Keine Ahnung, was das sollte. Lyrics und Beats sind nämlich ziemlich gut. Positiv empfinde ich noch, dass es die Rituale der Vorgänger beibehält, was gewisse Skits und Figuren betrifft. Dies schafft einen weiteren guten Rahmen für ein Eminem-Album. Manche Songs catchen mich nicht so, würde das Album hinter der SSLP einordnen. Wer das Album immer Scheiße fand, das ist wirklich ein Album, welches eine weitere Chance verdient hat. Kam damals eventuell auch zur falschen Zeit.

6.7 von 10 Punkten.


Hit:


 

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Altgedient
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Sep 29, 2018
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Find das Album ganz gut. Bis heute die letzten guten Beats von Dr. Dre. Em rappt zwar in komischer Stimmlage, aber kann man sich schon geben. Klingt vor allem motivierter als auf dem letzten Album. Klappt auch gut als musikalisches Gesamtpaket. "Must Be The Ganja", "Crack A Bottle" und "Underground" sind schon nice. "We Made You" mag ich zu meiner Schande auch, aber ich hab für viele Songs aus dem Sommer eine Schwäche, war der Sommer wo ich mich in Ami Rap verliebt hat. Aber Filler/Gechmackssachen sind auch an Bord; "Hello" zB is kalter Kaffee und "Deja Vu" fühlt sich auch an, als ob man das Album bloß auf 20 Tracks strecken wollte. Zum Kotzen finde ich aber immerhin nix. Bis heute das letzte Album von ihm das ich mir überwiegend geben kann.

6/10
 

pokusa

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Aug 7, 2011
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Deja Vu ist doch einer der besten Tracks vom Album, da arbeitet er seine ganze Drogengeschichte auf eine ganz humorige Art und Weise auf.

Die Beats sind durchweg gut und stimmig, nur ist Em nicht wirklich fokussiert bei der Sache, sodass es doch ein paar unnötige Filler gibt. Man hat schon gemerkt, dass er einfach wie ein Wahnsinniger geschrieben und gerappt hat, ohne jetzt genau ein Album im Kopf zu haben.

6.7 ist schon eine sehr spezifische Wertung, aber es pendelt sich tatsächlich irgendwo zwischen "Totaler Müll" (als das es anfangs aufgenommen wurde) und "Unterschätztes Meisterwerk" (zu dem es zwischenzeitlich hochgejubelt wurde) ein, tendenziell im besseren Bereich bei 7.x oder so. Ich stimme auf jeden Fall zu, dass das Album etwas aus der Zeit gefallen klingt. Vor allem 09, also so zu den Hoch-Phasen von Wayne und Atlanta Traphouse und so, war das eher nicht so angesagt.

Die Refill hatte ein paar nette Ergänzungen.
 
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selectedJS

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Jun 16, 2006
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Nice. Würde relapse noch etwas besser bewerten. Bis we Made you läuft es eigentlich verdammt gut. Schade dass du nicht jeden Track bewertest, z.B. auf Same Song and Dance bin ich erst letzte Woche wieder hängengeblieben, wie er total entspannt über Promi-Entführungs-Fantasien rappt ist richtig gut gelungen. My Mom auch geile Bildsprache.

Die Refill Edition kann man auch hören, wie Eminem bei Forever unbedingt Drake Kanye und Weezy ausstechen will.
 

Sorbit

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Nov 30, 2017
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Stay wide awake einfach brutaler Track. Einer seiner besten ever
 

Jodorgotti

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Sep 2, 2019
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stay wide awake, same song & dance und music box gehören zu meinen favorites aus seinem œuvre. paar dulle beats aber insgesamt schon meilenweit besser als encore und alles was danach kam
 

Dagoth

gehört zum Inventar
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Jun 26, 2019
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oh, interessant. ich habe "relapse" aus irgendeinem grund immer in die negativschublade gesteckt und nie gehört, muss das morgen am weg zur arbeit mal nachholen.
 
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