Also ich finde das Tape durchwachsen, es scheint als ob er für jeden etwas dabei haben wollte und keinen Wert auf einen roten Faden gelegt hätte. Da gibt es dann eher klassische Hip Hop Tracks, dann recht pompöse Tracks mit einem hohen Pathos-Faktor, Tracks mit rockigen Einflüssen, Down South Banger und noch ein paar melancholische Nummern; so ein Mischmasch ergibt wirklich nur in den seltensten Fällen ein gutes Gesamtprodukt. Mit den Gesangs-Features übertreibt er es mE auch ein wenig...
Ansonsten hat Emilio Rojas durchaus seine Qualitäten (an die Stimme muss man sich halt gewöhnen), vor allem flowtechnisch spielt er recht weit oben mit und weiss diese auch zu switchen; am besten gefällt er mir wenn er die Doubletime-Maschine anwirft. Inhaltlich ist er auch ziemlich stark und spricht auch sehr persönliche Sachen an (z.B. das seine Schwester lesbisch ist) ohne das man als Hörer jetzt wirklich das Gefühl hat, dass er sich dadurch angreifbar macht (z.B. bei Disses von anderen Rappern).
Meine Favoriten auf dem Tape sind "Breaking Point" (hat sogar Hit-Potential), "Classic", "Pimpin", "SPIC", "Look Up" und "Show Me What Your Got".
Gar nicht gefallen mir "Blame Me" (da wäre wohl einer gerne Drake) und "Take A Good Look Around" (klingt für mich in der Hook einfach zu gezwungen, nach dem Motto "mit ein paar Gitarren-Riffs kriegen wir da richtig Herzschmerz rein"...); dann gibt es auch noch einiges an durchschnittlichem Material wie z.B. "One Last Time", "Middle Finger" und "Pussy & Cologne".
Wie gesagt, der Gute Herr hat durchaus Skills und man sollte ihn im Auge behalten, aber so wirklich Einordnen kann ich ihn nach dem hören des Tapes nicht, wahrscheinlich weiss er selbst nicht so wirklich wo er musikalisch hin will...