3headed Monkey
auf Eis gelegt
- Mitglied seit
- 25 Dezember 2002
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Ich würde gern mal probieren, hier nen Thread zu starten, der über die üblichen technischen Detailfragen hinausgeht. Auch wenn mein Interesse eher der elektronischen Tanzmusik als Hiphop gilt, ist das hier vermutlich der beste Ort dafür (wenn nicht, können wir den Thread auch gern zu mir in den Non-Hiphop-Bereich schieben, aber ich denke hier sind mehr Leute am Start, die auch ein tieferes Interesse an Musik haben).
Aber zum Thema: Ich frage mich, was die Elemente sind, die den Charakter von Musik (und damit die Definitionen von Subgenres) ausmachen. Woher weiß ich beim Anhören eines Tracks, ob das jetzt eher House oder Techno ist (und diese Entscheidung kann man beim anhören eines beliebigen Tracks aus diesem Bereich ohne mit der Wimper zu zucken in Sekunden treffen)? Wo liegt die Grenze zwischen Deep House und Tech House? Und was unterscheidet beide Genres voneinander (die BPM-Zahlen mögen zwar normalerweise minimal andere Bereiche abdecken, aber das ist in keinem Fall ein Ausschlussmerkmal und auch nichts, was diese Richtungen tiefergehend definiert)?
Ich denke als elementarsten Bestandteil muss man zu allererst die Drum-Spuren betrachten. Denn auch wenn große Teile der elektronischen Tanzmusik vom guten alten 4-to-the-floor-Rhythmus dominiert werden, wird dieses Pattern doch so unterschiedlich realisiert, dass man eine relativ klare Einteilung in Subgenres vornehmen kann (dass dabei immer Grauzonen übrig bleiben, liegt natürlich dennoch auf der Hand). Aber was genau macht diese Unterschiede aus? Sind es klangliche Kriterien? Sicherlich - die viel stärkere Präsenz der Snaredrum hebt quasi jeden beliebigen Housetrack von einem Technotrack ab. Doch auch der Rhythmus an sich dürfte seinen Anteil haben (allerdings habe ich da kein explizites Beispiel zur Hand, das bedürfte erstmal einigem analytischen Musikhören von meiner Seite), auch wenn im Prinzip nicht von der Grundstruktur des 4-to-the-floor abgewichen wird:
--h- --h- --h- --h-
---- s--- ---- s---
k--- k--- k--- k---
Wie setze dieses simple Pattern durch das Hinzufügen von Elementen distinktiv von anderen 4-to-the-floor-Rhythmen ab?
Natürlich sind auch die Auswahl der "Instrumente" und ähnliche Dinge wichtige Punkte für die vorliegende Frage (wie man schon an so simplen Feststellungen, wie der Tatsache, dass sich bei Trance das Geschehen zum Großteil im Bereich der Höhen, bei House/Techno dagegen eher im Bereich der Mitten und Bässe abspielt, sehen kann). Aber ich denke, dass diese Punkte weit weniger grundlegend für den Charakter der Musik sind, als man auf Anhieb vermuten würde. Daher bin ich aktuell auch eher an der ersten Fragestellung interessiert.
Tut mir leid, falls ich euch durch meine Beispiele aus dem Bereich der elektronischen Musik gelangweilt haben sollte, ihr könnt die ganze Fragestellung natürlich auch auf Rap übertragen, z.B. 90er Westcoast-Gangsta-Rap vs. NYC-Kram oder Queensbridge-Sound ala Mobb Deep vs. Native-Tongue-Sound ala A Tribe Called Quest. Aber da hätte ich mir jetzt auch erstmal ein paar Platten vorkramen müssen, um überhaupt Beispiele zu benennen, das hab ich mir mal erspart.
Ich hoffe mal, hier finden sich noch ein paar Leute, die sich für solche Fragen begeistern können. (Btw, hat irgendwer von euch "Unlocking the Groove" von Mark Butler? Da hat sich n Musikwissenschaftler mit elektronischer Tanzmusik auseinandergesetzt. Bin stark am überlegen, es mir zu bestellen, weils recht interessant klingt. Habe aber bisher noch keinen Blick reinwerfen können, weil ich zu faul bin, zur Bibliothek der Musikwissenschaftler hier in Leipzig zu laufen
)
Aber zum Thema: Ich frage mich, was die Elemente sind, die den Charakter von Musik (und damit die Definitionen von Subgenres) ausmachen. Woher weiß ich beim Anhören eines Tracks, ob das jetzt eher House oder Techno ist (und diese Entscheidung kann man beim anhören eines beliebigen Tracks aus diesem Bereich ohne mit der Wimper zu zucken in Sekunden treffen)? Wo liegt die Grenze zwischen Deep House und Tech House? Und was unterscheidet beide Genres voneinander (die BPM-Zahlen mögen zwar normalerweise minimal andere Bereiche abdecken, aber das ist in keinem Fall ein Ausschlussmerkmal und auch nichts, was diese Richtungen tiefergehend definiert)?
Ich denke als elementarsten Bestandteil muss man zu allererst die Drum-Spuren betrachten. Denn auch wenn große Teile der elektronischen Tanzmusik vom guten alten 4-to-the-floor-Rhythmus dominiert werden, wird dieses Pattern doch so unterschiedlich realisiert, dass man eine relativ klare Einteilung in Subgenres vornehmen kann (dass dabei immer Grauzonen übrig bleiben, liegt natürlich dennoch auf der Hand). Aber was genau macht diese Unterschiede aus? Sind es klangliche Kriterien? Sicherlich - die viel stärkere Präsenz der Snaredrum hebt quasi jeden beliebigen Housetrack von einem Technotrack ab. Doch auch der Rhythmus an sich dürfte seinen Anteil haben (allerdings habe ich da kein explizites Beispiel zur Hand, das bedürfte erstmal einigem analytischen Musikhören von meiner Seite), auch wenn im Prinzip nicht von der Grundstruktur des 4-to-the-floor abgewichen wird:
--h- --h- --h- --h-
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Wie setze dieses simple Pattern durch das Hinzufügen von Elementen distinktiv von anderen 4-to-the-floor-Rhythmen ab?
Natürlich sind auch die Auswahl der "Instrumente" und ähnliche Dinge wichtige Punkte für die vorliegende Frage (wie man schon an so simplen Feststellungen, wie der Tatsache, dass sich bei Trance das Geschehen zum Großteil im Bereich der Höhen, bei House/Techno dagegen eher im Bereich der Mitten und Bässe abspielt, sehen kann). Aber ich denke, dass diese Punkte weit weniger grundlegend für den Charakter der Musik sind, als man auf Anhieb vermuten würde. Daher bin ich aktuell auch eher an der ersten Fragestellung interessiert.
Tut mir leid, falls ich euch durch meine Beispiele aus dem Bereich der elektronischen Musik gelangweilt haben sollte, ihr könnt die ganze Fragestellung natürlich auch auf Rap übertragen, z.B. 90er Westcoast-Gangsta-Rap vs. NYC-Kram oder Queensbridge-Sound ala Mobb Deep vs. Native-Tongue-Sound ala A Tribe Called Quest. Aber da hätte ich mir jetzt auch erstmal ein paar Platten vorkramen müssen, um überhaupt Beispiele zu benennen, das hab ich mir mal erspart.
Ich hoffe mal, hier finden sich noch ein paar Leute, die sich für solche Fragen begeistern können. (Btw, hat irgendwer von euch "Unlocking the Groove" von Mark Butler? Da hat sich n Musikwissenschaftler mit elektronischer Tanzmusik auseinandergesetzt. Bin stark am überlegen, es mir zu bestellen, weils recht interessant klingt. Habe aber bisher noch keinen Blick reinwerfen können, weil ich zu faul bin, zur Bibliothek der Musikwissenschaftler hier in Leipzig zu laufen