Die deutsche Sprechreform

Deutsche Sprachreform


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3headed Monkey

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dann les mal ein buch aus dem neunzehnten jahrhundert. du wirst dich wundern, wie die sprachliche kompetenz abgenommen hat. Damals hatte die Sprache noch soul. Geb dir mal das (willkürlich rausgesucht):

Und du gehst gleich mit schlechtem Beispiel voran oder was?

Abgesehen davon frage ich mich, wie man sprachliche Kompetenz überhaupt quantifizieren will (naja, vielleicht über den Wortschatz, aber mehr fällt mir da auf Anhieb nicht ein).
 

Benni-THE-KING

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Abgesehen davon frage ich mich, wie man sprachliche Kompetenz überhaupt quantifizieren will (naja, vielleicht über den Wortschatz, aber mehr fällt mir da auf Anhieb nicht ein).

:thumbsup:

im Endeffekt läuft es darauf hinnaus das man die Art wie "gebildete" und "intelligente" Menschen reden dann auch als "gebildet" und "intelligent" wahrnimmt und die Art wie "ungebildete" und "dumme" Menschen reden als "ungebildet" und "dumm". So wird die Sprache nicht ansich gewertet sondern danach wer sie spricht. Und das verstärkt sich dann von selbst weil die meisten dann in ihren Kreisen verkehren und dann auch die Sprache übernehmen.
 

Hoheit

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wer so spricht kann einfach kein deutsch
so reden die ausländer in den üklassen un das soll jetzt cool sein?
bitch please
 

EizEizBaby

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dann les mal ein buch aus dem neunzehnten jahrhundert. du wirst dich wundern, wie die sprachliche kompetenz abgenommen hat. Damals hatte die Sprache noch soul. Geb dir mal das (willkürlich rausgesucht):

Die Geschichte gewisser Formen des Aberglaubens bildet in den Annalen der geistigen Entwicklung des Menschengeschlechtes einen der wichtigsten, wenn auch seltsamsten Abschnitte. Denn wie töricht auch die schwärmerischen Äußerungen der Magie und Astrologie waren, wie fern uns gegenwärtig in Folge des allgemeinen Fortschrittes die Ideen liegen, die sie hervorriefen, sie haben immerhin lange Jahrhunderte hindurch, ja sogar bis auf naheliegende Zeiten einen so tiefen und gewichtigen Einfluss geübt, dass sie vom aufmerksamen Forscher und Beobachter der verschiedenen Phasen des allgemeinen Bildungsganges gewiss nicht unbeachtet gelassen werden dürfen.

Das ist der erste Satz der Einleitung zu einem Sachbuch aus dem Jahr 1878.

sprachliche kompetenz hat nix mit langen und komplizierten sätzen zu tun....und auch nix mit "soul" oder stil / belletristik
 

Sandmann da MC

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ja, vll solltest du mal hier beitreten....da kann man bestimmt so drüber reden
http://www.vds-ev.de/

du liest bestimmt auch sick und findest es gut:D
Ich hab mir Sick mal mit 18 oder so bei einem langweiligen Ferienjob als Hörbuch gegeben.
Sicks Verständnis von der Deutschen Sprache ist halt sehr normativ, was mit der Alltagssprache einfach nicht zu vereinbaren ist. Zudem ist das, was er schreibt auch nicht immer richtig, dazu gibt es ja glaub ich sogar ein Buch, in dem er auseinander genommen wird.
Für Laien, die sich bisher nicht so sehr mit der Deutschen Sprache beschäftigt haben und so ein Buch größtenteils eh zur Unterhaltung lesen, find ich ihn aber völlig in Ordnung.


Den Grundgedanken von VDS finde ich eigentlich sehr gut, jedoch sind die mir schon wieder zu extrem, besonders was Anglizismen angeht.
 

dissidentin

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Wenn solche Sätze in einem Sachbuch stehen, soll das nur verschleiern wie scheiße das Buch eigentlich ist. Gerade dort sollten Sätze nur so lang wie nötig sein.

das Buch ist nicht schlecht, das wird bis heute immer wieder neu aufgelegt.
Was ich mit dem Beispiel aufzeigen wollte ist, dass die Sprache damals -sogar in Sachbüchern- einfach noch mehr "Klang" hatte und in einem Satz eben mehr ausgedrückt wurde als manch andere auf einer kompletten Seite nicht mehr auf die Reihe bekommen.

Der Einzige, der diese ellenlangen Sätze mit Swag gebracht hat, war Thomas Mann:cool:

H. P. Lovecraft, Edgar Ellen Poe, E.T.A. Hofmann, Jean Paul uswusf. Alle hatten sies noch drauf.
Damals war die Fülle an guten Autoren noch gegeben, heute sinds einige wenige u. sogar manche Pulitzerpreisträger kannste heften, was die Seele hinter den bloßen Zeilen betrifft.

Und du gehst gleich mit schlechtem Beispiel voran oder was?

Ich hab hier ja nicht behauptet, dass ich mich für den Nobelpreis bewerb.
Ich lese aber sehr viel. Viele alte Klassiker, aber auch Trivialzeug (SF) und ich seh da schon irgendwie ne krasse Wandlung in der Sprache zum Negativen. Das ist ja nicht zu übersehen.

Abgesehen davon frage ich mich, wie man sprachliche Kompetenz überhaupt quantifizieren will (naja, vielleicht über den Wortschatz, aber mehr fällt mir da auf Anhieb nicht ein).

Quantitativ mglw. über den Wortschatz.
Mich persönlich spricht die Bildung (die über bloße Schlagzeilen hinausgeht) an und der Raum zwischen den Zeilen, der den Leser mit einbezieht, quasi sowas wie ne Interaktion ermöglicht statt bloßen Konsum. Is aber wohl bei jedem anders.

sprachliche kompetenz hat nix mit langen und komplizierten sätzen zu tun....und auch nix mit "soul" oder stil / belletristik

Wenn du weißt mit wasses nichts zu tun hat, weißt du bestimmt auch mit was es zu tun haben muss, Deiner Ansicht nach.
 
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EizEizBaby

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Wenn du weißt mit wasses nichts zu tun hat, weißt du bestimmt auch mit was es zu tun haben muss, Deiner Ansicht nach.

meine ansicht tut da nix zu, denn sprachkompetenz ist ein linguistisch definierter begriff den man in den einschlägigen lexika nachschlagen kann...ich möchte nicht dass begrifflichkeiten hier fmissverständlich verwendet werden

meistens geht die verwendung des ausdrucks einher mit dem begriff der kommunikativen kompetenz, das heißt die fähigkeit deine sprache an den jweiligen kontext, z.b. situativ oder sozial anpassen zu können


Kompetenz vs. Performanz
(auch: Sprachfähigkeit vs. Sprachverwendung) Kompetenz ist die im Rahmen der TG seit dem Aspekte-Modell angenommene Bez. für die Sprachfähigkeit eines Idealen Sprecher-Hörers einer Mutterspr. Ein individueller Sprecher einer Mutterspr. ist im Rahmen seiner realen Sprachverwendung, der Performanz, mehr oder weniger fähig, eine unbegrenzte Anzahl grammat. Strukturen zu äußern und zu verstehen und diese in verschiedenen, für die Konstruktion von Grammatiktheorien relevanten Hinsichten zu beurteilen, z.B. hinsichtl. Grad und Arten von Abweichungen, hinsichtl. der Art und Anzahl ihrer Bedeutungen, hinsichtl. mögl. Paraphrasen. Der Begriff Kompetenz bezieht sich auf die im Rahmen des Aspekte- Modells angenommene, für alle Revisionen des Modells gültige Idealisierung des Untersuchungsobjekts Spr., aufgrund welcher Abweichungen im Sprechverhalten der Performanz zugewiesen werden, d.h. Umstände, die nicht durch das grammat. System selbst bedingt sind, sondern durch seinen Einsatz im Sprechen in Situationen.
[Lexikon Sprache: Kompetenz vs. Performanz. Metzler Lexikon Sprache, S. 4904
(vgl. MLSpr, S. 359) (c) J.B. Metzler Verlag]
 
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