Im besten Fall kann man Regisseur Hans Weingartner grenzenlose Naivität bestätigen, im schlimmsten Fall ist das hier ein menschenverachtendes, strunzdummes und zynisches Machwerk auf TV-Film-Niveau. Nicht nur, dass die Wandlung Rainers vom Saulus zum Paulus absolut unglaubwürdig und überstürzt ist, den Rest der Figuren hat man auch aus der Billigstklischeekiste geklaubt und auf die hanebüchene Story geklebt. Wie motiviert man einen Haufen Arbeitslose? Klar - mit Schnaps und Bier. Sofort mutieren diese zu Heinzelmännchen und scheinen in ihrer asexuellen Rolle als leicht debile Helferlein sehr glücklich zu sein, während Moritz Bleibtreu eine "zarte" Liebesbeziehung zu Elsa Schulz Gambard aufbauen darf. Argh!
Dieses blöde Arschloch Weingartner geht mit seinen Figuren genau so um, wie er es dem "Trash-TV" ankreidet. Apropos ankreiden: Wer Fassbinder und Ägypten-Dokus für den absoluten Qualitätshöhepunkt im Fernsehen hält, sollte einfach seine dumme Fresse halten und keine pseudokritischen und pseudosubversiven Filme drehen.
Lächerlichste Szene: Das Fernsehprogramm wird tatsächlich immer besser und in Interviews erklärt eine Dame nun, dass sie lieber an der Elbe spazierengeht. Ja, was denn nun? Da ist das TV auf einmal informativ und aufklärerisch - und dann schaltet man lieber ab? Oder gehört diese Frau schon zur Gattung des Neuen Menschen, den Rainer und die sieben Zwerge schaffen wollen? Was für ein Müll, welch ein Dreck! Schenkt euch diese zwei Stunden und guckt stattdessen "Frauentausch".