Der Thread für das bedingungslose Grundeinkommen

Murmel

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bin mir ziemlich sicher, dass leute sich viel eher darauf einlassen würden, bestimmte jobs zu machen, wenn der betrieb von den arbeitern geführt wird und diese auch direkt am gewinn beteiligt werden.

an welchem gewinn denn jetzt auf einmal wieder

ich dachte es geht arbeit die nicht profitabel ist und so ätzend dass sie auch bei guter bezahlung keiner machen will
 

FurioG

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Wobei ich es natürlich super super witzig fänd, bge zu machen, damit die scheiss jobs analog zum aufstocker dasein heute noch schlechter bezahlt werden, weil "hey, du hast ja noch die 1000€ bge. Wenn du jetzt von 10 cent pro ausgetragenem Paket bekommst kommst du locker auf deine 700€ im monat, davon kann man jawohl super duper leben" :emoji_ghost::emoji_ghost::emoji_ghost:

Aber gut, dann kriegen die halt alternativ Kinder :emoji_muscle::emoji_muscle::emoji_muscle:
 

Clarence Boddicker

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@Murmel Ich hab doch nicht geschrieben, dass diese Unternehmen grundsätzlich nicht profitabel sein können, sondern dass sie unter normalen Umständen nicht mehr funtkionieren, weil niemand mehr deren Lohnsklave sein möchte. Und ja, weil die Arbeit halt kacke ist und niemand mehr drauf angewiesen ist. Eine direkte Beteiligung der Belegschaft inkl. Mitspracherecht halte ich aber für größtmögliche Verbesserung der Arbeitsbedinungen und vermute, dass unter diesen Umständen wieder mehr Leute bereit wären, die Arbeit zu machen.
 

Murmel

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@Murmel Ich hab doch nicht geschrieben, dass diese Unternehmen grundsätzlich nicht profitabel sein können, sondern dass sie unter normalen Umständen nicht mehr funtkionieren, weil niemand mehr deren Lohnsklave sein möchte. Und ja, weil die Arbeit halt kacke ist und niemand mehr drauf angewiesen ist. Eine direkte Beteiligung der Belegschaft inkl. Mitspracherecht halte ich aber für größtmögliche Verbesserung der Arbeitsbedinungen und vermute, dass unter diesen Umständen wieder mehr Leute bereit wären, die Arbeit zu machen.

Ich glaub, die meisten Arbeitnehmer haben überhaupt nicht so sehr Bock auf Mitspracherecht. Und wenn dem so wäre, wäre es bestimmt schon irgendeinem findigen Personaler oder Manager eingefallen, das seinen Arbeitskräften als geldwerten Pluspunkt zu verkaufen (bzw gibt es doch schon jetzt im Kapitalismus allen möglichen Bullshit in dieser Richtung, flache Hierarchien, diese komischen Silicon Valley Arbeitsplätze mit Tischtennisecke oder was weiß ich).

Ein Job am Fließband (oder im Schlachthof oder in der Kloake) ist aber ein Job am Fließband (oder...), ob man den macht für den Profit des Unternehmers oder die Quotenvorgabe der Partei, es bleibt sich doch komplett gleich. Ihr Kommis sucht immer nach der Weltformel in irgendwelchen komischen Nebenschauplätzen.
 

Clarence Boddicker

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Ich habe bewusst "vergemeinschaftet" und nicht "verstaatlicht" geschrieben, weil mir eine Situation vorschwebt, in der die Belegschaft den Betrieb eigenverantwortlich und nicht im Sinne irgendeiner Partei führt. Für mich ist das ein himmelweiter Unterschied und ich glaube für die meisten Menschen ebenfalls. Was ist eigentlich mit dir? Macht es dir keinen Spaß dein eigener Boss zu sein bei deinem Musik-Business?

Kleines Zitat aus dem 18. Jahrhundert dazu:
Allein, freilich ist Freiheit die notwendige Bedingung, ohne welche selbst das seelenvollste Geschäft keine heilsamen Wirkungen dieser Art hervorzubringen vermag. Was nicht von dem Menschen selbst gewählt, worin er auch nur eingeschränkt und geleitet wird, das geht nicht in sein Wesen über, das bleibt ihm ewig fremd, das verrichtet er nicht eigentlich mit menschlicher Kraft, sondern mit mechanischer Fertigkeit.
 

Andy Dufresne

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Ich glaub, die meisten Arbeitnehmer haben überhaupt nicht so sehr Bock auf Mitspracherecht. Und wenn dem so wäre, wäre es bestimmt schon irgendeinem findigen Personaler oder Manager eingefallen, das seinen Arbeitskräften als geldwerten Pluspunkt zu verkaufen (bzw gibt es doch schon jetzt im Kapitalismus allen möglichen Bullshit in dieser Richtung, flache Hierarchien, diese komischen Silicon Valley Arbeitsplätze mit Tischtennisecke oder was weiß ich).
Ist dir das konstrukt "betriebsrat" geläufig? Dieses ganze start-up flache hierarchien gedöns ist doch nur ne oberflächliche legierung hinter der ausbeutung halt mit nem grinsen betrieben wird, ohne dass man sich auf irgendwelche rechte berufen könnte. Das merkt man ja immer genau dann, wenn arbeiter in diesen start-ups oder unternehmen tatsächlich nen betriebsrat gründen wollen und der sonst so buddy-hafte chef nen wutanfall bekommt lol

Ansonsten würde ich aber auch sagen, dass man diesen wille, dass alle arbeiter mitentscheiden wollen, nicht verallgemeinern kann, außer wenn es vllt um bedeutende richtungsentscheidungen geht, wie bspw. bei airbus oder daimler, wo den arbeitern dann doch mal die hutschnur platzt. Bei kleineren dienstleistungsbetrieben, wie hier besprochen, bin ich ebenfalls skeptisch.
 

Sandmann da MC

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so ätzend dass sie auch bei guter bezahlung keiner machen will
Wenn die Arbeit so gut bezahlt wird, dass man auch mit einem Halbtagsjob gut über die Runden kommt, könnte das wieder attraktiv werden.
Also ich würde lieber vier Stunden pro Tag am Fließband arbeiten als acht in irgendeinem Durchschnittsjob im Großraumbüro.
 

Murmel

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Ich habe bewusst "vergemeinschaftet" und nicht "verstaatlicht" geschrieben, weil mir eine Situation vorschwebt, in der die Belegschaft den Betrieb eigenverantwortlich und nicht im Sinne irgendeiner Partei führt. Für mich ist das ein himmelweiter Unterschied und ich glaube für die meisten Menschen ebenfalls. Was ist eigentlich mit dir? Macht es dir keinen Spaß dein eigener Boss zu sein bei deinem Musik-Business?

naja im prezi betrieb bin ich ja weitestgehend alleine oder patriarch, insofern schlechtes beispiel. glaub auch nicht dass ein größerer betrieb mit 5 prezis in betriebsversammlung gut funktionieren würde. ist jetzt allerdings auch persönlich, ich kann entweder komplett mein ding machen oder komplett kommandos ausführen, alles dazwischen strengt mich eher an.
 

Clarence Boddicker

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Finde Demokratie generell anstrengend, aber glaube trotzdem daran, dass sie sich lohnt. Ich glaube aber auch, wir alle sind weit entfernt davon, die ideale Lösung solcher Probleme zu kennen. Aber gerade deshalb sollte man auch nicht annehmen, die gewohnten Zustände seien unabänderlich.
 

wild-vandal

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Ich habe bewusst "vergemeinschaftet" und nicht "verstaatlicht" geschrieben, weil mir eine Situation vorschwebt, in der die Belegschaft den Betrieb eigenverantwortlich und nicht im Sinne irgendeiner Partei führt. Für mich ist das ein himmelweiter Unterschied und ich glaube für die meisten Menschen ebenfalls. Was ist eigentlich mit dir? Macht es dir keinen Spaß dein eigener Boss zu sein bei deinem Musik-Business?

Mit welchem Kapital sollen diese "vergemeinschafteten" Betriebe investieren?

Wie willst du einen privaten Betrieb zu einem "vergemeinschafteten" Betrieb transformieren?

Bei Großkonzernen wie BMW mit 100k Mitarbeitern, wie viel mehr fühlt sich der einzelne Mitarbeiter eigenverantwortlich, nach dem der Betrieb "vergemeinschaftet" worden ist?

Hat dann jeder Mitarbeiter den gleichen Anteil am "vergemeinschafteten" Betrieb oder bekommt der CEO mehr Anteile als die Putzfrau? Fall letzteres, wer soll die Verteilung definieren? Hat der Neueinsteiger genau den gleichen Anteil am gemeinsamen Betrieb, wie derjenige der seit 20 Jahren im Betrieb ist?



Freue mich schon auf deine Antworten. Kannst auch gerne einen neuen Thread aufmachen. Thema finde ich interessant hat mit BGE aber nichts zu tun. LG
 

_henner

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Extrem hohe Erbschaftssteuern einführen, dann wäre dies schon finanzierbar. Erben gehört mMn sowieso abgeschafft da es Glücksache ist.

wenn jemand mal die eier hätte eine finanztransaktionssteuer einzuführen
oder wie bereits erwähnt den großkonzernen in die tasche greifen
was gerechte abgaben / steuerzahlungen angeht
 
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Daffy Griswold

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Wobei ich es natürlich super super witzig fänd, bge zu machen, damit die scheiss jobs analog zum aufstocker dasein heute noch schlechter bezahlt werden, weil "hey, du hast ja noch die 1000€ bge. Wenn du jetzt von 10 cent pro ausgetragenem Paket bekommst kommst du locker auf deine 700€ im monat, davon kann man jawohl super duper leben" :emoji_ghost::emoji_ghost::emoji_ghost:

Aber gut, dann kriegen die halt alternativ Kinder :emoji_muscle::emoji_muscle::emoji_muscle:

wenn dank bge niemand mehr arbeiten muss kann der raubtierkapitalismus ja niemanden mehr zum pakete austragen oder putzen zwingen.
das läuft dann so ab, dass der multinationale konzern demokratisch selbstverwaltet wird und weil alle mitspracherecht haben sind auch alle super motiviert und dadurch viel effizienter als in der lohnsklaverei.
und weil der job spaß macht bekommt die abteilungsleiterin in der softwareentwicklung nur 1500$ und weil der job keinen spaß macht bekommt der putzmann 4000$.
un da es keine geldgeilen aktionäre mehr gibt, kann sich der konzern natürlich auch noch um umweltschutz und nachhaltige produktion kümmern.
außerdem gehen alle kinder der mitarbeiter in den firmeneigenen kindergarten wo sie genderneutral zum neuen menschen ausgebildet werden.
 

FreshFroFizzle

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Gut das du das ansprichst. Eine Gewinnbeteiligung gibt es zB bei Pharmaunternehmen. Warum gibts sowas nicht in anderen branchen ?
gewinnbeteiligung is immer guter antrieb, warum es nicht überall gängig is, keine ahnung wahrscheinlich um wettkämpfe zwischen kollegen zu vermeiden
ich war kurzzeitig, noch vor abschied in meinem alten unternehmen (börsen notiert) u.a fürs controlling zuständig. ich hab leaks entdeckt die 50.000-100.000€ ersparnis brachten (jährlich) ohne personal zu kündigen verstehts sich natürlich(!) usw. als dankeschön gabs tafel schokolade und flasche wein, schließlich seien die summen immer noch peanuts. natürlich is man danach sehr motiviert (kappa).
 

xStrikerx

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Schon Interessant, in den USA freut man sich über Steuersenkungen, in Deutschland freut man sich über Steuererhöhungen. Verrückt!

da kommt möglicherweise zum Tragen, daß Deutsche (und ähnliches dürfte für viele andere europäische Länder gelten) im Durchschnitt ein anderes (wohlwollenderes) Verhältnis zum Staat haben als US-Amerikaner (ebenso wie ein anderes Verhältnis zum Thema "Gemeinwohl" bzw. wie dieses erreicht wird/werden sollte).


Das merkt man ja immer genau dann, wenn arbeiter in diesen start-ups oder unternehmen tatsächlich nen betriebsrat gründen wollen und der sonst so buddy-hafte chef nen wutanfall bekommt lol

da fällt mir der Konzernchef (oder wars nur ein Pressesprecher o.ä.?) von Alnatura ein, der allen Ernstes befragt zu einer Auseinandersetzung um die Gründung von Betriebsräten (und dem Versuch des Unternehmens, dieses zu behindern) meinte, die Hierachien im Unternehmen wären so flach, deshalb brauche man diese gar nicht ...
 
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FifthAce1

Babo
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die tischtennisecke mit bierkasten nebendran is ja nur dazu da um dem wagecuck so passiv-aggressiv zu verklickern dass er zwar eig. um 16 uhr feierabend hätte aber doch ruhig noch ein bisschen bleiben und überstunden machen soll er kann ja zwischendurch mal zur zerstreuung ne halbe stunde kickern + ein becks lemon (fuck man wo byn ych?) genießen und dann erst um 21 uhr feierabend machen wir sind hier schließlich voll das coole eingespielte team das alles für die große sache gibt und persönliche bedürfnisse hintenanstellt und das is doch auch was oder
 
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