DER Kolonial-Thread von Kolumbus bis zu den Weltkriegen

südchilla

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seltsamurai schrieb:
Ist beides nicht direkt ein Argument. Man muß nicht wirklich aufgeschlossen für andere Kulturen sein, um sie zu erobern, vernichten und auszubeuten. Und bei den Kolonien ging es auch nicht direkt um klassische 'Volk braucht Raum' - Expansion, sondern meistens mehr um militärische Präsenz und wirtschaftliche Ausbeutung.

die ersten spanischen kolonien hatten doch nicht den zweck militärisch präsent zu sein in amerika, sonder wie du gesagt hast wirtschaftliche vorteile, gegenüber den anderen europäischen mächten hatte spanien ein interesse, sie wollten ja auch england ausschalten (armada)
 

seltsamurai

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die chinesen wollten nichts mit anderen kulturen zu tun haben (so hats mal nen dozent erklärt) genau so wie die japaner, die ja bis zum 18 jahrhundert auch nur nen paar kontakte hatten.

Das stimmt, aber es bestand ja auch kein großer diplomatischer Austausch zwischen Europa und Afrika, und diese Beiden kannten sich schon ein Weilchen. Die Europäer hielten einen Großteil Afrikas für unzivilisiert, genau wie die Asiaten Europa lange Zeit für Barbaren hielten. Trotzdem kolonialisierte Europa die Barbaren, während Asien die Nase rümpfend wieder nach Hause fuhr.

Schon nach kurzem begannen Kolonien auch als militärische Stützpunkte eine Rolle zu spielen. Gesicherte Häfen mit Zugang zu Nachschub erhöhen den Aktionsradius einer Flotte und geben dem Staat die Möglichkeit, mehr Druck auf andere, formal weiter unabhängige Staaten in ihrem Radius auszuüben. Die deutschen Kolonien in Asien sollten vor allem die Kohleversorgung der Kanonenbootpolitik sicherstellen, dazu waren Handel und in letzter Konsequenz auch Minen notwendig. Die deutsche Kolonialpolitik kam verspätet und gegen den Willen von Bismarck. Zumindestens der vom Staat vorangetriebene Teil folgte exakt diesem Prinzip der Stützpunktkolonie, deren Bedürfnisse den Grundstein für Witschaft und Siedlung legen: "Der Handel folgt der Flagge".

Heutzutage sind natürlich Militärstützpunkte mit Flughafen und Flugzeugträger viel wichtiger. Wobei 'Kolonien' total aus der Mode sind. Freunde sind in.
 

südchilla

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Bismarck hatte den plan, ohne diese idiotische deutsche kolonialpolitik wärs deutschland damals besser gegangen
 

seltsamurai

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Birmarck hat sicher auch diverse Fehler gehabt, aber man muß ihm wirklich hoch anrechnen, daß er sich nach Kräften bemüht hat, Deutschland aus dem Kolonialgeschäft rauszuhalten (weil er das Ganze zum einen als Verlustgeschäft gesehen hat und zum anderen Konflikte mit den anderen europäischen Kolonialmächten voraussagte). Wenn man bedenkt, daß die Franzosen nach dem deutsch -französischen Krieg versucht haben, Deutschland die Kolonie Vietnam (damals Cochichina genannt) als Kriegsbeute anzudrehen... :eek:

Bismarck schrieb:
„O! O! Cochinchina! Das ist aber ein sehr fetter Brocken für uns; wir sind aber noch nicht reich genug, um uns den Luxus von Kolonien leisten zu können.“

Bismarck schrieb:
„Frankreich liegt links, Russland liegt rechts, in der Mitte liegen wir. Das ist meine Karte von Afrika.“
 

--Cha\/ezz--

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eben einen sehr lustigen aufsatz über das ende der "grossen theorien" gelesen. die naive, linke (dependenztheorie) und die radikalen marktbefürworter sind dort nicht gut weggekommen. aber einige menschen scheinen immer noch an universelle theorien zu glauben....
 

Munichs_finest

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deutschlands kolonialbestrebungen haben sich in einem wesentlichen punkt mit denen der anderen kolonialmächte unterschieden:


sie waren erst auf schutzmachtbasis von großkaufleuten und missionen gedacht... 1884 erst iss das passiert und ab ca. 1890 wurde dann wirklich "kolonialismus" als solcher betrieben
 

MASTA MATHI

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unter anderem muss man auch beachten dass die deutschen erst ziemlich spät in das kolonialwesen eingegriffen haben.leider war halt wilhelm II. der spinner dran.sie ham sich auch net besonders geschickt angestellt und insgesamt wars ein verlustgeschäft für deutschland.
 

Munichs_finest

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finanziell ja... zummindest für den staat... leute wie Goddefroy und Woermann haben nicht schlecht verdient mit dem handel...

leider war wilhelm n icht ganz so der styler und bismarck hat sich von den kaufleuten beeinflussen/umstimmen lassen
 
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