Also ich bin neu hier, möchte mich aber zum Doping im Tennis auch kurz äussern. Ich denke, im Profitennis spielt Doping eine sehr untergeordnete Rolle, unter anderem auch aus den Gründen, die schon genannt wurden und mehr.
Warum ich denke, dass im Tennis Doping kaum was bringt und daher auch fast keine Rolle spielt:
1. Wie schon erwähnt wurde, nützen einem Tennisspieler Dopingmittel nichts, wenn er die Technik nicht beherrscht. Wer nur über einen mittelmässigen Aufschlag verfügt, keine Gewinnschläge über die Vorhand oder Rückhand anbringen kann, den Volley nicht beherrscht etc. wird auch mit den besten Dopingmittel über längere Zeit keinen Erfolg haben.
2. Tennis ist von der Belastung her überhaupt nicht vergleichbar mit Radsport oder einer TDF z.B. Natürlich muss ein Spieler fit sein, um eine Chance haben einen 3 stündigen Match in brütender Hitze zu überstehen. Aber diese Fitness/Kondition ist durchausbar trainierbar ohne Dopingmittel, weil es nicht über die natürliche Leistungsgrenze des menschlichen Körpers hinausgeht. Man darf nicht vergessen, dass die Tennisspieler sich nach jedem ungeraden Spiel hinsetzen dürfen und eine Pause einlegen können, auch wenn diese kurz ist, hilft es schon enorm.
Zudem gehen im Tennis bei den meisten Turnieren die Matches nur über 3 Gewinnsätze, nur bei den Grand Slam Turnieren, d.h. 4 plus der Weltmeisterschaft der besten 8 der Weltrangliste über 5. Es bringt einem Profitennisspieler auch nichts, wenn er nur bei einzelnen Turnieren mal gut ist. Er muss schon über das ganze Jahr auf hohem Niveau spielen, kann er dies ohne Dopingmittel nicht, ist seine Tenniskarriere schnell beendet, da es der Gesundheit sicher nicht förderlich ist sich regelmässig über Jahre das ganze Jahr über zu dopen.
Bei der TDF hingegen fahren sie z.B. mit einem durchschnittlichen Tempo von 40 km/h über 200 km oder annähernd soviel täglich 2 Wochen lang, erklimmen dabei über 1000 Höhenmeter. Der Körper hat dabei keine Zeit sich regenerien, es geht am nächsten Tag im vollen Tempo weiter. Dies schafft man ohne Dopingmittel ganz einfach nicht, weil die natürliche Leistungsgrenze bei jedem mal erreicht ist, egal wie talentiert er sein mag.
3. Im Profitennis muss man nicht zwingend die Nr. 1 sein, um sehr gut davon leben zu können. Natürlich würde jeder gerne mal Wimbledon in seiner Karriere gewinnen, aber auch wenn er's nicht schafft, kann er als Nr. 30 oder sogar Nr. 50 in der Weltrangliste immer noch sehr gut leben. Zudem ist es ein Einzelsport, niemand setzt ihm das Messer an den Hals und sagt, entweder nimmst du Doping oder deine Tenniskarriere ist zu Ende. Auch die Sponsoren und Ausrüster kündigen den Vertrag nicht gleich, wenn er kein Grand Slam Turnier oder ein anderes grösseres Turnier nicht gewinnt.
Nach Aussagen verschiedener ex oder noch aktiven Radprofis ist es bei denen aber genauso. Es ist ihr Beruf und damit auch ihre Existenzgrundlage. Wenn nun der Teamchef ihm sagt, entweder nimmt er Doping oder er ist ein arbeitsloser Radprofi, haben die Sponsoren, Teamchefs etc. ein Druckmittel in der Hand, das es im Profitennis eben nicht gibt.
Ok, ein bisschen lang für den 1. Beitrag, ich hoffe euch nicht zu sehr gelangweilt zu haben.