Der allgemeine Wirtschaft-Thread

--Cha\/ezz--

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Gibt es irgendwelche Studien/Befragungen zu Befürwortern von Sozialismus und in welchem Umfeld sie aufgewachsen sind?
Ich frage mich ob die Befürwortung des Sozialismus bei Menschen, die das System nie erlebt haben, größer ist als bei den anderen.
Würde ich annehmen. Die DDR war bei den Linken im Westen auch beliebter als bei den Bürgern hinter der Mauer.
 
D

Der Affe

Gast
Das ist ein zu simples Argument. Die reine Form der Theorie findest du auch im Kapitalismus nicht.
Es gab mal eine kleine Kommune die nach Ayn Rands Vorbild gelebt hat und gescheitert ist.
Wobei ich mich nicht erinnern kann was die Gründe für das Scheitern waren.
 

guajiro

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die zentrale idee ist doch, dass arbeiter ihre angelegenheiten selbst regeln. in welchem der sog. sozialistischen systeme war das bisher so?
Dann nenn es halt Staatssozialismus. War trotzdem ein planwirtschaftliches System
 
E

eiskalt

Gast
die zentrale idee ist doch, dass arbeiter ihre angelegenheiten selbst regeln. in welchem der sog. sozialistischen systeme war das bisher so?
das ganze konstrukt krankt doch schon an dieser zentralen idee. der moderne arbeiter hat doch gar kein interesse daran "seine angelegenheiten selbst zu regeln". das problem ist doch, dass gemeinwille und gemeinwohl im kommunismus zu großen teilen a priori feststehen. bei einer heterogenen und ausdifferenzierten gesellschaft ist ein solcher konsens doch pure utopie und jegliche anstrengung bzgl. der errichtung eines sozialistischen staates wird stets darin münden, dass autoritär regiert wird, weil man die unwissenden und unverbesserlichen zu ihrem glück zwingen muss (oder man steckt sie in gulags oder richtet sie hin)

dass sich die theoriegenerierende linke dann im nachhinein immer hinsetzt und ein bisschen bastelt, damit man sagen kann "ja gut, da haben einige modernisierungen gefehlt, das konnte ja nicht klappen", ist irgendwie auch nicht besonders überzeugend..
 

O.Gebannter.

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Der aktuelle Kurswechsel gegenüber Griechenland zeigt doch einmal mehr eindrucksvoll, dass sozialistische Systeme vor allem scheitern, da sie sogleich isoliert werden.
Alles was links vom Zentrum ist jagt denen, die ihre Pfründe verteidigen wollen eine Heidenangst ein.
 

guajiro

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Nein, sozialistische Systeme funktionieren nicht, weil Planwirtschaft einfach nicht funktioniert.

Und bis jetzt gibt es gegenüber Griechenland noch keinen Kurswechsel. Nur wenn diese Vertragsbruch begehen oder Auflagen nicht einhalten, gibt es halt keine Kredite. So läuft das Spiel nun mal.
 

--Cha\/ezz--

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Der aktuelle Kurswechsel gegenüber Griechenland zeigt doch einmal mehr eindrucksvoll, dass sozialistische Systeme vor allem scheitern, da sie sogleich isoliert werden.
Alles was links vom Zentrum ist jagt denen, die ihre Pfründe verteidigen wollen eine Heidenangst ein.
Dir ist schon bewusst, dass noch vor 30 Jahren halb Europa und halb Asien sozialistisch waren?

Argument invalid und so.
 

O.Gebannter.

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Nein, sozialistische Systeme funktionieren nicht, weil Planwirtschaft einfach nicht funktioniert.

Und bis jetzt gibt es gegenüber Griechenland noch keinen Kurswechsel. Nur wenn diese Vertragsbruch begehen oder Auflagen nicht einhalten, gibt es halt keine Kredite. So läuft das Spiel nun mal.
Wann habe ich von der Planwirtschaft geredet?
Ach komm, schon vor der Wahl hielt Merkel einen Griechenland Austritt "für verkraftbar". 180 Grad Wende.
 

guajiro

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Wann habe ich von der Planwirtschaft geredet?
Ach komm, schon vor der Wahl hielt Merkel einen Griechenland Austritt "für verkraftbar". 180 Grad Wende.
Du hast von Sozialismus geredet. Und nahezu alle sozialistischen Systeme haben nun mal Planwirtschaft praktiziert und sind u.a. daran gescheitert.

Es ging ja darum, dass Tsirpas Schuldenschnitt, Aufrüstung des öffentlichen Sektors, Ende sämtlicher Privatisierungen, etc versprochen hatte. Ist doch klar, dass man unter diesen Umständen auch mal ein kleines Signal in Richtung Griechenland sendet und anmerkt, dass man sich das nicht gefallen lassen würde
 

b_cunt

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Diskutieren im Wirtschaftsthread erinnert mich wieder an das Zitat von Pistorius...
 

O.Gebannter.

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Du hast von Sozialismus geredet. Und nahezu alle sozialistischen Systeme haben nun mal Planwirtschaft praktiziert und sind u.a. daran gescheitert.

Es ging ja darum, dass Tsirpas Schuldenschnitt, Aufrüstung des öffentlichen Sektors, Ende sämtlicher Privatisierungen, etc versprochen hatte. Ist doch klar, dass man unter diesen Umständen auch mal ein kleines Signal in Richtung Griechenland sendet und anmerkt, dass man sich das nicht gefallen lassen würde
Auch Staaten die die Planwirtschaft nicht praktizieren gehen hin und wieder Bankrott, mit dem Unterschied, dass ihnen beigestanden wird vom IWF.
Desweiteren ist es dein Fehler, den Sozialismus mit der Planwirtschaft zu assoziieren.

Was genau "lässt man sich denn nicht gefallen"? Griechenland will über einen Schuldenschnitt verhandeln, diesen kategorisch auszuschließen, ohne die Griechen anzuhören, ist sehr fragwürdig.
Es sollte nicht unser einziges Ziel sein, unter allen Umständen Griechenland zu einer Rückerstattung ihrer Schulden zu zwingen. Die Spardiktate sorgen nicht nur für Verdruss bei der Bevölkerung, sie sind auch alles andere als zielführend.
Es ist halt eine Frage der Grundhaltung, die EU sollte auch ein Stück weit Solidargemeinschaft sein. Diese Drohungen eines Rausschmisses führen den europäischen Gedanken doch ad absurdum.
 

--Cha\/ezz--

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Auch Staaten die die Planwirtschaft nicht praktizieren gehen hin und wieder Bankrott, mit dem Unterschied, dass ihnen beigestanden wird vom IWF.
Desweiteren ist es dein Fehler, den Sozialismus mit der Planwirtschaft zu assoziieren.

Was genau "lässt man sich denn nicht gefallen"? Griechenland will über einen Schuldenschnitt verhandeln, diesen kategorisch auszuschließen, ohne die Griechen anzuhören, ist sehr fragwürdig.
Es sollte nicht unser einziges Ziel sein, unter allen Umständen Griechenland zu einer Rückerstattung ihrer Schulden zu zwingen. Die Spardiktate sorgen nicht nur für Verdruss bei der Bevölkerung, sie sind auch alles andere als zielführend.
Es ist halt eine Frage der Grundhaltung, die EU sollte auch ein Stück weit Solidargemeinschaft sein. Diese Drohungen eines Rausschmisses führen den europäischen Gedanken doch ad absurdum.
Griechenland hat seit dem EU-Beitritt enorm profitiert. Ohne die Problem des Landes (Korruption, Steuermoral, aufgeblasene & ineffiziente Verwaltung) anzugehen, ist dem Land nicht zu helfen.
 

AllesVollPfosten

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Auch Staaten die die Planwirtschaft nicht praktizieren gehen hin und wieder Bankrott, mit dem Unterschied, dass ihnen beigestanden wird vom IWF.
Desweiteren ist es dein Fehler, den Sozialismus mit der Planwirtschaft zu assoziieren.

Was genau "lässt man sich denn nicht gefallen"? Griechenland will über einen Schuldenschnitt verhandeln, diesen kategorisch auszuschließen, ohne die Griechen anzuhören, ist sehr fragwürdig.
Es sollte nicht unser einziges Ziel sein, unter allen Umständen Griechenland zu einer Rückerstattung ihrer Schulden zu zwingen. Die Spardiktate sorgen nicht nur für Verdruss bei der Bevölkerung, sie sind auch alles andere als zielführend.
Es ist halt eine Frage der Grundhaltung, die EU sollte auch ein Stück weit Solidargemeinschaft sein. Diese Drohungen eines Rausschmisses führen den europäischen Gedanken doch ad absurdum.
Ein Stück weit Solidargemeinschaft? Diese Gemeinschaft ist schon in ihrem Aufbau solidarisch, in ihren Transferleistungen etc etc, was genau forderst du zusätzlich?
Und als ob keiner mit "den Griechen" geredet hätte und als ob es bis heute keinen Schuldenverzicht gegeben hätte, mal ernsthaft. Du machst dir schon die Welt bisschen zurecht oder?

Und zu dem ersten Thema noch was, ich denke es ist selbsterklärend dass der IWF Staaten, die an die gleichen ökonomischen Ideen glauben wie der IWF selbst, eher bereit ist zu unterstützen, als solche die das nicht tun oder? Mal ganz nüchtern betrachtet.
 

O.Gebannter.

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Ein Stück weit Solidargemeinschaft? Diese Gemeinschaft ist schon in ihrem Aufbau solidarisch, in ihren Transferleistungen etc etc, was genau forderst du zusätzlich?
Und als ob keiner mit "den Griechen" geredet hätte und als ob es bis heute keinen Schuldenverzicht gegeben hätte, mal ernsthaft. Du machst dir schon die Welt bisschen zurecht oder?

Und zu dem ersten Thema noch was, ich denke es ist selbsterklärend dass der IWF Staaten, die an die gleichen ökonomischen Ideen glauben wie der IWF selbst, eher bereit ist zu unterstützen, als solche die das nicht tun oder? Mal ganz nüchtern betrachtet.
Es geht um die neue Regierung und darum, dass bereits vor der Wahl mit Drohgebärden in Richtung dieser eine fragwürdige Attitüde an den Tag gelegt wird. Das habe ich aber auch oben bereits formuliert. Was genau ich fordere habe ich oben auch bereits formuliert, nämlich dass man über einen wie auch immer gearteten Schuldenschnitt, die Griechen zumindest anhören sollte.
Fakt ist, dass die Spardiktate das Land in eine anhaltende Rezession gestürzt haben und der Unmut der Bevölkerung, sich in Straßenschlachten mit allem drum und dran äußert. Aber lass mich raten, die Richtung ist alternativlos?

Der IWF hat eine vom Volk legitimierte Regierung zu akzeptieren, denn die Macht sollte beim Volk liegen, nicht beim IWF.
Da sieht man aber sehr schön, wessen Instrument Organisationen wie IWF, Weltbank und WHO sind.
Das gleiche gilt auch für die EZB, diese hat ihren Sitz ja nicht in Athen.
 

AllesVollPfosten

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Naja, die neue Regierung hat aber durchaus auch Drohgebärden vorher losgelassen und jetzt dieses an Russland anbiedern allein ist so eklig berechnend. (Und korrigiere mich, aber gab es nicht schon einen Schuldenschnitt?)

Iwf, solange ein Staat sich an die internationalen Regeln hält hat der iwf denke ich kein Problem. Wenn es Verstaatlichungen gibt und das kapitalistische System, das der iwf selbstverständlich stützt, verändert wird bis die eigene Regulierung des Marktes nicht mehr funktioniert - dann hat der iwf alles recht zu sagen, gut aber ohne unseren support. Oder sollte man eifrig versuchen die eigene Idee eines Marktes zu vergessen nur weil ein Land das jetzt anders sieht??
 
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