Ich kann auch nicht nachvollziehen, dass es Videotheken schlecht gehen soll.
1. Die Zielgruppe einer Videothek ist sehr sehr breit. Das geht von kleinen Kindern (mit ihren Eltern) bis hin zu Senioren. Die werden sicherlich nicht alle die gewünschten Filme im Netz schauen
2. es kommen ständig neue Filme, auch Direct to dvd, auf den Markt. Würden die sich nicht verkaufen, würden sie auch nicht produziert werden. Und ich kenne nur wenig Leute, die sich einen Film kaufen statt auszuleihen, auch wenn die Preisspanne nicht mehr als zu groß ist zwischen kaufen und leihen. Ich meine, wie oft guckt man schon einen Film?
Vielleicht sollten einige Videotheken mal ihre Preisstrategie überdenken. Ich kenne nämlich auch Läden, wo man für das Ausleihen noch fast Kinopreise bezahlen soll. Klar, dass dort keiner Bock hat, Filme auszuleihen. Oder die neuesten Filme sind ständig weg, weil zu wenige Kopien vorhanden sind. Klar, dass die Kunden dann irgendwann keinen Bock mehr haben und zu einem anderen Laden fahren oder im Netz gucken.
Der Markt verändert sich nun mal. Wenn dann die Strategie aus den 80er- oder 90er-Jahren nicht mehr funktioniert, muss man eben mehr machen als rumheulen. Da langt es nicht von VHS auf DVD zu wechseln.
In der Videothek bei mir um die Ecke gibt es alles Mögliche an Naschkram und Getränken. Es sind überdimensionale Poster aufgehängt und die haben etliche lebensgroße Filmfiguren von den großen Kinoketten gekauft. Und es riecht nach Popcorn. Kurz gesagt: Es ist halt eine coole Atmosphäre in dem Laden, weswegen man gerne hingeht und die Auswahl des Films schon ein kleines Ereignis ist.
Dann laufen über Fernseher neue Trailer zu aktuellen oder aber auch älteren Filmen, quasi als Appetitanreger. Dann gibt es oft Sonderangebote. Und wenn man mal einen Film zwei Tage zu spät abgibt, wird auch ein Auge zugedrückt. Das ist prima für die Kundenbindung.
Aber wenn eine Videothek nicht laufen sollte, ist es immer einfach, es auf das böse Internet zu schieben.